Wo Vollholz zu teuer ist, sind Furniere eine edle Alternative, um...
15.03.2005
Die kreative Welt der Furniere

Die Anwendungen von Furnieren sind praktisch unbegrenzt. Im Trend liegen helle Furniere aus Ahorn, Buche oder Birke, die dunklen Hölzer findet man vor allem bei luxuriösen Stilmöbeln.
Vom 6. bis 9. April wird im Messezentrum Salzburg die BWS, die internationale Fachmesse für Holzbe- und –verarbeitung, Tischlerei-, Zimmerei- und Fertigungsbedarf, stattfinden. Dabei zu sehen sein werden auch trendige Furniere und die Einsatzbereiche, für die sie sich eignen. Veranstalter Reed Exhibitions Messe Salzburg konnte bereits etliche Furnier-Aussteller einbuchen, so unter anderem die Firmen Hechenblaickner, Polykarp Schnell, R. Ostermann, Hranipex, Kunzgroup, Höfer, Langzauner, Wieder, Handl und Kuper. Sie werden zeigen, wie viel Wissenswertes es rund um die Furniere gibt.
Furnierherstellung
Durch die industrielle Fertigung wuchs in den letzten Jahrzehnten die Anwendungsvielfalt der Furniere rasch an. Heute bilden die dünnen Holzbeschichtungen überall dort eine kostengünstige Alternative, wo Vollholz zu teuer wäre. So etwa bei Arbeitsflächen in der Küche, für Regale und Schränke im Wohnbereich, bei Türen und Decken sowie bei Parkettböden. Als Edelholz-Applikation findet man die Furniere auch als edles Interieur in Autos oder Yachten. Die kreativen Möglichkeiten und Anwendungen von Furnieren als dekoratives Beschichtungsmaterial sind beinahe unbegrenzt und mittlerweile auch unüberschaubar groß.
Trotz der industriellen Fertigung von Furnieren spielen auch heute noch fachliches Können und Erfahrung der Hersteller eine entscheidende Rolle. Dies beginnt beim Erkennen der besten Holzqualität bis hin zum richtigen Bewerten der fertigen Furniere. Die charakteristischen Maserungen entstehen bei der Herstellung als Messer-, Schäl- und Sägefurniere. Messer-furniere werden auf Furniermessermaschinen hergestellt, wobei die natürliche Maserung erhalten bleibt. Die Furnierstärken reichen in etwa von 0,3 mm bis 4 mm.
Schälen ist die rationellste Methode der Furnierherstellung: Geringer Zeitaufwand bei größtmöglicher Ausbeute. Beim Schälen ergibt sich eine unregelmäßige, wilde Maserung. Die Dicke der Furniere kann bei Schälmaschinen zwischen 0,5 mm und 10 mm betragen.
Die Produktion von Sägefurnieren mittels Furniergattersäge oder Furnierkreissäge ist sehr aufwändig, der Schnittverlust dabei hoch. Deshalb sind Sägefurniere auch teurer als gemesserte Furniere. Sägefurniere behalten allerdings ihre natürliche Farbe, bleiben bei astigen Hölzern weitgehend rissfrei und kommen in erster Linie für hochwertige und hochbeanspruchte Werkstücke wie Treppen, Türen oder Tische zum Einsatz.
Die Holzfavoriten
Der Trend entwickelt sich weiterhin vor allem zu hellen Hölzern wie Ahorn, Birke, Buche, Esche oder Kirsche (auch Black Cherry). Die Farbpalette dieser Hölzer erstreckt sich von cremigen Weißtönen über rötliche bis hin zu honigfarbenen hellen Brauntönen. Die dunklen Hölzer wie Eiche oder Nussbaum treten gegenüber den hellen Hölzern mehr in den Hintergrund. Sie finden ihre Anwendung entweder in der Akzentuierung heller Flächen, bei Stilmöbeln oder im exklusiven Designbereich.
Das filigran wirkende Ahorn-Furnier, auch als Vogelaugenahorn bekannt, wird als Innenauskleidung bei sehr hochwertigen Möbeln oder oft auch als Kontrast zu dunklen Hölzern, wie z. B. Nussbaum, verwendet.
Von schlicht bis geflammt reichen die trendigen Maserungen der Birke, die damit sehr vielseitig anwendbar ist. Birkenholz ist nicht sehr hart und hinterlässt bei Möbeln daher einen weichen, luftigen Eindruck.
Als Allrounder unter den Furnierhölzern gilt die am meisten verbreitete Buche. Mit den zerstreut angeordneten feinen Poren präsentiert sich dieses Holz farblich in sanft-gelb bis hin zu hellem bräunlich-rot. Die hohe Festigkeit und damit einhergehende Strapazierfähigkeit der Buche macht sie auch im Gebrauchtmöbel-bereich, wie beispielsweise für Büro- oder Schulmöbel, sehr beliebt.
Die helle Esche zeigt durch die deutlich sichtbaren Jahresringe und ihre stark gestreifte Zeichnung eine sehr ausdrucksvolle Maserung. Esche ist ein schweres, hartes Holz mit sehr guter Festigkeit. Verwendet wird diese Holzart im dekorativen Innenausbau für großflächige Wand- und Deckenverkleidungen sowie für Einbaumöbel.
Die traditionelle Eiche findet man vorwiegend im Schlaf- und Luxusmöbelbereich sowie bei rustikalen Möbeln. Der deutlich sichtbare Jahresringaufbau verleiht der Eiche eine kräftige, gleichmäßige Struktur.
Als repräsentativ und elegant sind Kirschbaum-Furniere sehr gefragt. Das Furnier des europäischen Kirschbaums ist feinporig, sehr gleichmäßig und seidenmatt glänzend. Im Stilmöbelbau gehört die Kirsche zu den am häufigsten verarbeiteten Furnierarten. Durch Lichteinwirkung kann das Holz allerdings hell-goldbraun bis rötlichbraun nachdunkeln.
Das amerikanische Black Cherry-Furnier ist mittlerweile zum modernen Klassiker avanciert, der sich sowohl mit hellen, als auch mit dunklen Holzarten sehr kombinierfreudig zeigt. Seit der Barock- und Rokokozeit dominiert der Nussbaum als exklusives, hochwertiges Furnier die Stilmöbel-Landschaft. Erstmals in der italienischen Renaissance verstärkt eingesetzt, entdecken heute vor allem die italienischen Möbelbauer die Design-Kompetenz dieser edlen Holzart. Feinblumige Zeichnung oder auch eine gestreifte Textur machen den Nussbaum zu einem geschmeidig und elegant anmutenden Holz.
Von Christine Widmann

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