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12. Concrete Student Trophy

14.12.2017

Am 21. November wurde die 12. Concrete Student Trophy an die interdisziplinären Projekte junger Nachwuchstalente aus den Studiengängen Architektur und Bau vergeben. 

Aufgabe des diesjährigen Wettbewerbs, war die Erstellung eines Entwurfs für ein multifunktionales Eyecatcher-Gebäude auf dem Gelände der HBLA und des Bundesamtes für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Interdisziplinäre Studententeams österreichischer Architektur- und Baufakultäten hatten sich um die mit 13.500 Euro dotierte Concrete Student Trophy beworben.

Interdisziplinär planen
Das Zusammenwirken von Architektur und Bauingenieurwesen hob Christoph Achammer, Abteilungsleiter für Industriebau und interdisziplinäre Bauplanung an der TU Wien, hervor: „In unserem Beruf hat sich der Entwurf und die Vollendung eines Baus bis Mitte des 19. Jahrhunderts unter der Ägide einer Person befunden, erst die Industrialisierung brachte die Zersplitterung in mehrere Disziplinen. Jetzt kommen Architekten und Bauingenieure wieder zusammen, um von Anfang an gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.“ Initiiert wurde die Concrete Student Trophy vor zwölf Jahren eben zur Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit. Achammer, Unterstützer der ersten Stunde, meint dazu: „Für die junge Generation wird interdisziplinäre Zusammenarbeit immer mehr zur Selbstverständlichkeit – die Concrete Student Trophy beweist das eindrucksvoll.“
Die Ausschreibung sah auch ein innovatives Energiekonzept vor, das die Versorgung des Gebäudes ausschließlich mit umweltfreundlicher Energie (Wind, Sonne, Erdwärme) ermöglichen sollte. Außerdem war die Verwendung von thermischer Bauteilaktivierung eine Grundvoraussetzung für alle Projekte. Sieben von insgesamt 14 eingereichten Entwürfen wurden schließlich bei der Preisverleihung vorgestellt.

Die Entwurfsaufgabe
Die Schaffung eines großzügigen, interaktiven Lernbereichs für den Veranstaltungs- und Vortragsbau der Weinbauschule, der für Schulungen und Feste gleichsam genutzt werden sollte. „Wir haben einen Bauplatz und Bedarf an einem Gebäude, das die vielen Aktivitäten unserer Schule unter einem Dach vereinen kann. Deswegen griffen wir begeistert die Idee auf, „die Jugend zu fragen, und alle eingereichten Projekte erfüllen den Spirit der Anforderungen sowie des Wein- und Obstbaus“, sagt Reinhard Eder, Direktor der HBLAuBA Klosterneuburg. Juryvorsitzender Bernd Wiltschek der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. würdigte die Leidenschaft aller teilnehmenden Teams, die seiner Meinung nach durchaus mit etablierten Architekten und Bauingenieuren mithalten könnten.

