Mit einem mengenmäßigen Marktanteil von rd. 60%. ist die...
31.01.2006
Parkett, Laminat & CO im Aufwind

Fußbodenmarkt in Österreich
Wie alle baunahen Bereiche ist auch der Fußbodenmarkt von der Entwicklung der Bauproduktion, insbesondere vom Wohnungsbau und dem Objektbereich, abhängig. Die in Österreich 2002 sprunghaft angestiegenen Neubaubewilligungen im Wohnbau (gegenüber 2001 bei Ein- und Zweifamilienhäuser um 3,3 Prozent und im Mehrgeschoßwohnbau sogar um 10,1 Prozent), beginnen sich daher mit der zwischen Baubewilligung und Anschaffung des Bodenbelages üblichen zeitlichen Verzögerung von zwei bis drei Jahren nun auch auf die Parkett- und Laminatbodenhersteller positiv auszuwirken. 2004 wurden in Österreich insgesamt rund 24,1 Mio. m2 Bodenbeläge für den Wohn- und Objektbereich abgesetzt. Damit konnte nach drei negativen Jahren wieder ein leichtes Wachstum von
1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Mehr als
33 Prozent dieses Gesamtabsatzes entfiel auf Laminat, 27 Prozent auf Parkettböden. Damit halten Holzböden in Österreich einen mengenmäßigen Marktanteil von rund 60 Prozent. Textile Bodenbeläge kommen derzeit nur auf knapp 22 Prozent – allerdings mit steigender Tendenz, zurückzuführen auf einen einsetzenden Imagewandel des Teppichbodens im Wohnbereich. Dieser wird zunehmend mit Schallregulierung und Behaglichkeit und weniger mit Staubfänger und schwieriger Reinigung assoziiert. Die restlichen rund 18 Prozent entfallen auf elastische Bodenbeläge.
Ein Wermuthstropfen für den Sektor Bodenbelag ist allerdings die Tatsache, dass der Umsatz mit der mengenmäßigen Steigerung nicht mithalten kann. Der im Jahr 2004 generierte Umsatz von 228 Mio. Euro ist das schlechteste Ergebnis seit 1997. Seit 1997 sanken die Preise um durchschnittlich 13 Prozent, bei Laminat sogar um 27 Prozent. Für diesen enormen Preisverfall machen die Analysten von Kreutzer Fischer & Partner zum einen den Boom bei Laminat verantwortlich, der immer mehr Anbieter auf den Markt brachte, die sich aufgrund der Anbieterdichte und der ungenauen Produktspezifikationen versuchten, über den Preis zu differenzieren. Das starke Mitmischen der Baumärkte mit Kampfpreisen beschleunigte dann noch die negative Preisspirale. Zum anderen sehen die Marktforscher eine weitere Ursache für den Preisverfall in der Produktqualität: der Markt für Bodenbeläge sei ein Austauschmarkt. Wachstumsimpulse hängen eng mit der Austauschfrequenz zusammen. Der Trend zu Laminat und der damit verbundenen längeren Haltbarkeit bremsen jedoch die Erneuerungsfrequenz. Der verbleibende Markt ist preislich dementsprechend hart umkämpft, heißt es im Branchenradar für Bodenbeläge.
Auch wenn die Preise weiterhin unter Druck bleiben dürften, kann jedoch mit einer Fortsetzung der positiven Absatzergebnisse gerechnet werden. Antonio Fuljetic, Consultant bei Kreutzer Fischer & Partner dazu: „Wir rechnen mit einem jährlichen Wachstum von 1,2 Prozent bis 1,6 Prozent. Einerseits wird ein Teil des Neubauvolumens 2002 am Markt für Bodenbeläge erst 2005 realisiert und zum anderen ist mit einem langsamen Abschichten des aufgestauten Sanierungsvolumens zu rechnen“.
Österreichs Außenhandelsbilanz Holzfußböden
Eine sehr positive Entwicklung konnte man im vergangenen Jahr beim österreichischen Export von Holzfußböden verzeichnen: Dieser ist bei Parkett sowohl wert- (+18% auf 169,3 Mio. Euro) als auch mengenmäßig (+19%) stark angestiegen. Wichtigste Ausfuhr-Länder: Deutschland (54% Marktanteil; +20% Zuwachs 2004) sowie die Schweiz (17%, +24%). Die Exporte nach Italien nahmen um 26% zu. Ebenfalls starke Wachstums-Märkte sind Tschechien und Griechenland.
