Direkt zum Inhalt

Entsendeplattform

13.02.2017

STEUERTIPPS Arbeiten ausländischer Unternehmen in Österreich

Viele österreichische Unternehmen klagen über die billige Konkurrenz ausländischer Unternehmen. Besonders in Ostösterreich arbeiten ungarische, slowakische oder tschechische Firmen günstiger und schnappen so den inländischen Betrieben die Aufträge weg.
Dabei ist das gesetzliche Regelwerk, das sich bemüht eine Gleichstellung herzustellen, enorm, allerdings auch enorm umständlich, und ob die Einhaltung wirklich kontrolliert werden kann, muss bezweifelt werden. Auch inländische Unternehmer sollten darüber Bescheid wissen, um gegebenenfalls gegen unfaire Konkurrenz vorgehen zu können. Wenn ein Arbeitgeber mit Sitz in einem anderen Staat als Österreich seine Arbeitnehmer zur Erbringung einer Arbeitsleistung nach Österreich entsendet, so ist diese Entsendung meldepflichtig.

Eine zeitliche Untergrenze ist dabei nicht vorgesehen, also auch kurzfristige Entsendungen müssen gemeldet werden. Ausnahmen gibt es nur etwa für die Teilnahme an Besprechungen, Seminaren oder Messen, bei denen keine Arbeitsleistungen erbracht werden. Entsendungen liegen also vor, wenn die Erbringung einer Leistung in Österreich durch Arbeitnehmer erfolgt, die nach Österreich einreisen, ihren gewöhnlichen Arbeitsort nicht in Österreich haben und deren Arbeitgeber auch keinen Sitz in Österreich hat.
Diese Entsendungen müssen spätestens eine Woche vor Beginn der Arbeiten der Zentralen Koordinationsstelle für die Kontrolle der illegalen Beschäftigung mittels Formular ZKO3 gemeldet werden. Darin müssen die Namen der Arbeiter, die Sozialversicherungsanmeldungen, Art der Tätigkeit, Höhe der Löhne und vieles mehr angeführt  werden. Der bürokratische Aufwand ist somit recht hoch.

Sinn der Sache ist, sicherzustellen, dass die ausländischen Arbeitskräfte für Arbeiten in Österreich auch jenen Lohn erhalten, der ihnen nach österreichischen Kollektivverträgen zusteht. Weiterführende Informationen gibt es auf www.entsendeplattform.at. 
Am Einsatzort in Österreich müssen Sozialversicherungsdokumente, Arbeitsverträge, Lohnunterlagen, die Meldung der Entsendung und Arbeitszeitaufzeichnungen in deutscher Sprache vorhanden sein. Bei Nichteinhaltungen sind recht hohe Strafen vorgesehen.

Ob durch diese Maßnahmen, die so aufwendig sind, dass es sich für kleine Aufträge wahrscheinlich nicht einmal auszahlt, der österreichischen Wirtschaft geholfen ist, ist fraglich. Die Behörde wird wahrscheinlich nur große, auffällige Vorhaben kontrollieren können, die auch länger dauern. Eine Dachreparatur, die drei Tage dauert, fällt da wohl nicht darunter. Doch gerade von einer Vielzahl solcher Aufträge leben österreichische Handwerksbetriebe.

Falls ihnen einmal wegen unlauteren Wettbewerbs der Kragen platzt, können Sie sich an die Finanzpolizei oder an das Kompetenzzentrum Lohn-  und Sozial­dumping der Wiener Gebietskrankenkasse wenden. Im Fall von Bauarbeiten auch an die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse. Hoffentlich hat man dort ein offenes Ohr für ihren Fall. 

Autor:
Manfred Wildgatsch

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Ihre Rat & Tat-Steuerberater, Kanzlei Jupiter, unter (01) 278 12 95, 
office@jupiter.co.at gerne zur 
Verfügung.
www.jupiter.co.at

Werbung

Weiterführende Themen

Seminarleiter  Peter Schober erläuterte die ÖNorm B 5320
Aktuelles
15.02.2017

Im „Basisseminar Fenstereinbau" widmet sich die Holzforschung Austria der praktischen Anwendung der ÖNorm B 5320 „Einbau von Fenstern und Türen in Wände“. Auch die Veranstaltung Ende Jänner in ...

Aktuelles
15.02.2017

Der traditionelle Ball der oberösterreichischen Tischler und Holzgestalter ist alljährlich ein gesellschaftlicher Höhepunkt. Am 27.1. wurde in den Linzer Redoutensälen wieder ausgiebig getanzt und ...

Service
13.02.2017

GLOSSE Meister Sturschädel und Meister Pfiffig zwischen Analyserausch und Feedbackwahn

Service
13.02.2017

KOLUMNE Information als Waffe: Keiner weiß Bescheid.

Werbung