Die Gewinner
Die Wahl eines Siegerprojektes unter den Topplatzierten fiel der Jury zwar angesichts der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten, nicht leicht, das Projekt „Weinblick“ entsprach aber letztlich am ehesten den Bedürfnissen der Schule“, begründet Direktor Eder den Juryentscheid, den ersten, mit 4.000 Euro dotierten Preis an die Studenten der TU Wien Alexander Macho und Alexander Grass (Architektur) mit Maximilian Macho (Bauingenieurwesen) zu übergeben, deren Konzept städtebaulich eine überzeugende Lösung zum Bestandsgebäude vorstellte. Etwa die Situierung des Veranstaltungssaals im Erdgeschoß inklusive dessen optimierter Erreichbarkeit und Nutzung bewertete die Jury sehr positiv. Offene Raumstrukturen im zweiten Obergeschoß und die Anordnung einer Buschenschank im Dachgeschoß runden das Gesamtbild ab. „Für uns war es sehr lehrreich, das System Thermische Bauteilaktivierung kennenzulernen und es so umzusetzen, damit erneuerbare Energie richtig genutzt wird“, erklärt Maximilian Macho.
Auch der zweite Platz (Preisgeld 3.000 Euro) ging an die TU Wien und zwar an Hélène Otto (Architektur), Dominik Bauer (Architektur) und Maximilian Knoll (Bauingenieurwesen) für ihr Projekt „D.A.C.“, dessen massiver Grundsockel in architektonischer und städtebaulicher Diskussion mit dem oberen Bauteil stehe, befand die Jury. „Das Projekt integriere sich, besonders von der Südseite, optimal in die Umgebung“, wie Juryvorsitzender Wiltschek betonte. TU Wien-Betreuer Wolfgang Kölbl, attestierte dem Team eine hohe Professionalität sowie ein profundes Verständnis moderner Architektur, mit simplen Mitteln ein komplexes Raumprogramm zu schaffen.
Den mit 2.000 Euro dotierten dritten Platz belegten Tamara Riedel und Lukas Maier (Architektur) mit David Glasner (Bauingenieurwesen) der TU Graz mit ihrem Projekt „[Un]folded Space“. „Unser Team war besonders bemüht, ein Wahrzeichen für den Wein zu schaffen, das erklärt die abstrakte Konstruktion des Gebäudes“, sagte Tamara Riedel in ihrer Dankesrede. David Glasner betonte die von Beginn an gute Zusammenarbeit im Team: „Mein Job als Planer war es auf gut steirisch, die ‚Hittn‘ zum Stehen zu bringen.“ Der Jury gefiel besonders die Inszenierung des Vorplatzes und die Situierung des singulären Baukörpers in Bezug zum bestehenden Schulbau. Der Entwurf habe sogar das Potenzial eine „Landmark“ Klosterneuburgs zu werden, so die Beurteilung der Jury.
Aufgrund eines besonders gelungenen Entwurfs entschied sich die Jury, noch einen weiteren vierten Preis zu vergeben: Das Projekt „Weinsphäre Klosterneuburg“ der Studenten der TU Wien David Pichler (Architektur), Patrick Gerber (Architektur) und Nino Petuelli (Bauingenieurwesen) stelle gemäß der Juroren die Formensprache und Fassadengestaltung gewollt in einen städtebaulichen Kontrast und bilde damit einen bewussten Kontrapunkt zum Bestandsgebäude. Sie durften sich über ein Preisgeld von 1.500 Euro freuen. „Unser Zugang war, verschiedene Ebenen oder Sphären zu schaffen, um Funktionen, die sich gegenseitig nutzen, zusammenzulegen, und so ein vereinfachtes Raumprogramm zu ermöglichen“, sagte David Pichler bei der Projektvorstellung seines Teams.

Anerkennungen
Drei Anerkennungspreise wurden außerdem für die Entwürfe „TUFÉ Klosterneuburg“ der TU Wien-Studenten Ladislav Farkas und Markus Kapl, für das Projekt „WeinWege“ von Lisa-Marie Pölzl, Julia Sabutsch und Claudia Hösele sowie für „genussRAUM“ von Maximilian Ebner, Thomas Grassl und Michael Autischer, beide Teams von der TU Graz, vergeben. Das Damenteam des Projekts „WeinWege“ überraschte die Betreuer mit Entwurf, an dem kaum Änderungen nötig waren, hob der Betreuer des Projektes des Instituts für Betonbau der TU Graz hervor. Alle drei Teams erhielten je 1.000 Euro Preisgeld. Auch die sieben Teams, deren Projekte in der ersten Jurysitzung ausgeschieden wurden, erhielten als kleine Anerkennung in Form eines Kostenbeitrags von je 150 Euro, um den Aufwand für eingesetzte Materialien zu ersetzen.

Abschließend bedankte sich Frank Huber, Geschäftsführer der Zement+Beton Handels- und Werbeges.m.b.H., im Namen der Veranstalter bei Jury und Sponsoren für die Unterstützung und verkündete das Thema der Concrete Student Trophy 2018: Der Entwurf einer fiktiven Markthalle auf dem Jakominiplatz in Graz, einem innerstädtischen Hotspot der steirischen Landeshauptstadt.

Mehr Informationen unter www.zement.at

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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