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Sturschädel vs. Pfiffig

19.12.2016

GLOSSE Meister Sturschädel und Meister Pfiffig sind flexibel, aber kompliziert.

Meister Sturschädel sagt:
Nun hat man das leidige Thema Arbeitszeit wieder einmal, wenn auch in einer beinahe unüberschaubaren, komplizierten Überarbeitung flexibler, sicher jedoch nicht für jedermann praktikabel gemacht. Grundsätzlich ist ja dazu zu bemerken, dass heute in einem machbaren wirtschaftlichen, aber auch praktikablen Betätigungsfeld flexibel eben auch flexibel zu bedeuten hat. Gearbeitet muss bei mir werden, wenn Arbeit anfällt. Ob das da immer in die speziellen Regelungen im Kollektivvertrag passt oder nicht. Wie heißt es doch immer in der modernen Wirtschaft: Der Kunde ist König. Wir sind bemüht, diesem Wahlspruch gerecht zu werden – und das so flexibel wie nur möglich.

Meister Pfiffig sagt:
Bei genauerer Betrachtung der heutigen wirtschaftlichen Abläufe ist klar zu erkennen, dass die Abwicklungszeiten der Aufträge immer kürzer und kürzer werden, die Entscheidungsphasen der Kunden allerdings dehnen sich oftmals leider sehr in die Länge. Dass wir darauf zu reagieren haben, steht außer Frage. Dieser Umstand erfordert von uns ein flexibles Agieren. Dieses wiederum eine auftragsbezogene Be- und Verarbeitungszeit, welche leider heute nicht immer mit der gesetzlichen Überstundenregelung in Einklang gebracht werden kann.

Die diversen Modelle im Zusammenhang mit der flexiblen Arbeitszeit sind ja gut gemeint und wie so oft eben ein sozialpartnerschaftlicher Kompromiss, vielleicht auch für einige Mitbewerber passend. Wer seine Mitarbeiter auch als solche behandelt, kann im Einvernehmen und auch innheralb der gesetzlichen Bandbreite einiges partnerschaftlich abwickeln. Viele Mitarbeiter sind doch immer wieder bereit, die Beschäftigungszeit der Arbeitsanfallszeit angemessen zu absolvieren. Und natürlich bedarf das auch einer besonderen, aber eben auch angemessenen finanziellen Abgeltung.

Ein weiterer Punkt ist die wie immer so wichtige betriebliche Planung. Dazu gehört natürlich auch ein zeitlicher Ablaufplan, der den Mitarbeitern eine vorausschauende Disposition  ermöglicht. Aber auch der finanzielle Anreiz darf nicht übersehen werden, denn wie heißt es so schön im Kollektivvertrag: Die angeführten Löhne sind „Mindestlöhne“, eine Obergrenze wird ja immer noch nicht vorgeschrieben. Vielleicht darf auch die verbale Anerkennung nicht zu kurz kommen, denn wie liest man überall: Nur gut motivierte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter – und Motivationsmöglichkeiten lassen sich doch mit etwas gutem Willen sehr, sehr viele finden, gerade in der jetzigen vorweihnachtlichen Zeit. Wo ein Wille, da ein Weg. Das Miteinander wird auch in dieser Frage des Rätsels wahre Lösung sein. Und so erlaube ich mir den Zusatz: Alle Details lassen sich auch in dieser Frage nicht mit Gesetzen lösen. 

Autor:
Michael Fischler
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