Direkt zum Inhalt
Ingo Maurer GmbHIngo Maurer GmbHhicklvestingIngo Maurer GmbHIngo Maurer GmbHIngo Maurer GmbHIngo Maurer GmbH

Ausstellung: Ingo Maurer

30.10.2019

Unter dem Titel „Ingo Maurer intim. Design or what?“ widmet die Neue Sammlung, Pinakothek der Moderne in München einem der prägendsten Lichtgestalter unserer Zeit eine großangelegte zeitgenössische Ausstellung.

Ingo Maurer verstarb am 21. Oktober 2019 in München und arbeitete bis zuletzt an der Konzeption dieser Einzelausstellung. Mit rund 80 Objekten bietet sie einen Querschnitt durch alle Schaffensphasen Ingo Maurers von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Einige Objekte wurden für die Ausstellung extra angefertigt, darunter eine Sonderausführung des Golden Ribbon oder die Wandleuchten Eclipse Ellipse. Zur Eröffnung am 14. November sprechen Dr. Angelika Nollert, Direktorin „Die Neue Sammlung – The Design Museum“ und Dr. Xenia Riemann-Tyroller, Kuratorin „Die Neue Sammlung – The Design Museum“.

Objekte zwischen Design, Kunst und Architektur
Die Ausstellung umfasst mehrere Themenschwerpunkte, die Ingo Maurer (1932-2019) im Laufe seines Schaffens immer wieder beschäftigten: „Spiel mit Licht und Schatten“, „Motten umtanzen das Licht“, „Trompe-l'œil“ sowie „Charaktere und Typen“ führen als übergeordnete Begriffe durch die Ausstellung. Dazu kommt die Gliederung in die für seine Arbeit prägenden Techniken und Materialien Glühbirne, LED, Gold und Papier. Die Ausstellung zeigt frühe Klassiker wie Bulb, Giant Bulb (beide 1966), Thomas Alva Edison (1979), seine YaYaHo Niedervolt Halogen-Seilspannsysteme (seit 1984) und seine größten ikonischen Werke von Lucellino bis Zettel’z. Sie stehen für die immense Bandbreite im Werk von Ingo Maurer. Zu einer Reihe von Objekten sind zudem Bilder, Prototypen, Skizzen und Zeichnungen ausgestellt, welche die Entwurfspraktiken und Entwicklungshistorien hinter den Objekten erfahrbar werden lassen. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören zum einen das speziell für den hohen Ausstellungsraum angefertigte Golden Ribbon, das über den Besuchern schwebt, zum anderen zwei Sonderausführungen der Eclipse Ellipse. Sie strukturieren eine sehr große Wandfläche des zehn Meter hohen Raums. Die Leuchten bewegen sich vor und zurück, es entsteht ein faszinierendes Schattenspiel. Der Untertitel der Ausstellung Design or what? möchte dabei in dem für Ingo Maurer typischen humorvollen Unterton die Frage nach der oft bemühten Unterscheidung zwischen Design, Kunst und Architektur selbstironisch beiseiteschieben. Die für die Paternoster-Halle spezifischen Paternoster-Lifte widmen sich Ingo Maurers Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum in Form von Modellen, Fotografien und Renderings einerseits, und der Integration der neuen Technologie OLED in Leuchtenentwürfen andererseits.

Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum
Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden Ingo Maurers Installationen und große Interventionen im öffentlichen Raum. Biotop (seit 2011) besteht aus natürlichen Schwämmen, die in intensivem Grün erstrahlen. Ein Modell des Wintergartens des Münchner Residenztheaters zeigt das jüngste lichtgestalterische Konzept Ingo Maurers. Die Lichtinstallation Silver Cloud sowie eine neue Leuchtschrift wurden am 19. Oktober 2019 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das nicht realisierte Projekt Broken Egg (2013) sah einen architektonischen Pavillon im Inhotim Museumspark nahe der brasilianischen Stadt Belo Horizonte vor. Diese und weitere Installationen werden dem Besucher mittels Modellen, Fotografien und Renderings nahegebracht.

