Der Fußbodenmarkt erholt sich derzeit wieder.
29.01.2004
Mailüfterl für Holzfußböden

Dunkle Holzoberflächen und Laminat liegen im Trend. Aufschluß darüber, wie sich Design und Holzoptik weiterentwickelt, bekommt man ab 28. Jänner bei der Texbo in Salzburg.
Die österreichische Bauwirtschaft scheint sich langsam zu erholen. Das Konjunkturbarometer ist zwar zögernd aber doch unverkennbar im Steigen begriffen.
Das sollte auch für den Bodenbelagsmarkt – und da insbesondere für die Parkett- und Laminatbodenhersteller mit zusammengerechnet dem größten Marktanteil sowie für die Verlegefirmen – ein gutes Vorzeichen sein. Gott sei Dank gab es in Österreich nicht wie in Deutschland solche ausgesprochen dramatischen Wachstumseinbrüche (siehe Graphiken) , trotzdem hat auch hier zu Lande laut Marktforschung der InterConnection Consulting Group der Gesamtmarkt für Bodenbeläge die Flaute in der Wirtschaft mit mengenmäßig –2,7 Prozent im Jahr 2001 und 2,2 Prozent in 2002 zu spüren bekommen. Ebenso dürfte das vergangene Jahr im Vergleich zu 2002 nochmals mit einem kleinen Minus (-0,8 Prozent) abgeschlossen haben (genaue Zahlen lagen zu Redaktionsschluß noch nicht vor) und erst heuer wird analog zum Mailüfterl in der Bauwirtschaft wieder mit leichten Zuwächsen (+0,8 Prozent) zu rechnen sein. Trotzdem hat die Krise auch einen Gewinner hervorgebracht. Im Gegensatz zu allen übrigen Bodenbelägen hat einzig der Laminatboden deutlich an Beliebtheit zugenommen und konnte seinen Marktanteil von 20,7 Prozent in 2000 auf rund 25,2 Prozent in 2003 erhöhen – Tendenz bis 2007 weiter ansteigend. Gleichzeitig verliert der Parkettboden Anteile von 13,9 Prozent auf 11,8 Prozent – Tendenz bis 2007 weiter sinkend. Wie weit sich diese Prognosen erfüllen werden, wird wohl einerseits noch von der längerfristigen Entwicklung am Wohnungsmarkt – Stichwort Wohnbauförderung – abhängen sowie andererseits auch von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ihren Auswirkungen auf die Kaufkraft. Sollte das Vertrauen in die Wirtschaft wieder zunehmen und mehr Geld für den Konsum bleiben, könnte sich j a auch die negative Tendenz bei Parkettböden durchaus wieder verflachen.
Jedenfalls hat sich das Exportgeschäft der Österreichische Parkettindustrie in den ersten drei Quartalen 2002 positiv entwickelt. Insgesamt wurden 3,87 Millionen Quadratmeter Parkett exportiert (mengenmäßiger Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 27,4 Prozent, Zuwachs im Wert 12,8 Prozent). Deutschland ist weiterhin Hauptabnehmermarkt mit 38 Prozent, bei leicht steigender Tendenz (+3,1 Prozent). Zweitwichtigster Markt ist die Schweiz (24 Prozent) vor Italien. Großbritannien ist mittlerweile der viertwichtigste Abnehmer (Steigerung gegenüber 2001 um 189 Prozent). Die Exporte in die EU (67 Prozent des Gesamtabsatzes) haben mengenmäßig um 35,9 Prozent, wertmäßig um 16,9 Prozent zugenommen. Osteuropa, insbesondere Kroatien, oder auch westliche Länder wie Irland werden immer interessanter. Die Importe nach Österreich entwickelten sich rückläufig.
