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MAKMAK

Ausstellung: Kolo Moser in neuem Licht

17.12.2018

Ein Kolo Moser, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Kreativ und vielseitig als Maler, Designer und Dekorateur tätig, war er zweifellos ein großer Erneuerer. Die umfassende Ausstellung im Wiener Mak folgt einem chronologischem Verlauf, der seine künstlerische Persönlichkeit in einer an Talenten reichen Epoche und im ebensolchen kulturellen Umfeld illustriert.

von Franco Veremondi

Zu viele Todefälle kennzeichnen die ­Wiener Kunstkreise des Jahres 1918. Es versterben viele der ganz großen „österreichischen“ Talente, jene Protagonisten, die für Jahre und Jahrzehnte an der Schwelle zweier Jahrhunderte eine grundlegende Erneuerung der künstlerischen Regeln ausgearbeitet hatten und international sehr erfolgreich geworden waren. Am 6. Februar 1918 war Gustav Klimt gestorben, am 11. April Otto Wagner, am 31. Oktober verstarb Egon Schiele und zwei Wochen vor diesem auch Koloman (Kolo) Moser, der 1868 in Wien geboren worden war.
Und genau Kolo Moser, dem Künstler – Designer – Dekorateur, widmet das Wiener Museum für Angewandte Kunst anlässlich dessen hundertsten Todesjahres eine umfassende Personale, die bis zum 22. April 2019 zu sehen ist. Im Rahmen dieser kommemorativen Aufgabe kann das  Mak auch sich selbst feiern, ist doch der Großteil der 600 ausgestellten Exponate im Besitz seiner Sammlung und eine Vielzahl der in der Schau „Koloman Moser, Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann“ gezeigten Objekte überhaupt zum ersten Mal zugänglich. 
Die große Retrospektive – kuratiert von ­Christian Witt-Dörring und Elisabeth Schmutter­meier – ist mit Sicherheit eine der umfassendsten, die je diesem Ausnahmekünstler gewidmet wurde. In chronologischer Reihenfolge gegliedert sucht sie den künstlerischen Werdegang zu unterstreichen, der sich durch eine beeindruckende kreative Wandelbarkeit, im Zeichen jenes Anspruchs des „Gesamtkunstwerks“ im Sinne der Gründungsmatrix der Wiener Secession, auszeichnet. Kolo Moser hat sich tatsächlich nic ht nur der Malerei und Grafik, sondern auch der angewandten Kunst, der Handwerkskunst, der Innenraumgestaltung sowie der Mode und Bühnenkunst gewidmet.
Die fünf Abschnitte der Schau mit ihren emblematischen Titeln untersuchen vor allem das Umfeld seiner Ausbildung, den Einfluss Otto Wagners auf sein Werk, ebenso wie die ersten Jahre Mosers Werdegangs als unabhängiger Künstler und Illustrator während des Studiums an der Kunstgewerbeschule, seine reife Phase im Kreise der Wiener Secession und der Gründung der Wiener Werkstätte 1903, um mit dem Spätwerk zu schließen, in dem Kolo Moser zur Malerei zurückkehrte. Einen Höhepunkt bildet zweifellos auch jener Bereich, der sich der Zusammenarbeit mit Josef Hoffmann widmet, mit zahlreichen Innenraumentwürfen, Möbeln, Objekten und Schmuckstücken. 
19. Dezember bis 22. April 2019
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