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Ein Meister der Natur

11.09.2009

Armstrong DLW setzt mit seiner Linoleumkollektion auf Naturprodukte und den Industriestandort Delmenhorst bei Bremen. Bewusst werden ausschließlich recycelbare, zum Großteil nachwachsende Stoffe in den Produktionsprozess eingebunden. Englisch-deutsche Tradition seit 125 Jahren. Text: Dominique Platz

Delmenhorst ist bekannt. Die deutsche Band „Element of Crime“ widmete dem norddeutschen Städtchen sogar ein eigenes Lied. Nicht etwa aufgrund seines pittoresken Stadtbilds; nein, Delmenhorst bei Bremen ist seit weit über einem Jahrhundert ein gestandener Industriestandort und beherbergt die mittlerweile einzige verbliebene Linoleumfabrik Deutschlands. Die Armstrong DLW AG ist mit mehr als 470 Beschäftigten am Standort Delmenhorst der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt und Sitz der zweitgrößten Linoleumfabrik der Welt.

Kleine Geschichte des Linoleums
Linoleum ist eines der ältesten Designprodukte in Sachen Bodengestaltung und mittlerweile zu einem echten Klassiker avanciert. Armstrong DLW ist einer von überhaupt nur noch drei Linoleum-Produzenten weltweit. Seine Geschichte ist genauso einzigartig wie das Produkt selbst.
Der englische Chemiker Sir Frederick Walton entdeckte 1860 mehr oder weniger zufällig den Linoleumbodenbelag. In Großbritannien mauserte sich dieser Mitte des 19. Jahrhunderts schnell zum Kassenschlager.

Um einiges schwieriger gestaltete sich hingegen der Start in Deutschland. Zwar waren einfaches Verlegen, leichtes Reinigen, eine gute Trittschalldämmung und Isolation eindeutige Vorteile des Materials, allerdings erschwerten Einfuhrzölle die Verbreitung im deutschen Raum. So entschied man sich zur Expansion. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort bot sich Delmenhorst an, da bereits eine kork- und jute­verarbeitende Industrie ansässig war. Die deutsche Linoleumproduktion war geboren. Mit Beginn der Moderne und dem Aufkommen des Bauhausstils ging eine beachtliche Bedeutungssteigerung des Linoleums einher. Die Bauhaus-Meister Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe verbanden die qualitativ hochwertigen und ästhetisch anspruchsvollen Eigenschaften des Mate­rials mit ihrem designorientierten Purismus.
In der Nachkriegszeit jedoch liefen PVC-Beläge, industriell gefertigte Teppichböden und später Fertigparkett dem Naturprodukt den Rang ab. In dieser Zeit schrumpfte die Produktion in Delmenhorst auf lediglich 150.000 Quadratmeter pro Jahr. Seit den Achtzigerjahren ist das Material wieder auf dem Vormarsch und in Delmenhorst läuft die Produktion mit zwölf Millionen Quadratmetern jährlich – verteilt auf drei sogenannte Kalanderstraßen – auf Hochtouren.

Enthusiasmus komplettiert das Sortiment
Armstrong DLW beschreibt sich selbst als Unternehmen, das mit Enthusiasmus bei der Sache ist. Bereits seit 1926 wird in Delmenhorst produziert. Gemeinsam mit Architekten und Designern werden regelmäßig neue Kollektionen entwickelt.
„Ein wirkungsvolles, architektonisches Gestaltungsmittel zu produzieren“ lautet die Maxime von DLW. Neben Linoleum vertreibt Armstrong unter der Marke DLW in Europa noch drei weitere elastische und textile Bodenbeläge: Vinyl, Design­fliesen und Nadelfliesbeläge komplettieren das üppige Sortiment. Der obligatorische Purismus im Bildungs- und Gesundheitswesen bietet eine nahezu ideale Infrastruktur für den Einsatz von Linoleum. Das Material ist robust, leicht zu reinigen und durch die Möglichkeit des Auftragens entweder einer Polyurethanschicht oder von Naturwachsen sehr variabel in den Anwendungsbereichen.
Zudem lässt die Farbpalette fast keine Wünsche offen. Bewusst für das Ökoprodukt Linoleum entschied sich etwa der für die Revitalisierung der Salzburger Hochschule Mozarteum verantwortlich zeichnende Architekt Robert Rechenauer, da es die Klarheit und Gerad­linigkeit des Projekts untermauert.

In puncto Nachhaltigkeit
Armstrong DLW stellt einen ökologisch in der Tat vorbildlichen Bodenbelag her. Umweltfreundlichkeit und -orientiertheit werden hier groß geschrieben. Das Linoleum selbst wird nach wie vor aus den von Frederick Walton implementierten Stoffen produziert.
Die Rezeptur besteht also im Wesentlichen aus Leinöl, Holz- und Korkmehl sowie diversen Harzen. Die Verwendung von Kalkstein während des Reifeprozesses und das spätere Aufbringen des Linoleums auf ein Jutegewebe dienen der Festigkeit. Alle verwendeten Rohstoffe sind zu 100 Prozent organisch und mineralisch, 80 Prozent sind nachwachsend.
Linoleum entspricht sogar den Anforderungen der europäischen Spielzeugnorm. Alles beim Alten in puncto Rezeptur also. Das Herstellungsverfahren indes wurde stets angepasst und modernisiert. So werden mittlerweile beispielsweise alle anfallenden Abfälle zerkleinert und dem Fertigungsprozess wieder zugeführt. Zudem werden Abfälle anderer Unternehmen zugekauft, recycelt und eingebunden. Alles ökologisch – versteht sich.

Manfred Hegger, Professor für Architektur der TU Darmstadt, erklärt diesbezüglich: „Nach der von mir erstellten Ökobilanz kann Linoleum unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten uneingeschränkt empfohlen werden.“ Zudem sind regionale Produktbezüge vorrangig, was auch die Langfristigkeit des Industriestandorts Delmenhorst bei Bremen untermauert und vielleicht auch Ansporn für die eine oder andere Band gibt, mal wieder ein Liedchen darüber zu schreiben.

Autor:
Redaktion Color
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