Technische Revolutionen im Lichtdesign
Ingo Maurer gilt als einer der wichtigsten Vorreiter in der Anwendung neuester technologischer Entwicklungen im Lichtdesign: So gelten seine gestalterischen Experimente mit Glühbirnen seit den 1960er Jahren heute als legendär. In den 1980er Jahren hat Maurer die seither unzählige Male kopierten, aber in ihrem Esprit niemals erreichten Niedervolt-Seilspannsysteme erfunden und war mit seinem Entwurf Flying Future (2006) der erste Designer, der OLED in seinen Entwürfen verwendete. Dabei war Technologie für Maurer niemals Selbstzweck, sondern wurde von ihm als Werkzeug bei der Realisierung neuer Entwürfe angesehen. Ingo Maurer: „Zuerst entsteht in meinem Kopf die Idee von einem Objekt – wie ein Traumgebilde; erst im nächsten Schritt suche ich gemeinsam mit meinem Team nach Wegen für die Realisierung. Manchmal dauert es Jahrzehnte, bis die technischen Entwicklungen unsere Vorstellung möglich machen.“ Im Unterschied zu typischen Industriedesignern kann die Ingo Maurer GmbH seine Visionen realisieren, dank einer eigenen Produktion ist selbst die Herstellung kleiner Serien möglich.

Erste Einzelausstellung in München seit 1992
Ingo Maurers Werk wurde in Ausstellungen weltweit gewürdigt, so im Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam oder dem Victoria & Albert Museum in London sowie im Cooper-Hewitt, National Design Museum in New York. Zudem ist sein Werk in den wichtigsten Sammlungen vertreten, darunter im Museum of Modern Art in New York und in der Neuen Sammlung – The Design Museum. „Ingo Maurer intim. Design or what?“ ist die erste museale Einzelausstellung in Maurers Wirkstätte München seit der Werkschau in der Villa Stuck 1992. Dr. Angelika Nollert freut sich, dass „Die Neue Sammlung mit Ingo Maurer einen Pionier des Lichtdesigns in den Fokus stellt. Ingo Maurer gehörte zu den vielseitigsten Lichtgestaltern unserer Zeit. Papier, Porzellan oder Plastikmäuse – er brachte sie zum Leuchten. Von der Glühbirne zu Halogen bis OLED: Ihn interessierten die Entwicklungen und Anwendungen technischer Neuerungen, setzte sich aber auch kritisch, mitunter politisch mit diesen Veränderungen auseinander. Denn die Qualität des Lichts war für ihn besonders wichtig“. Das Ausstellungsdesign von „Ingo Maurer intim. Design or what?“ wurde konzipiert von Dr. Angelika Nollert, Direktorin „Die Neue Sammlung – The Design Museum“ und Dr. Xenia Riemann, Kuratorin „Die Neue Sammlung – The Design Museum“ in enger Kooperation mit Ingo Maurer und seinem Team.

von 15.11.2019 bis 18.10.2020
Pinakothek der Moderne
Barer Str. 40
DE-80333 München

Zum Nachruf von Ingo Maurer: Nachruf

Mehr Informationen: www.pinakothek.de

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
Werbung

Weiterführende Themen

In aneinandergereihten Aufnahmen präsentieren sich die Häuser der Eschensiedlung nüchtern frontal, ihrem Kontext entzogen.
Aktuelles
14.08.2019

Die Werke des Architekten Eilfried Huth stellt die Künstlerin Julia Gaisbacher in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Vermessung dessen Oeuvres. Ihr gemeinsam mit Ulrich A. Reiterer entstandenes ...

Fritz Simak: Oberleiser Berg (1993)
Aktuelles
09.08.2019

Noch bis zum 1. September widmet sich das Kunsthaus Mürz mit der Ausstellung „Land(e)scapes“ Landschaftsdarstellungen in der zeitgenössischen Kunst.

Aktuelles
12.07.2019

Die Ausstellung zeigt Lösungen aus den Städten Kopenhagen, Groningen, Barcelona, New York, dem Ruhrgebiet und Oslo. Zudem wird auf die Situation des Radverkehrs in Graz und der Steiermark Bezug ...

Aktuelles
21.06.2019

In der aktuellen Ausstellung gewährt das "aut. architektur und tirol" in innsbruck Einblick in die Arbeiten des niederländischen Architekturbüros MVRDV.

Simone Veil´s Group of Schools, Colombes, Frankreich von Dominique Coulon & Associés, Paris (2015)
Aktuelles
11.06.2019

Die zentrale Aufmerksamkeit in der bundesdeutschen Investitionspolitik gilt dem Bereich des Schulbaus. Schülerzahlen steigen kontinuierlich. Aus diesem Anlass zeigt das Aedes Architekturforum bis ...

Werbung