02.04.2008
"Emma" spart nicht mit Energie
Die Pläne der Firma Holter für die Energiesparmesse 2008 waren gut durchdacht, die Ziele hoch gesteckt. Erstmals sollten Sanitär und Heizung als völlig unabhängige Bereiche präsentiert werden. Die Holter-Wärme-Welt, die Aktuelles aus dem Bereich der Heizung präsentiert, ist in der neuen Messehalle der Welser Messe untergebracht. Für die Holter-Wasser-Welt, die den Sanitärbereich beheimatete, hatten sich die Verantwortlichen etwas Besonderes ausgedacht: Es reichte nicht ein eigener Stand – eine Europapremiere war als geeigneter Rahmen in Planung. Eine Halbkugel, importiert aus den USA von der Firma „Pacific Domes“, wurde unter Aufsicht der österreichischen Niederlassung „Halbkugel Entertainment“ errichtet. Vor ein paar Tagen war ebendiese Kugel noch Heimat für internationale Top-Models, die in dieser Halbkugel für einen namhaften Designer auf der Fashion Week New York die neuesten Kollektionen präsentierten.
Danach wurde der Dome abgebaut, verpackt und verschifft. Bereits am Mittwoch hätte das Equipment Europa erreichen sollen. Aufgrund hohen Wellengangs konnte das Schiff in Deutschland nicht anlegen, weshalb sich die Entladung verzögerte. Diese Anlaufschwierigkeiten bereiteten die ersten Sorgen.
Dennoch wurde mit dem Aufbau begonnen und der Boden und das Gerüst, das von der Plane umgeben wird, wurde im Welser Messegelände vollständig erreicht. Die Plane sollte Mittwoch zu Mittag – mit 24 Stunden Verspätung – die Halle komplettieren, was durch aufkommenden Wind auf den späten Nachmittag verlegt wurde. Am Mittwochabend gegen 18 Uhr war die Kugel bereits fertig errichtet, am Donnerstag wurde der Boden verlegt und der erste Stock innerhalb der Attraktion aufgebaut. Die Aussteller – die Sanitärlieferanten der Firma Holter – bekamen grünes Licht für den Aufbau ihrer Ausstellung.
Machtlos
Am Samstag kurz nach elf Uhr wurde dem Aufbau ein jähes Ende gesetzt, als Dame „Emma“ ihre Krallen ausfuhr und weniger sanft mit dem Dome umging als die Models in New York. Während im Inneren der Halbkugel die Aufbauarbeiten voll im Laufen waren, wurde die Plane vom Winde unsanft wieder abgedeckt, vollkommen zerstört und über das Messegelände der Welser Messe verteilt. Die Freiwillige Feuerwehr Wels musste alarmiert werden, um die Plane aus den Bäumen im Messegelände zu entfernen, wobei auch die Bäume gefällt werden mussten. Der Schaden dieses Naturgewaltausbruchs beläuft sich auf mindestens 100.000 Euro. Glücklicherweise kamen keine Menschen zu Schaden.
Als Marketing-Leiter Mag. Andreas Hammer von dem Vorfall erfuhr, war er gerade auf dem Weg nach Wien: „Ich drehte sofort um und machte mich auf den Weg zurück nach Oberösterreich, um mir selbst ein Bild von den Geschehnissen zu machen.“ Mag. Hammer weiter: „Die anfänglichen Schwierigkeiten mit der fünftägigen Verspätung sollten wohl nicht unser letztes Problem gewesen sein.“
Plane aus San Francisco
Begonnen hatte alles mit Träumen und Plänen, wie man eine besondere Attraktion auf der Energiesparmesse schaffen könnte, die schon bald Formen annahmen. Mit den aktuellen Problemen hatte niemand gerechnet. Doch trotz aller Hindernisse hatte die Firma Holter die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben – denn logistische Probleme waren noch nie ein Hindernis. Eine Ersatzplane wurde auf dem Weg von San Francisco nach Wien geschickt. Eine Sondergenehmigung der DHL machte es möglich, dass die kostbare Fracht in der Nacht von Sonntag auf Montag in der österreichischen Hauptstadt landete, die Verzollung am selben Tag stattfand und die Plane nach Wels gebracht wurde.
Nach dem erneuten Aufbau wurde der Boden neu verlegt und die Aussteller konnten ihre Stände beziehen. Renommierte Sanitärliefernten wie BWT, Kludi, Dornbracht, Hansgrohe, GKI, Villeroy & Boch, Laufen uvm. präsentierten planmäßig ihre Topprodukte fürs Badezimmer zum Startschuss der Energiesparmesse.
Mag. Julia Prandstetter – Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit – zu den Vorkommnissen: „Sollte der Orkan ‚Emma‘ eine Warnung darstellen, wie wichtig Energiesparen geworden ist, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, hoffen wir, dass wir nicht die Einzigen sind, die diesen Fingerzeig wahrgenommen haben.
aus: Gebäude Installation 4/08, S. 80f.

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