Der deutsche Bodenbelagsmarkt
Geht also in Österreich der derzeitige – auch international feststellbare – Siegeszug des Laminatbodens zu einem guten Teil auf Kosten des Parkettbodens, sind es im krisenhaft durchgerüttelten deutschen Bodenbelagsmarkt die Textilien, die vom Laminat auf die Verliererstraße geschickt werden. Parkett hingegen sollte wieder mäßig zulegen können, was sich als gegenläufige Tendenz zum österreichischen Markt erweist und insofern wohl auch eher nach dem Einbruch des deutschen Parkettmarktes in den vergangenen Jahre als Korrektur auf etwa das Niveau von 2001zu verstehen ist, als das Abzeichnen eines echten Trends. Nach einem mengenmäßigen Rückgang von -9,4 Prozent in 2002 und -5,4 Prozent in 2003 deutet die zukünftige Entwicklung laut InterConnection Consulting auf eine dauerhafte Erholung für die Parkettindustrie in Deutschland hin. Parkett und Laminat machten im Jahre 2003 insgesamt 22 Prozent vom Gesamtvolumen der Bodenbeläge in Deutschland aus.“
Im Detail stellt sich nach der jüngsten Studie der InterConnection Consulting Group die Situation für den deutschen Bodenbelagsmarkt folgender Maßen dar: „Die Entwicklung des Europäischen Bodenbelagmarktes hängt stark von der Wirtschaftslage, sowie der Bauaktivitäten nach Ländern ab. Deutschland, sowie das gesamte Euroland ist laut aktuellen Wirtschaftsdaten immer noch in Stagnation gefangen. Die Nachfrage nach neuen Wohnungen in Deutschland ist in den letzten Jahren rasant gesunken. Die Fertigstellung neuer Wohnungen im Jahre 2003 ist um insgesamt 49,3 Prozent im Vergleich zum Jahre 1999 gesunken. Das sind die wichtigsten Ursachen für die negativen Wachstumsraten auf dem deutschen Bodenbelagmarkt.
Mit einem mengenmäßigen Rückgang von -7,3 Prozent in 2002 und -4,2 Prozent in 2003 ist das Tief am Bodenbelagmarkt in Deutschland jedoch vorbei. Ab 2005 rechnet InterConnection Consulting mit einer langsamen Erholung auf dem Markt. Dieser Trend wird bis zum Ende der Untersuchungsperiode im Jahre 2007 anhalten. Das voraussichtliche Volumen des Gesamtmarkt für Bodenbeläge in Deutschland für 2007 wird auf 437,2 Millionen m2 prognostiziert.“
Die Produktgruppenanalyse der InterConnection Consulting Group registriert wie bereits erwähnt eine Dominanz textiler Bodenbeläge mit einem mengenmäßigen Anteil von 45,2 Prozent im Jahre 2002 (in Österreich lagen sie mit 23,7 Prozent 2002 sogar leicht hinter den Laminatböden mit 23,8 Prozent), negative Wachstumsraten seien aber festzustellen. InterConnection erwartet einen Marktanteilsrückgang der Textilien bis auf 42,9 Prozent im Jahre 2007. „Grund dieser Entwicklung,“ so InterConnection, „ist der Trend zu Laminatbodenbelägen und der verstärkte Wunsch nach natürlichen Materialien nach dem Motto zurück zur Natur.“ Die Laminatböden gelten als modern, hygienisch, leicht verlegbar und vor allem billiger als Parkett und trotzdem naturgemäß. Diese Gründe steigern ihre Beliebtheit beträchtlich. Nach negativen Wachstumsraten in 2001 und 2002, welche auf die rückläufige Gesamtmarktentwicklung zurückzuführen sind, weist Laminat ein jährliches Wachstum zwischen 3,5 Prozent und 5,3 Prozent auf.
