09.04.2008
Schöner malen!
Im Gegenteil: Die Münchner Akademie für Farbgestaltung und Wandmalerei lehrt die hohe Kunst der Illusionsmalerei und bildet engagierte Maler in einer zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung zu professionellen Wandgestaltern aus. Damit kommen die Initiatoren, Ursula und Martin Benad, einem Wunsch vieler Maler entgegen, die in ihrem Beruf neben einer rein handwerklichen auch eine künstlerisch-gestalterische Dimension sehen. Wenn man sein gestalterisches Talent allerdings nie „ausgräbt“, weiterbildet und vervollkommnet, ist es schwer, sich damit auf den Markt zu trauen. Schließlich gebietet der jedem Wettbewerber, sich voll und ganz hinter die angebotene Leistung zu stellen. Und nur mit dem, was man wirklich gut kann, lässt sich ein effektiver Auftritt gestalten, der zugleich einen Konkurrenzvorteil schafft.
„Weiterbildung“, so Ursula Benad, die Leiterin der Akademie, „sollte keine Maßnahme sein, die von außen verordnet wird. Kreatives Lernen setzt Menschen voraus, die von sich aus weiter kommen wollen, die nicht dort stehen bleiben, wo sie schon vor zehn Jahren standen.“ So sehen es auch die Studenten, die aus Österreich, Deutschland und der Schweiz stammen und hoch motiviert sind. Sie nehmen an insgesamt 40 Ausbildungstagen innerhalb von zwei Jahren teil, für die sie nach München reisen. Die Seminare, die sie dort meist an verlängerten Wochenenden besuchen, befassen sich mit klassischen Illusionsmalerei-Themen wie Graumalerei, Landschaftsmalerei, Himmel und Meer, Faltenwurf, Entwurfstechniken, Perspektive in der Wandmalerei usw. Aber auch Themen wie Marketing und Verkauf fehlen nicht im Lehrplan. Schließlich soll nicht nur künstlerische Kompetenz vermittelt, sondern zugleich auch die Basis für deren wirtschaftliche Umsetzung gelegt werden. Das „Hobby zum Beruf zu machen“ verlangt nämlich auch, die ökonomische Komponente nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Dozenten Ursula und Martin Benad sind in der Malerbranche schon seit vielen Jahren bekannt, nicht zuletzt aufgrund ihrer Seminare, Fachartikel und inzwischen 11 Bücher. Vor allem durch die „Studienreihe Illusionsmalerei“, deren drei Bände auch ins Englische übersetzt wurden, genießt das Münchener Künstlerpaar mittlerweile internationales Ansehen. Martin Benad ist Color-Lesern darüber hinaus durch seine Serie zur Architekturfarbgestaltung bekannt.
Als Gastdozenten der Akademie werden für Spezialthemen wie Verkaufstraining, perspektivisches Konstruieren oder klassische Holzimitationstechniken qualifizierte Fachkräfte engagiert.
Etwas ungewohnt war es zunächst für die Studenten, dass sie von Seminar zu Seminar ein ehrgeiziges Pensum an Hausaufgaben zu absolvieren hatten. Aber schon nach wenigen Monaten war ihnen klar, dass man „nicht für die Schule, sondern fürs Leben“ lernt, und die rund 8 Tage pro Halbjahr, die für Hausaufgaben aufgewendet werden sollten, eine Investition sind, die sich lohnt. So konnten die 10 Studenten aus dem ersten Jahrgang (2006) inzwischen eine stattliche Sammlung anspruchsvoller Gemälde und Musterplatten erstellen, mit denen viele bereits Aufträge akquirierten. Spannend wird es jedes Mal, wenn während der Akademie-Tage, die sich an die Seminare anschließen und die dazu dienen, Seminarinhalte zu erweitern und zu vertiefen, die Hausaufgaben präsentiert, besprochen und korrigiert werden.
Soviel Tipps bekommt man nur während des Studiums.Gerade die Akademie-Tage sind eine große Chance, persönlich weiter zu kommen und dort Korrekturen zu erhalten, wo sie individuell gesucht und benötigt werden. Im Herbst 2008 startet der dritte Jahrgang; dann haben wieder 10-12 Studenten die Gelegenheit, mit der Ausbildung zu beginnen. Interessenten finden detaillierte Ausschreibungstexte unter www.farb-akademie.de oder unter www.atelier-benad.de
Ursula Wastl
aus: Color 4/08, S. 6f.

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