Einen grandiosen Sieg erreichten die Salzburger beim 46....
02.09.2005
Jubel für zwei goldene Salzburger

„Meister der Zukunft“ – dieses Motto des heurigen Bundeslehrlingswettbewerbes war einfach Programm, denn die heurigen Spitzenleistungen der Tischlerjugend schlossen nahtlos an die meisterlichen Höhenflüge frührer Jahre an.
Die Salzburger Lehrlinge waren dieses Jahr kaum zu bremsen: Maximilian Fercher (Lehrbetrieb Josef Stockinger) aus Salzburg schaffte mit 6.723 Punkten die Goldmedaille im ersten Lehrjahr. Silber ging mit Alexander Rauter (Lehrbetrieb Georg Guggenbauer) an Kärnten. Über Bronze durften sich die Oberösterreicher mit Philipp Fuchs (Lehrbetrieb Franz Grömmer) freuen.
Auch im 2. Lehrjahr triumphierten heuer die Salzburger: Manfred Steger (Lehrbetrieb Cyriak Hochwimmer) brachte es auf 6.850 Punkte und damit zur Goldmedaille. Gregor Rinesch (Lehrbetrieb Werner Mayer) eroberte für die Steiermark Silber. Der Vorarlberger David Schwarzhans (Lehrbetrieb Martin Dünser) rettete im 2. Lehrjahr mit Bronze die Ehre für das Ländle.
Ein exterm hoher Punktestand von 6.978 Punkten sicherte Peter Egger aus Tirol (Lehrbetrieb Michael Schraffl) nicht nur die Goldmedaille im 3. Lehrjahr, sondern verschaffte seiner Heimat mit 18.581 Punkten auch den Spitzenplatz in der Länderwertung. Auf dem Fuß folgt Salzburg (18.554 Punkte) sowie die Steiermark mit 18.462 Punkten. Grund zu großer Freunde in Niederösterreich bot Reinhard Ernst (Lehrbetrieb Manfred Walzer) mit der Silbermedaille im 3. Lehrjahr. Den guten dritten Platz in der Bundeswertung verdankt die Steiermark nicht zuletzt der Bronzemedaille Patrik Illmeiers (Lehrbetrieb Josef Dorfer) im 3. Lehrjahr.
Im Zeichen der Tischler
Ganz im Zeichen unseres Handwerkes stand das Zentrum Klagenfurts zwischen Lindwurm, Messegelände und Konzerthaus am 17. und 18. Juni dieses Jahres. Die Meister der Zukunft standen auch im Mittelpunkt der medial stark beachteten Siegesfeier Samstags Abends im Kongresszentrum der Klagenfurter Messe:
„Ebenso wie in der Vergangenheit ist es ein Anliegen der Interessenvertretung, die Meiserprüfung als formal höchsten Abschluss einer handwerklichen Ausbildung zu erhalten. Um diese Form der Ausbildung beineidet uns ganz Europa, nur die Politik erkennt leider nicht immer den enormen technischen und wirtschaftlichen Stellenwert dieser Qualifizierungsprüfung für die Entwicklung einer Branche. Wenn vom High-Tech-Standort Österreich gesprochen wird, ist dies auch ein wesentlicher Verdienst der Meisterprüfung“, betonte der Bundesinnungsmeister der Tischler, Komm.Rat Ing. Josef Breiter. Unter Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft (Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Kärnten LAbg. Albert Gunzer, Gemeinrad Direktor Krainz, Spartenobmann Komm.Rat Stefan Hasse) dankte er den Lehrlingen und den Lehrbetrieben für die erfolgreiche Arbeit.
Auf die Bedeutung Kärntens als Holz- und Tischlerland ging Landeshauptmann Dr. Jörg Haider in seiner Festansprache ein. Der bekannte internationale Yachtbauer Sinnex, der mit vielen Tischlereien als Zulieferer kooperiert, habe sich gerade wegen der hochwertigen Qualität der Kärntner Handwerksarbeit in Österreichs südlichstem Bundesland niedergelassen. Auch die Aktivitäten rund um das „neue Kärntner Gästezimmer“ mit verstärktem Einsatz von heimischem Zirbenholz konzentriert sich Haiders Ausführungen folgend auf das Tischlerhandwerk.
Auch streifte der Landeshauptmann die auf erhöhte Effizienz gerichtete Reform des Kärntner Berufsschulwesens. Besonders stolz ist Haider auch auf den alljährlich stattfindenden, besonders öffentlich wirksam veranstalteten Kärntner Allbranchenlandeslehrlingswettbewerb „Laion“.
Den Stolz und die Leistungsfähigkeit des Handwerks stellte Landesinnungsmeister Siegfried Egger ins Zentrum seiner Ausführungen und gratulierte den Wettbewerbsteilnehmern, von denen jeder einzelne zur Elite der Jugend zähle. Auch den Lehrbetrieben, die eine Teilnahme ihrer Schützlinge am Bundesbewerb ermöglichten, dankte Kärntens Landesinnungsmeister.
