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© Albertina, Wien© Dauerleihgabe der Österreichischen Bundestheater Holding GmbH Architektur© Albertina, Wien© Albertina, Wien

Architektur auf Papier

06.02.2018

Noch bis 25. Februar bietet die Albertina mit der Ausstellung „Meisterwerke der Architekturzeichnung aus der Albertina“ Einblicke in das faszinierende Genre der zeichnerischen Dokumentation städtischer, architektonischer und ländlicher Werke sowie Entwürfe.

Von barocken Stadtansichten über prachtvolle Bauten hin zu architektonischen Ensembles wie der Wiener Ringstraße bekommen Besucher in der auf zwei Teile angelegten Schau Meisterwerke architektonischer Zeichnungen zu sehen. Im ersten Teil zeigen sechzig Highlights das Wesen und die Besonderheit der Architekturzeichnung sowie den kompositorischen wie naturalistischen Blick auf Bauwerke, Ensembles und Städte. Ausgewählt wurden die Exponate aus der 40.000 Werke umfassenden Architektursammlung der Albertina, der größten Spezialsammlung der Grafischen Sammlung des Hauses. Präsentiert werden bedeutende Skizzen, Studien und Entwürfe von Gian Lorenzo Bernini, Francesco Borromini, Otto Wagner, Adolf Loos, Zaha Hadid und vielen anderen. Ergänzt wird die Auswahl durch Zeichnungen mit architektonischem Inhalt wie Panoramen, Veduten und Architekturcapriccios von Pisanello, Canaletto oder Francois Boucher womit ein Bogen von der Spätgotik und Renaissance, über den Barock und Klassizismus, Historismus und Jugendstil bis hin zur Architektur der Gegenwart gespannt wird.

Die Architektursammlung der Albertina gilt als bedeutendste Österreichs. Hans Tietze integrierte 1920 in die als Museum der Zeichenkunst etablierte Albertina das Österreichische Architekturmuseum und baute eine mit bemerkenswerten Exponaten bestückte Spezialsammlung auf. Rund 40.000 Zeichnungen vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart umfasst die Sammlung heute, wobei den Kernbestand Werke staatlichen wie höfischen Bauwesens von 1700 bis 1918 bilden. Neben wichtigen Materialien zu den Monumentalbauten entlang der Wiener Ringstraße nach der Einführung des öffentlichen Wettbewerbswesens im Jahr 1848, bildet der Atlas Stosch -  umfangreiche Sammlung von Philipp Baron von Stosch (1691-1757) einen Schwerpunkt, zu dem auch der Nachlass des berühmten römischen Barockarchitekten Francesco Borromini mit annähernd 1.000 Blättern zählt. Mit Nachlässem von Adolf Loos, Josef Frank, Clemens Holzmeister und Lois Welzenbacher sind auch die bedeutendsten österreichischen Architekten in der Sammlung vertreten.

Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die Geschichte der Sammlung sondern macht auch auf ihre fantastische Vielfalt aufmerksam. Es werden Zusammenhänge zwischen architektonischen Handzeichnungen und der Architekturtheorie illustriert und kultur- und sozialpolitische Entwicklungen nachvollziehbar gemacht. Liegt der thematische Schwerpunkt des ersten Teils der Ausstellung vor allem auf den unterschiedlichen Darstellungsarten bei Architekturzeichnungen und Themenblöcken wie Zierbrunnen, Brücken, Gartenarchitektur oder Farbe in der Architektur, so befasst sich der zweite Teil mit den Schwerpunkten Utopie, Denkmal, Panorama oder Theater. Dieser wird vom 27. Juni bis 30. September 2018 in der Albertina zu sehen sein.

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