Auch die Importe nahmen 2004 zu: +7% auf 80,9 Mio. Euro sowie +28% in der Menge. Deutschland führt mit 45,3% die Spitze der Importmärkte an. Die Einfuhren aus den EU 24-Ländern nahmen um fast die Hälfte zu (+41%).
Die Außenhandelsbilanz konnte laut Branchenbericht des Fachverbandes der Holzindustrie gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich verbessert werden. Der Überschuss beträgt nun 88,4 Mio. Euro (+29,3%).
Deutsche Parkettindustrie
Der Verband der deutschen Parkettindustrie errechnet aus den Zahlen der amtlichen Statistik einen Inlandsabsatz an Parkett (Produktion + Einfuhr - Ausfuhr - ohne Berücksichtigung der Bestandsveränderungen bei den Betrieben) im Jahr 2004 von 20,2 Mio. m2, das sind um ca. 500.000 m2 oder 2,54 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Parkett dürfte daher im Gegensatz zu vielen anderen Bodenbelägen und Fußbodenkonstruktionen seinen Marktanteil an dem insgesamt deutlich rückläufigen Bodenbelagsmarkt in Deutschland weiter verbessert haben.
Bezogen auf die einzelnen Parkettarten ergeben sich allerdings deutliche Unterschiede. Während das einschichtige Parkett (Stabparkett, Lamparkett und Mosaikparkett) weiter Einbußen zu verzeichnen hat und der Inlandsabsatz mit 3,5 Mio. m2 um ca. 2,0 Mio. m2 unter dem Vorjahresergebis lag, ist der Inlandsabsatz von Mehrschichtparkett im gleichen Zeitraum um ca. 3 Mio. m2 auf 16,7 Mio. m2 (+ 21,90 Prozent) angestiegen.
Zu Mehrschichtparkett zählen die 3-Schichtparkettelemente und die 2-Schichtparkettstäbe sowie die mehrschichtigen Landhausdielen.
Europäische Laminatfußbodenhersteller
Das Laminatbodengeschäft der EPLF-Mitgliedsfirmen (Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V. mit Sitz in Bielefeld) entwickelte sich im Jahr 2004 außerordentlich gut. Die Statistik der verbandsinternen Absatzzahlen ergibt eine deutliche Steigerung des Laminatfußbodenabsatzes in Europa. Die 22 Mitgliedsfirmen des EPLF haben 2004 weltweit 437 Mio. m2 Laminatfußboden „made in Europe“ abgesetzt (Vj. 387 Mio. m2). Damit erhöht sich die aus europäischer Produktion stammende Absatzmenge der EPLF-Mitgliedsunternehmen am Weltmarkt um 50 Mio. m2
(+13 Prozent). Vor diesem Hintergrund liegt der Weltmarktanteil der EPLF-Mitgliedsfirmen bei 60 Prozent. Der traditionell für die EPLF-Mitglieder stärkste Absatzmarkt Westeuropa konnte einen Zuwachs von 38 Mio. m2 (+17 Prozent) auf 267 Mio. m2 (Vj. 229 Mio. m2) verzeichnen. Damit sichert dieser Markt einen Anteil von 61 Prozent am Gesamtabsatz (Vj.
59 Prozent).
Die Spitzenpositionen werden wie im Vorjahr von Deutschland (84 Mio. m2), Großbritannien (49 Mio. m2), Frankreich (36 Mio. m2) und den Niederlanden (20 Mio. m2) gehalten. Auf diesen Märkten wurde ein Anteil von 70 Prozent der in Europa abgesetzten Menge verkauft.
Osteuropa zeigte 2004 nur leichtes Wachstum. Der Absatz der EPLF-Mitgliedsfirmen stieg in Osteuropa von 61 Mio m2 im Jahr 2003 auf 68 Mio. m2 im Jahr 2004. Dies entspricht einer Steigerung um sechs Prozent. Dabei entwickelt sich das neue EU-Mitglied Polen zum wichtigsten Absatzmarkt in Osteuropa. Aber auch die neuen EU-Staaten Ungarn und Tschechien und der EU-Anwärter Rümänien sind stark im Kommen.
