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Günter R. WettGünter R. WettLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerLukas SchallerForschungsinstitut Archiv für BaukunstLukas SchallerArchiv für BaukunstForschungsinstitut Archiv für BaukunstForschungsinstitut Archiv für BaukunstLois Welzenbacher, Haus Heyrovsky, Zell am See, 1932Forschungsinstitut Archiv für Baukunst

Ausstellung: Ein Architekt der anderen Moderne

28.11.2019

Der 130. Geburtstag von Lois Welzenbacher (1889–1955) und das 350-Jahr-Jubiläum der Universität waren Anlass für die erste gemeinsame Ausstellung von aut und Archiv für Baukunst im vom Architekten entworfen Sudhaus, wo beide Institutionen ­ihren Platz haben.

von Gretl Köfler

Schon zuvor hatte der Vorarlberger Künstler Wolfgang Flatz das 1926 vor der Universität von Welzenbacher errichtete Denkmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Innsbrucker Studenten mit den martialischen Inschriften Ehre – Freiheit – Vaterland durch den Zusatz „welche“ verändert. Dem Architekten auf andere Weise näherte sich Rainer Köberl, der zu jener Generation zählt, die schon seit ihren Studienjahren mit den Arbeiten Welzenbachers vertraut ist. In einem über mehrere Jahre mit dem Fotografen und Filmemacher Lukas Schaller betriebenen Filmprojekt fängt er in Kurzfilmen von insgesamt zirka eindreiviertel Stunden 17 noch existierende Bauten ein.

Beziehungen sichtbar machen
Abseits üblicher Architekturfilme und der im Fall Welzenbachers ikonischen Originalfotografien vermessen lange, ruhige Kameraeinstellungen das landschaftliche oder urbane Umfeld der Bauten. Sie machen so die Beziehungen zwischen Topo­grafie und Objekt aus verschiedenen Standpunkten sichtbar, vermitteln dazu der Architektur inhärente Raumerfahrungen und widmen sich mit Hingabe architektonischen Details. Vogelgezwitscher, das Klappern von Geschirr, Alltagsgeräusche begleiten die Bildausschnitte, mit denen eine Neubewertung dieses heterogenen Werks zwischen Tradition und Moderne angedacht wird. Ein Modell der Stadt Innsbruck zeigt die nicht realisierten städtebaulichen Konzepte aus den Nachkriegsjahren und die inzwischen zerstörten Bauten, wie das Haus Treichl, von dem Josef Lackner behauptete, es hätte ihm den Weg zur Architektur erschlossen. Das Archiv für Baukunst hat aus seinem umfangreichen Fundus elf Architekturmodelle von elf Häusern ausgewählt, begleitet von Texten Friedrich Achleitners. Sie zeigen die Wandlungsfähigkeit des Architekten und seine gegensätzlichen Entwürfe vom Haus Settari am Ritten 1922/1925 bis zu den Werken aus der NS-Zeit, darunter die  Flugzeugwerke Siebel in Halle an der Saale, das Haus Reheis samt Kino in Mittenwald und das Haus Schmucker in Ruhpolding, das von der jetzigen Besitzerin in den Originalzustand zurückversetzt werden soll. Wandlungsfähig war der Architekt auch in anderer Hinsicht. 1932 war er als einziger Österreicher auf der von Philipp C. Johnson kuratierten Ausstellung „The International Style“ in New York eingeladen, 1933 wurde er Mitglied der Reichskulturkammer.

Christoph Hölz, Leiter des Archivs für Baukunst, hat aus gegebenem Anlass einen Sammelband zur Geschichte des Adambräu und dessen Nachnutzung herausgebracht. Auf der Website gibt es ein umfangreiches Dossier Auskunft über den Architekten:
www.loiswelzenbacher.at

Bis 11. Jänner 2020
aut. architektur und tirol
Lois Welzenbacher Platz 1
6020 Innsbruck

Mehr Informationen: www.aut.cc

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