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v.l.n.r. erste Reihe: Präsident der Bundeskammer der ZT Rudolf Kolbe, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft Wolfgang Gleissner, Vizepräsident der Bundeskammer der ZT Daniel Fügenschuh. Zweite Reihe: Bernd Wiltschek (BIG), Schulleiter Gert Ebner, Gottfried Flicker (BIG)

Architekturwettbewerb: Best Pratice Beispiel

17.12.2019

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein besuchte den Bildungscampus Seestadt und war voll des Lobes, nicht nur für die Innovationskraft des Bundeschulbaus Aspern selbst, sondern auch für das diesem zugrundeliegende Verfahren, das als Best-Practice Beispiel eines Architekturwettbewerbs besondere Aufmerksamkeit verdient.

Gemeinsam mit Vertretern der Bundeskammer der Ziviltechniker und der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hatte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein am 10. Dezember die Bundesschule Aspern besucht. Bei einer Führung durch das Gebäude erläuterte Architektin Hemma Fasch (fasch&fuchs.architekten) ihre planerischen Überlegungen zu dem preisgekrönten Bildungsbau, der neueste pädagogische Modelle widerspiegelt.

Vorbildwirkung für die Baukultur
Besonders beeindruckt zeigte sich die Bundeskanzlerin von der innovativen Raumgestaltung des Schulbaus: „Als Bauten der öffentlichen Hand haben Schulen eine Vorbildwirkung für die Baukultur. Hier wurde kein reiner ‚Nutzbau‘, sondern durch einen gelungenen Architekturwettbewerb eine inspirierende Lern- und Lebenswelt geschaffen“.

An ein Bambuswäldchen im Herzen des Gebäudes schließen im Erdgeschoß Mensa, Bibliothek und Sporthalle an. Parallel zum Hof gelegen, befindet sich eine Aula mit Freitreppen und offenen Lerninseln. Eine Ebene darüber ist die Oberstufe im Departmentsystem angeordnet. Gemäß dieses Systems, ist es nicht wie üblich das Lehrpersonal, das in die einzelnen Klassenräume geht, sondern die Schüler gehen zum Unterricht in die einzelnen Departments. Statt Stammklassen gibt es sogenannte Homebases, in denen die Jugendlichen die Zeit zwischen und außerhalb der Unterrichtstunden frei gestalten können. Diese Homebases haben ebenso wie die darunter liegenden Unterrichtsräume und Lernzonen der Cluster einen direkten Zugang auf großzügige Terrassen.

Erfolgreicher Architekturwettbewerb
„Im Zusammenwirken aller Beteiligten wurde hier ein Gebäude geschaffen, das Aufenthaltsqualitäten und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für den Unterricht vereint – von den Department-Lösungen bis zu den Clustern. Auch die Anforderungen an nachhaltige Gebäude wurden gekonnt in das Gesamtkonzept integriert. Mehrere Auszeichnungen und Preise für Architektur und Nachhaltigkeit geben uns Recht – so sieht eine zukunftssichere Schule aus“, betonte Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG, Bauträgerin der Bundesschule. Daniel Fügenschuh, Vizepräsident der Bundeskammer der Ziviltechniker und Vorsitzender der Bundessektion Architekten, fügte hinzu, dass die Bundesschule außerdem ein vorbildliches Beispiel für einen gelungenen Architekturwettbewerb darstellt: „Projekte wie dieses zeigen, dass sich bei einem regelhaft durchgeführten Architekturwettbewerb qualitativ herausragende Entwurfslösungen bei Einhaltung des Budgetrahmens durchsetzen können. Darum fordern wir schon seit Jahren eine feste Verankerung von Architekturwettbewerben im Vergabegesetz ein.“

Der zweite Teil des Bildungsquartiers am Hannah-Arendt-Park im Südwesten der Seestadt ist seit Sommer 2017 fertiggestellt. Rund 13.800 Quadratmeter stehen den 1.100 Schülern zur Verfügung. Bauträgerin ist die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die 2013 einen offenen Architekturwettbewerb ausgelobt hat. Diesen konnte das Büro fasch&fuchs.architekten für sich entscheiden. Das Gebäude wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, und erhielt u.a. den Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2019.

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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