Die asiatischen Märkte reagierten im Jahr 2004 eher verhalten. Der Gesamtabsatz in der Region Asien-Pazifik beläuft sich auf knapp 10 Mio. m2 (Vj. 17 Mio m2), wobei anzumerken ist, dass die Türkei in der EPLF-Statistik seit 2004 unter Europa erfasst wird. Es handelt sich bei der oben genannten Differenz gegenüber dem Vorjahr also nicht um einen Rückgang des Laminatbodenabsatzes.
Der nordamerikanische Markt zeigte sich 2004 weiterhin wachstumsstark. Hier konnte ein Gesamtabsatz von 79 Mio m2 verzeichnet werden (Vj. 69 Mio m2). Dies entspricht einer Steigerung um 14 Prozent. Nordamerika hält damit insgesamt einen Anteil von 18 Prozent am Weltmarktabsatz der EPLF-Mitgliedsfirmen. Hervorragend präsentierte sich in diesem Zusammenhang der US-amerikanische Markt, der von
48 Mio. m2 im Jahr 2003 auf knapp 60 Mio. m2 im Jahr 2004 gestiegen ist (+ 25 Prozent). In den Großregionen Afrika, Australien und Südamerika, statistisch zusammengefasst als „Sonstige“, stieg die abgesetzte Menge von 12 Mio. m2 auf
14 Mio m2, einzelne südamerikanische Märkte zeigen durchaus Wachstumstendenzen.
Laminat mit Tiefenwirkung
Wenn es um aktuelle Oberflächen-Trends im Flooring-Bereich geht, dann ist derzeit die Synchronporenoptik das Thema Nr. 1. Soft, geölt, gebürstet, gehobelt, gekälkt, natürlich, exotisch, authentisch sind nur einige der Eigenschaften, welche die neuen Laminatfußböden auf sich vereinigen. Mehr denn je tritt die Haptik des Bodens in den Mittelpunkt des Auftritts. Moderne Maschinentechnologien ermöglichen die perfekte Reproduktion des natürlichen Vorbilds. Die neueste Entwicklung ist eine Oberflächenstruktur in dreidimensionaler Optik mit einer ausgeprägten Tiefenwirkung – die Synchronporenoptik. Synchronporen-Strukturen brauchen Hölzer mit Charakter, wie z.B. die Eiche.
So ist die Eiche in ihrem Erscheinungsbild weitaus rustikaler geworden, in helleren wie dunkleren Farbvarianten. Eiche gebürstet oder Räuchereiche gekälkt, ebenso eine natürlich geölte, weiß gebleichte Eiche. Die Weißporen-Optik mit ihren dekorativen Elementen ist eine der Produktneuheiten im Flooring-Design. Sie betont die natürlichen Maserungen und Kontraste des Holzbildes und verleiht der Struktur Tiefe. Die Hölzer insgesamt werden wieder deutlich farbintensiver: Apfel-, Birne- und Tulpenbaum sowie ein tiefdunkler Kirschbaum oder dunkelbrauner Nussbaum stehen für diese Entwicklung. Auch exotische Hölzer wie Wengé, Mahagoni, Palisander und Jatoba nehmen den Trend zu synchronen Oberflächenstrukturen auf und zeigen, dass der Laminatfußboden für diese edlen Hölzer bereit ist.
Holzstrukturen präsentieren sich mehr und mehr in schmalen Einstab-Elementen oder größeren Formaten, die aus einem All-Over-Design herausgeschnitten werden. Daneben existieren weiterhin die klassischen 2-Stab- und 3-Stab-Muster, die sich vielfach am Markt bewährt haben. Die Landhausdiele mit angefräster V-Fuge ist der Trendsetter schlechthin bei den Holzdekoren und unterstützt den Trend zur Synchronporenoptik mit authentischer Tiefenwirkung. Sie bekommt jedoch mit Breiten von 135 oder 195 mm ein deutlich schmaleres und linienförmigeres Erscheinungsbild – gerade enge Räume wirken so leichter und luftiger. Aber auch andere Dielenbreiten sind erhältlich, die beliebig miteinander kombinierbar sind. Interessant sind auch die neuen Einstabdielen in einer Breite von 90 mm, die bevorzugt zum Parkett angeordnet oder im Fischgrätmuster verlegt werden.

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