Vergnüglicher Genuss
Den Weg zum gemütlichen Kärntner Abend, der im Vorfeld des Wettbewerbes am Freitag im Klagenfurter Konzerthaus stattfand, konnte man nach einer außergewöhnlichen Stadtführung bequem zu Fuß zurücklegen. Locker von einem bekannten Kärntner ORF Sprecher kommentiert wurden hier die Teilnehmer aus allen Bundesländern vorgestellt und interviewt. Zudem sorgte der Kärntner Polizeichor mit einem abwechslungsreichen, musikalischen Programm für die gute Stimmung der rund 400 angereisten Gäste.
Außerdem zog ein Zauberer mit formvollendeter Assistentin und atemberaubenden Kunststücken – mit hypnotisierter, freischwebender Dame – das Publikum in seinen Bann. Auch das Buffet hätte im Sacher nicht besser sein können. Mit den sangesfreudigen Salzburgern war man im Stimmungshoch, das sich für manche noch bis in den frühen Morgen fortsetzte. Allein die wichtigsten 27 Gäste, die Wettbewerbsteilnehmer, mussten zeitlich ins Bett, denn sie standen bereits um dreiviertelsieben Uhr in der Früh an den Hobelbänken.
Blendende Organisation
Ausgezeichnet war der heurige Bundeslehrlingswettbewerb konzipiert. Als Veranstaltungsort hatte man eine großzügige Halle der Kärntner Messen in der Innenstadt von Klagenfurt gewählt, wo die Wetbewerbsteilnehmer-bei draußen heißen 30 Grad,
angenehm vollklimatisiert arbeiten konnten.
Während die Lehrlinge eifrigst werkten, dass die Späne flogen, waren die zahlreichen Besucher des heurigen Wettbewerbes mit Daumendrücken für die jeweilige Mannschaft voll beschäftigt. Dabei ergaben sich auf der Galerie und in der Halle interessante Diskussionen und so manches Fachgespräch, dass man an den Präsentationsständen der Hauptsponsoren Fundermax und Ödorfer mit Dewalt fortsetzen konnte.
Zwischen Jause, Sport und Kunstsinn
Währendessen hatten sich die Preisrichter am Vormittag des Samstags in den Sattel geworfen und ein Gestüt für Islandpferde besucht. Am Nachmittag durften die Preisrichter bei der Bewertung der Stücke und des Holzerkennungswettbewerbes über den Ergebnissen brüten. Die 27 Wettbewerbsteilnehmer stellten indes ihr Können beim „Tischler Go-Kart Grand Prix“ unter Beweis.
Die Gäste verschrieben sich am Nachmittag gelebter Burgenromantik und erklommen mehrheitlich zu Fuß oder bequemer mit einem für manche furchteinflößendem Schrägaufzug die Burg Hochosterwitz. Die dort kredenzte, opulente Jause und der herrliche Panoramablick bis tief in die Karawanken entschädigten für jegliche Anstrengung des Auf- und Abstieges. Sogar kunsthistorisch Interessierte kamen bei einer auf halber Höhe des Aufstieges errichteten romanischen Kirche aus dem Jahr 976 voll auf ihre Rechnung.
Hochspannung
Knisternd war die Spannung beim abendlichen Empfang im Foyer des Messekongresszentrums. Welcher der besten österrichischen Jugtischler werde es wohl zum Bundessieger geschafft haben? lautete die spannende Frage. Ziel der Pressefotografen waren zu diesem Zeitpunkt nicht nur die sommerlich erfrischende Abendgarderobe der zahlreichen Tischlerdamen, sondern auch die feschen Salzburger Trachten der Hochwimmerer Truppe. Letztere war auch sofort dem jeans-trachtig gestylten Jörg Haider ins Auge gestochen, sodass es prompt ein Erinnerungsfoto gab. Aber auch der Männergesangsverein Mooskirchen gefiel dem musikalischem Kärntner Landesvater so gut, dass er sich einfach mitten zu den Sängern stellte und mit führender Stimme mitsang.
Ebenso war es für Haider keine Frage, den leicht verletzten niederösterreichischen Lehrling Reinhard Ernst spontan zu einem kostenlosen Sommerurlaub in Kärnten einzuladen.
Nach interessanten und kompakt gehaltenen Reden war die Spannung zu Beginn der Siegerehrung auf dem Höhepunkt. Vom neuneten Platz herunter wurden die Platzierungen verlesen. Bei den Salzburgern brach spontaner Jubel aus. Sekt floss. Gratulationen und Ovationen hatten freien Lauf. Dies natürlich auch vei den siegreichen Tirolern. Aber genauso freuten sich die Schlachtenbummler aus der Steiermark, aus Nieder- und Oberösterreich und aus dem Ländle gleich wie aus dem Gastgeberland Kärnten.
Große Anerkennung gab es auch für das Oragnisationsteam um Landeslehrlingswart Günter Reautschnig und Geschäftsführer Dr. Walter Preisig mit den Damen Regine Manzel und Maria Ritt. Die schönen Pokale und den Tischschmuck für den Wettbewerb hatte Landeslehrlingswart Günter Reautschnig entworffen. Ausgeführt wurden die Pokale von der HTL Villach, der Tischschmuck von der Tischlerei Siegfried Egger. Der nächste, 47. Bundeslehrlingswettbewerb, wird voraussichtlich am 17. Juni 2006 im südlichen Niederösterreich stattfinden.
Von Harald Siebenbürger

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