12.08.2004
Bilderrahmen als Kunstwerk

Die ehrwürdigen Hallen des Kunsthistorischen Museums in Wien stehen nicht nur im Zeichen großer monarchischer und künstlerischer Tradition, sondern vermitteln zumindest beim Betreten der Bilderrestaurierwerkstatt einen Touch von High-Tech gepaart mit künstlerischer Inspiration.
Das „Tischler-Journal“ sah unlängst den engagierten Restauratorinnen beim fingerbegabten Pinselstrich über die Schulter. Das Hauptinteresse galt allerdings der Rahmenwerkstatt, in der jährlich nicht nur zig historische Bilderrahmen fachmännisch restauriert werden, sondern penibel dem historischen Vorbild folgend auch neu gefertigt werden.
Vor 24 Jahren hat Rudolf Hlava als technischer Bildrestaurator begonnen, ist seit 18 Jahren in der Rahmenwerktsatt tätig und kümmert um allen damit zusammenhängenden, gefinkelten Spezialaufgaben. Insgesamt gehören nicht weniger als 10.000 inventarisierte Gemälde und noch mehr dazugehörige Bilderrahmen zu seinen potentiellen Patienten.
Seit April 2002 wird er bei seiner verantwortungsvollen und vor allem interessanten Arbeit von Markus Geyer unterstützt. Begibt man sich mit dem ambitionierten Tischlermeister im dritten Stock des ehrwürdigen Gebäudes ins Bilderrahmendepot weiß er sofort, welche Rahmen etwa mit Flammleiste flämischen oder reich mit güldenem Rankenwerk geschmückte französischen Geblüts sind. Auch zahlreiche Rahmen aus italienischen Schulen finden sich dabei und der junge Experte erkennt auf einen Blick, wie oft sie schon umgearbeitet wurden, als ob er schon Jahrzehnete im Geschäft wäre. Markus Geyer spricht über die Bilderrahmen so, als verbinde ihn mit jedem einzelnen von ihnen eine persönliche Geschichte.
Rudolf Hlava und Markus Geyer haben für das Tischler Journal die Formatänderung und Restaurierung eines Zierrahmens in einem inte -ressanten Fachbeitrag zusammengefasst:

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