Es gibt kaum ein Land auf der Erde, von dem es weiter zum nächsten...
14.06.2005
Wie man sein Hobby zum Beruf macht

Von Ralf Siebenbürger
Schon als Kind hat Wolfgang Friedl gerne mit Schiffen gespielt. Später wurde ihm Rudern, Kanu- und Kajakfahren zum bevorzugten Sport. Dass er damit auch beruflich zu tun bekommen sollte, war aber in seiner Jugend nicht abzuschätzen.
Nach der Matura begann Wolfgang Friedl Völkerkunde und Kunstgeschichte zu studieren. Dabei entwickelte er sich zum Fachmann für das mythenumwobene Reich des Dalai Lama auf dem Dach der Welt. „Es war eine nette Zeit, ein schöner Abschnitt meines Lebens“, erinnert sich der mittlerweile 55jährige, der nach der Promotion eine Zeitlang im Museum für Völkerkunde, im Wiener Fremdenverkehrsverband und in der Privatwirtschaft gearbeitet hat. Rudern und Segeln waren auch in diesen Jahren immer ein wesentlicher Bestandteil von Friedls Privatleben. In seiner Freizeit machte er seine ersten Versuche als Bootsbauer. Am Berührungspunkt von Studienfach, Beruf und Hobby liegen die Völker des Pazifischen Ozeans. Friedl interessierte sich für die Bootstypen der Polynesier in der Südsee. „Von ihnen habe ich schon die eine oder andere interessante Anregung in meine Bootskonstruktionen aufgenommen“, bekennt er. Aber nicht nur im südlichen Pazifik holt sich Friedl seine Anregungen. Als Markenzeichen versieht er seine Konstruktionen mit dem stilisierten Abbild eines Vogels: „Das ist eine Eiderente“, erklärt Friedl dem neugierigen Chronisten, „so wie sie von den Eskimos Alaskas dargestellt wird. Die Eiderente ist schwer zu fangen und gilt den Eskimos daher als Sinnbild der Schnelligkeit.“ Und so flitscht der hurtige Wasservogel aus dem äußersten Nordwesten Amerikas mittlerweile dutzendfach über europäische Binnengewässer.

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