Trotz des für eine fünfköpfi ge Familie eigentlich eher eng...
31.01.2007
Raummultiplikator
Auch die einheitliche künstlerische Gestaltung von Boden, Wand und Decke schafft nochmals optisch Raum. Die in einem 1950 errichteten mehrgeschoßigen Wohnhaus liegende Wohnung wurde adaptiert. Sie verfügt nun, trotz geringer Nutzfläche - es stehen gerade einmal 75 Quadratmeter für fünf Personen zur Verfügung - über eine unerwartete Großzügigkeit. Dem Entwurf liegt die Idee zugrunde, den gesamten verfügbaren Raum als ein Volumen zu erhalten. Weder konnten noch sollten in dieses Volumen einzelne Räume eingeschrieben und mit Monofunktionen belegt werden. In der Raummitte wurde eine Art Möbel platziert, das in alle Richtungen öffenbar ist. Dieses "Möbel" ist einerseits Teil des Raums und andererseits selbst ein raumhaltiges Element. Es kann als Raum im Raum, als Zelle in einer Zelle beschrieben werden, das verschiedenste Funktionen in sich vereint: Hinter einem Faltelement verschwindet die Küche, der Tisch klappt aus der Wand, die Sitzbank wird zum Bett, und die Trenntüre zwischen Eltern- und Kinderzimmer verbirgt das private Büro. Wand, Boden und Decke wurden vom Linzer Künstler Rainer Füreder mit einem Muster aus Blättern und Zweigen bemalt. Der Bewohner bewegt sich wie durch ein surreales, an Rousseau erinnerndes Pflanzenbild, das die realen Grenzen des geometrischen Raums aufhebt.
Text: Roman Höllbacher
Artikel aus: Color 1-2/07, S. 20f

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