Nach einem mengenmäßigen Rückgang von -9,4 Prozent in 2002 und -5,4 Prozent in 2003 deutet die zukünftige Entwicklung aber auch auf eine dauerhafte Erholung für die Parkettindustrie in Deutschland hin. Parkett und Laminat machten im Jahre 2003 insgesamt 22 Prozent vom Gesamtvolumen der Bodenbeläge in Deutschland aus. “
Laminat am Weltmarkt
Der steigende Absatz von Laminatböden in Österreich und Deutschland deckt sich mit dem internationalen Trend. Trotz weiterhin rückläufiger Weltkonjunktur und des anhaltenden Strukturwandels im internationalen Warenverkehr registrierten die Mitgliedsunternehmen im Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V. (EPLF) mit Sitz in Bielefeld eine durchaus positive Entwicklung im Laminatbodengeschäft. Die Jahres-Auswertung des verbandsinternen, quartalsweise erhobenen Absatzmeldesystems bestätigen nämlich für 2002 eine deutliche Steigerung der Laminatfußbodenproduktion in Europa und damit die führende Stellung des EPLF am Weltmarkt.
Die 21 Mitgliedsfirmen haben 2002 weltweit 334 Mio. m2 Laminatfußboden „Made in Europe“ abgesetzt (2001: 20 Mitglieder mit 274 Mio. m2). Der traditionell für die EPLF-Mitglieder stärkste Absatzmarkt „Westeuropa“ konnte einen Zuwachs von 36 Mio. m2 auf 202 Mio. m2 (2001: 166 Mio. m2) verzeichnen. Damit sichert dieser Markt einen Anteil von 60 Prozent am Gesamtabsatz. Und auch die dynamische Entwicklung des gesamteuropäischen Laminatfußbodenmarktes mit einem Zuwachs von 54 Mio. m2 im Jahr 2002 spricht für das hohe Leistungspotenzial der im EPLF organisierten Laminatfußbodenhersteller.
In der Region „Asien-Pazifik“ zog der Absatz mit 20 Mio. m2 (2001: 18 Mio. m2) entgegen den Erwartungen und mittelfristigen Trendprognosen wieder leicht an. Ursächlich für diese Entwicklung ist die Erschließung neuer Märkte und damit der Zugewinn von Marktanteilen in Asien. Als Einzelmärkte hervorzuheben sind hier die Türkei und Südkorea. In China dagegen sind in 2002 weiterhin rückläufige Absatzzahlen für europäische Produkte festzustellen. Zurückzuführen ist dies auf eine wachsende Anzahl von Produktionsstätten oder Joint Ventures der EPLF-Mitglieder vor Ort, deren Output in der EPLF-Absatzstatistik nicht erfasst ist.
Der nordamerikanische Markt zeigte sich in 2002 stabil und pendelte sich auf dem hohen Vorjahresniveau ein, mit 58 Mio. m2 konnte eine leichte Steigerung um 3 Mio. m2 verzeichnet werden (2001: 55 Mio m2). Osteuropa entwickelte sich in 2002 außerordentlich positiv. Der Absatz der EPLF-Mitgliedsfirmen stieg von 28 Mio m2 in 2001 auf 46 Mio. m2 in 2002. Insbesondere in kleineren Märkten wie Ungarn, Rumänien und Tschechien wurden hier zum Teil hohe Zuwachsraten erzielt – Märkte , die ganz offensichtlich noch erhebliche Absatzpotenziale bieten. In den Großregionen Afrika, Australien und Südamerika, statistisch zusammengefasst als „Sonstige“, verdoppelte sich die abgesetzte Menge von
