Tischlerei Wallner - Über 250 Jahre Branchenerfahrung
31.08.2006
Tischlerei Wallner - Über 250 Jahre Branchenerfahrung

Die Wallners in St. Pantaleon tischlern seit Maria Theresias Zeit und bilden das beste Lehrmädchen Österreichs aus.
Ungewöhnlich viel Kontinuität für einen Tischlereibetrieb: Als der Tischler Wallner seinen Betrieb in St. Pantaleon bei Enns eröffnete, regierte Kaiserin Maria Theresia das Land. Heuer stellt die Tischlerei Wallner die erste weibliche Siegerin in einem Bundeslehrlingswettbewerb.
Man schrieb das Jahr 1754, als der erste der Familie Wallner in St. Pantaleon, einem Dorf am südlichen Donauufer im äußersten Westen Niederösterreichs, seine Tischlerei eröffnete. Als der heuer allerorten gefeierte Wolfgang Amadeus Mozart das Licht der Welt erblickte, standen in den Bauernstuben von St. Pantaleon
schon Wallners Möbel. Heute betreibt Franz Wallner die Tischlerei in neunter Generation. Und möglicherweise wird der Betrieb noch in die zehnte Generation gehen: Wallners Sohn hat die Schule in Hallstatt absolviert. Doch der Vater will ihn nicht zur Entscheidung drängen, in den Familienbetrieb einzusteigen.
Tüchtiger Pöchlarn Absolvent
Der heutige Chef der Tischlerei Wallner stammt selbst aus einer Tischlerfamilie und war 1984 der erste Absolvent der Meisterklasse in Pöchlarn. Später heiratete er die Tochter der St. Pantaleoner Tischlerdynastie und nahm den Familiennamen der Ehefrau an. Bald danach übergab ihm der Schwiegervater die Leitung des Familienunternehmens. Mittlerweile beschäftigt das Ehepaar Wallner sieben Mitarbeiter, darunter zwei Lehrlinge. „Normalerweise nehmen wir immer nur einen Lehrling“, verrät Franz Wallner, „aber im Vorjahr haben wir zwei Bewerber gehabt, die schon beim Schnuppern so positiv aufgefallen sind, so dass wir beide aufgenommen haben.“ Und diese Entscheidung scheint keineswegs falsch gewesen zu sein. Einer der beiden Lehrlinge – Sandra Haslinger – hat beim heurigen Bundeslehrlingswettbewerb der Tischler in der Kategorie der Lehrlinge im 1. Lehrjahr den Sieg eingefahren; übrigens als erstes Mädchen in der Geschichte dieses Wettbewerbes.
Die Lehrlingsausbildung hat in der Tischlerei Wallner eine große Tradition und einen hohen Stellenwert. „Seit 1954 haben wir 55 Lehrlinge ausgebildet“, erinnert sich Franz Wallners Schwiegervater, der den Betrieb bis 1989 geführt hat. Alle heutigen Mitarbeiter haben bei Wallner gelernt und sind nach dem Abschluss ihrem einstigen Lehrherrn treu geblieben. Freilich kann ein Betrieb dieser Größe nicht alle Lehrlinge nach dem Ende der Lehrzeit beschäftigen, und so gibt es natürlich auch einstige Wallner-Lehrlinge, die später in andere Betriebe gewechselt haben. Die Lehrlingsausbildung in seinem Betrieb sieht Franz Wallner als umfassend an: „Bei mir lernen die Lehrlinge alles, von der Arbeitsvorbereitung bis hin zur Montage.“
Auf Möbelbau konzentriert
Wallners Betrieb ist eine reine Möbeltischlerei, die vor allem Kunden im Großraum Linz beliefert. Etwa vier Fünftel der Kunden sind Private, rund ein Fünftel Firmenkunden. Für letztere stellt Wallner Geschäftseinrichtungen her. Vor allem Banken und Juweliere greifen gerne auf seine Dienste zurück. Der überwiegende Teil seiner Abnehmer sind Stammkunden. Neue Kunden finden vor allem durch Mundpropaganda zur Tischlerei in St. Pantaleon.
Die Ziele, die sich der Unternehmer Franz Wallner steckt, sind bescheiden: „Wir haben nicht vor, groß auszubauen. Mir reicht es, wenn wir genügend Aufträge haben, um unseren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können.“ Und nicht ohne Stolz fügt er hinzu: „Wir sind klein, aber fein. Wenn man als kleines Tischlereiunternehmen Erfolg haben will, muss man sich von der Masse und den Großflächenanbietern abheben.“ Ein weiteres Erfolgsrezept ist für Wallner der direkte Kontakt mit den Kunden. „Die Kunden haben oft Sonderwünsche, die es erfordern, flexibel zu sein. Und das kann ein kleiner Betrieb leichter als ein großer.“ Auch die Finanzgebarung der Tischlerei Wallner folgt überaus konservativen Grundsätzen. „Es reicht, wenn man kleine, bescheidene Gewinne macht“, sagt der Firmenchef. „Und wichtig ist, keine Schulden zu machen, denn wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man aus den Schulden so schnell nicht wieder heraus.“
Kontakt:
Tischlerei Franz Wallner,
Erlastr. 2,
4303 St. Pantaleon,
Tel.: (07435) 76 30,
Fax: (07435) 76 30-2,
E-Mail: office@tischlerei-wallner.at

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