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Architekturbilder: Günther Domenig – Ein anderer Blick

24.07.2014

Günther Domenig (1934-2012) war die herausragende Figur der steirischen Architektenschaft seit den Sechzigerjahren schlechthin. Sein achtzigster Geburtstag bietet den Anlass um einen anderen Blick auf sein Schaffen zu werfen.

Radikal, konsequent und visionär durchlief er mit seinem Werk unterschiedliche baukulturelle Strömungen in verschiedenen Partnerschaften und alleine. Domenig, dessen Hauptwirkungsstätte Graz war, und der von 1980 bis 2000 die Professur am Institut für Gebäudelehre der TU Graz innehatte, verstand Architektur als Gesamtkunstwerk und als politisches Statement. Zahlreiche Bauten im In- und Ausland, Zeichnungen, Texte, Auszeichnungen, Veröffentlichungen und Preise dokumentieren seine Bedeutung und sind Gradmesser für die Vielfalt und Stärke seines Werks. Domenigs Baustil hat verschiedene architektonische Strömungen seit den 1960er-Jahren wie Strukturalismus, Brutalismus und Dekonstruktivismus vorweggenommen und zum Teil entscheidend mitgeprägt. Sein Hauptwerk wird dem Dekonstruktivismus zugerechnet und ist zwischen Expressionismus sowie Poststrukturalismus angesiedelt. Manche seiner Werke erheben den Anspruch, Gesamtkunstwerke zu sein. Dazu zählt vor allem auch sein persönliches Opus magnum, das Steinhaus in Steindorf am Ossiacher See.
 

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Günther Domenig – Ein anderer Blick“, die noch bis 31. August im Grazer Haus der Architektur (HDA) zu sehen ist, stehen acht ausgewählte Bauten die von David Schreyer 2013 und 2014 besucht und fotografiert wurden. Nicht die lückenlose Dokumentation der Arbeit von Günther Domenig, sondern ein Eintauchen in die Vielfalt seines Schaffens ist Ziel der Ausstellung. Die Bilder folgen nicht der Dramaturgie klassischer Architekturfotografie sondern zeigen neben den skulpturalen Qualitäten auch die Nutzung, die Alterung und den Bezug zur Umgebung der Werke Domenigs. David Schreyer hält ergänzend seine Eindrücke, Gespräche mit Personen vor Ort und Gedanken zu den Projekten in kurzen Texten fest.

Die Ausstellung wird nach dem Haus der Architektur in Graz auch durch das Architektur Haus Kärnten, im Steinhaus am Ossiacher See gezeigt.

 

David Schreyer

David Schreyer studierte an der TU Innsbruck Architektur und schloss das Studium 2011 mit der aus Theorie, Gespräch und Bild bestehenden Arbeit 'Bilder von Räumen’ ab. Ab 2004 arbeitet David Schreyer als autodidakter Bildermacher mit den Spezialgebieten Architekturbild und Bildbericht. 2009 gründete Schreyer sein Atelier in Wörgl, zwischen Transitstrecke und Einkaufszentrum. Seit 2012 ist er Mitglied der Tiroler Künstlerschaft, lebt und arbeitet am Land und in der Stadt, aktuell: Tirol und Wien. Aktuelle Informationen: http://schreyerdavid.com

 

Günther Domenig

Der 1934 in Klagenfurt geborene und 2012 in Graz verstorbene Architekt Günther Domenig studierte von 1953 bis 1959 an der Technischen Universität Graz. Auch nach Abschluss des Architekturstudiums blieb Graz seine Hauptwirkungsstätte. Zum einen unterrichtete er an der Technischen Universität (seit 1980 als Universitätsprofessor), zum anderen entstanden viele seiner Bauten in Graz. Von 1963 bis 1975 arbeitete er zusammen mit Eilfried Huth. Danach war er zum größten Teil alleine tätig, einige Werke entstanden auch zusammen mit Hermann Eisenköck. 1998 gründeten Günther Domenig, Hermann Eisenköck und Herfried Peyker die Architektur Consult ZT GmbH, die er 2006 verließ. Seit 2003 arbeitete Günther Domenig vorwiegend mit Gerhard Wallner in der Architekten Domenig & Wallner ZT GmbH zusammen.

Mehr Informationen unter www.hda-graz.at

Ausstellungsdauer: 12. Juni bis 31. August
Ort: Haus der Architektur Graz
Führung durch die Ausstellung mit David Schreyer 31. Juli

Ab 10. September wird die Ausstellung durch das Architektur Haus Kärnten im Steinhaus am Ossiacher See gezeigt.

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