4 Mio. m2 in 2001 auf 8 Mio. m2 in 2002.
Parkettabsatz in Europa
Was die europäische Entwicklung am Parkettsektor anbelangt so konstatierte der Verband der Europäischen Parkettindustrie (FEP), dass trotz allgemein ungünstiger Marktbedingungen, sowohl der Verbrauch als auch die Produktion von Parkett im Jahre 2002 gegenüber dem Vorjahr zugelegt hat. Die Menge des produzierten Parketts ist um 0,7 Prozent auf 62,5 Mio. Quadratmeter gestiegen, womit der leichte Rückgang aus 2001 wieder ausgeglichen ist. Der Verbrauch bei den FEP-Mitgliedsländern nahm um 0,9 Prozent auf 80,4 Mio. Quadratmeter zu. Die Konsumzahlen entwickeln sich allerdings länderweise sehr unterschiedlich. Während Zentraleuropa negative Trends zeigt, haben sich Italien, Frankreich und insbesondere Spanien (Verbrauch + 10,4 Prozent, Produktion + 24,5 Prozent) positiv entwickelt. Schweden bleibt mit 22,3 Prozent wichtigstes Herstellerland. Mehrschichtparkett macht mit 73,46 Prozent nahezu drei Viertel der Produktion in Europa aus. Der Gesamtverbrauch 2002 aller EU- und EFTA-angehörigen Länder inklusive der Nicht-FEP-Mitglieder lag bei etwa 96 bis 98 Mio. Quadratmeter.
Die Trends bei Laminat und Parkett
Ob dunkel oder hell in der Farbgebung, Eiche, Nußbaum, Pinie, Ahorn oder Birke, natürliche Authentizität ist das Thema der Stunde bei den Laminatböden. Die neuen Dekor überzeugen vor allem durch ihre anspruchsvolle, naturgetreue Optik und passen sich damit dem immer deutlicher zu Tage tretenden Wunsch nach einem „natürlichen“ und „ursprünglichen“ Wohnstil an. Ausdrucksstarke, warme Töne, leicht ins Rötlich-Braune spielend, dominieren, die perfekte Reproduktion der Holzmaserung entspricht mehr denn je ihrem natürlichen Vorbild, die authentische Fugenoptik vermittelt ein rustikales Wohnambiente.
Aber auch helle Hölzer wie Ahorn, Birne und Kiefer in naturgetreuer Optik sind trendbestimmend, geben sie doch dem Raum einen schlichten, zurückhaltenden Rahmen, in dem sich ein moderner Einrichtungsstil inszenieren läßt. Die fußwarmen, antibakteriellen Oberflächen und die integrierte Trittschalldämmung sichern dem Laminatfußboden nicht nur in besonders strapazierten Aufenthaltsbereichen und funktionalen Räumen seinen Platz, sondern auch in allen Wohnbereichen. Durch einfache Klick-Systeme wird auch die Verlegung des Bodens vereinfacht und rationalisiert , ein Vorteil für Verlegfirma und Kunden. Was den Parkettboden anbelangt, so scheint es, dass die Nachfrage nach hellen und möglichst ruhigen Hölzern ihren Höhepunkt überschritten hat. Sie sind zwar immer noch gefragt, vermehrt geht der Trend aber zu dunkleren und auch strukturierteren Holzarten auch in modernen Wohnungen. Diese rustikaleren Sortierungen sind überhaupt nicht "heikel" – so sind z.b. unvermeidbare Gebrauchsspuren auf lebhafteren, eher dunkleren Holzsortierungen praktisch unsichtbar und dies auch noch nach vielen Jahren – und erfüllen die Wünsche nach natürlicheren, unverfälschten Materialien im Wohnbereich. Auch die in letzter Zeit eher etwas vernachlässigte Eiche legt wieder zu, vielleicht aus oben genannten Gründen, sicher aber auch aus der Tatsache, dass die Holzfarbe „Eiche“ ziemlich genau in der Mitte zwischen hell und dunkel liegt und sich somit sehr neutral zu anderen Farben und Materialien verhält. Bei den Oberflächenbehandlungen erfreuen sich – ebenfalls dem Trend zu mehr Natürlichkeit folgende – die geölten oder gewachsten Böden zunehmend an Beliebtheit. Neben den äußerst strapazierfähigen Lackoberflächen bieten fast alle Hersteller, dem Trend entsprechend, die ökologische Behandlungen mit Öl und Wachs an. Die Qualität der Oberflächenbehandlungen macht die Böden extrem pflegeleicht.

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