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Was Frauen wollen

19.10.2011

Frauenmedizin ist nicht mit Gynäkologie zu verwechseln – vielmehr beschreibt diese Disziplin die umfassende medizinische Versorgung von Frauen, von der richtigen Diagnose bis zu maßgeschneiderten Therapiekonzepten“, erklärt Alexandra Kautzky-Willer.

Aus der Geschlechterperspektive heraus beschäftigt sich die Gender-Medizin nicht nur mit Krankheitsberatung und -entstehung, sondern als neuer Forschungsansatz sowohl mit dem Gesundheitsverhalten als auch mit der Krankheitsprävention.


Frauen sind anders
Zwei große Pfeiler stützen die Gender-Medizin, der biologisch-anatomische Unterschied und psychosoziale Faktoren wie Kultur, Umwelt oder die Lebenswelten von Frau und Mann, die sehr unterschiedlich sein können. Über die Gender-Medizin, die ursprünglich eigentlich von der Frauenbewegung ausgeht, entstand die Frauenforschung mit dem Schwerpunkt der Frauengesundheit. Die „Women’s Health“-Bewegung kommt aus den Vereinigten Staaten, wo der geschlechterspezifische Aspekt bereits seit längerem Berücksichtigung findet.

Aber auch generell ist ein Trend zur personalisierten Medizin festzustellen, es wird vermehrt auf individuelle Bedürfnisse eingegangen, Lebensweise, Kultur, Umfeld eines Patienten berücksichtigt. Daten zeigen, dass Frauen auf emotionaler Ebene der Beziehung zwischen Arzt und Patient mehr Bedeutung beimessen und mehr Wert auf gute Betreuung und zwischenmenschliche Tiefe legen. Ärztinnen entsprechen diesem Bedürfnis eher, sie nehmen sich mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten, setzen sich mehr mit Details auseinander und gehen auf das psychische Umfeld ein. Im „la pura“ nützt man nun die neuesten Erkenntnisse der universitären Forschung im Bereich der Gender-Medizin und verknüpft diese mit komplementärmedizinischen Verfahren. Man bietet Frauen einfühlsame und maßgeschneiderte Gesundheitsbetreuung in Form von ganzheitlichen medizinischen und therapeutischen Leistungen in einem ausgesuchten Wohlfühlambiente. Ansprechen möchte man nicht nur jene Frauen, die aktiv an der Erhaltung ihrer Gesundheit arbeiten, sondern sehr wohl auch jene, die bereits gesundheitliche Probleme haben.


Mit den Augen der Frau
Frauen wissen meist ganz genau, was sie für ihre Gesundheit und Lebensfreude brauchen. So auch, welche Rahmenbedingungen nötig sind, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden. Hier setzt das „la pura“ an und präsentiert sich als „Rückszugsort, an dem komplementäre Wohlfühlmedizin mit hochentwickelter universitärer Medizin zu einem ganzheitlichen Angebot rund um die Gesundheit der Frau verschmilzt“.

Auch der architektonische Rahmen versucht, dieses Feeling zu transportieren: „Ich will Räume schaffen, die den Bedürfnissen weiblicher Ansprüche entgegenkommen“, formuliert es Isabelle Farrokhnia, die für die Einrichtung des „la pura“ verantwortlich zeichnet. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Holzbauer und Partner schuf sie ein stimmiges Ambiente, in dem Traditionelles und Modernes zu einer Einheit verschmelzen. Liebevolle Details schaffen die insgesamt weibliche Atmosphäre: Wer konnte im Restaurant sonst an eine Ablage für die Handtasche denken, wenn nicht eine Frau? Im Inneren des Baus aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es Farrokhnia unter Verwendung zurückhaltender natürlicher Farben, hochwertiger Stoffe, viel hellen Holzes und einzelner historischer Möbel eine warme und unprätentiös-diskrete Wohlfühlatmosphäre zu kreieren, die authentische Handarbeitskunst der Region miteinbezieht. Neben dem medizinischen Programm sorgen Naturkosmetik, entspannende Behandlungen, sowie ergänzende Gesundheitsangebote wie Yoga oder die sogenannte „la pura“-Schlafschule für körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Ein wichtiger Baustein richtiger Behandlung ist das Diagnosegespräch, denn Frauen benötigen nachweislich neben einem einfühlsameren und aufmerksamen Gesprächsklima auch mehr Zeit, um die vorliegenden Symptome zu beschreiben. Und diese unterscheiden sich oft zur Gänze von jenen männlicher Patienten.


Kraft tanken
Das Behandlungskonzept basiert auf sechs Säulen und sieht die Gesundheit der Frau als komplexes Zusammenspiel diverser körperlicher und seelischer Faktoren. Ausgangspunkt, um Symptome zu erfassen, ist das diagnostische Gespräch, bei dem genauem Zuhören und Nachfragen besondere Bedeutung zukommt. Entgiftende Behandlungen sollen Schadstoffe von Umwelt und Lebensverhalten, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen können, aus dem Körper verbannen und Selbstregenerationskräfte mobilisieren. Regeneration übernimmt dann die medizinische Therapie, die auch neue Energien bringen soll. Hier setzt man vor allem auf Bewegung und Beweglichkeit. Da innere Schönheit oft auch mit der äußeren einhergeht, sollen kosmetische Behandlungen dem nötigen Selbstbewusstsein nachhelfen. So sorgt das kulinarische Angebot nicht nur für das leibliche Wohlbefinden, sondern beinhaltet heilende Aspekte. Schließlich hat man es sich zur Aufgabe gemacht, den im neuen Lebensstil geschulten Gästen auch die nötigen Werkzeuge mit auf den Weg zu geben, um für den stressgeplagten Alltag entsprechend gewappnet zu sein.

Autor:
Redaktion Schwimmbad + Therme
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