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Susanna FritscherSusanna FritscherSusanna FritscherSusanna FritscherSusanna Fritscher

Ausstellung: Susanna Fritschers imaginäre Landschaften

14.07.2020

Unter dem Titel „Flirren“ präsentiert das Centre Pompidou-Metz aktuell die akustisch und visuell einprägsamen, imaginären Landschaften der in Frankreich lebenden österreichischen Künstlerin Susanna Fritscher.

Inmitten der weißen Architektur des Centre Pompidou-Metz verschwimmen die vibrierenden Raumgrenzender zwischen Boden und Luft der scheinbar schwebenden Ausstellungsräumlichkeiten und laden dazu ein, sich in einer imaginären Landschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verlieren.

Die entgrenzte Architektur
Die in Frankreich lebende österreichische Künstlerin, die erst kürzlich mit der Installation  "Schwebende Welten" die Räume der Biennale von Lyon, des Kunstmuseums von Nantes und des Louvre Abu Dhabi in die Immaterialität kippen ließ, erfindet unser ungewisses Verhältnis zur Realität, zu dem, was uns umgibt, zu der Umgebung, die sie hervorbringt, neu und lässt die Atmosphäre mit der Architektur verschmelzen, die flüssig, luftig, vibrierend wird. „Die von mir verwendeten Materialien – Kunststoffe, Folien, Schleier oder Garne – sind so volatil, dass sie mit dem Luftvolumen, das sie einnehmen, eins zu sein scheinen. In dem Spiel, das sie im und mit  dem Raum aufbauen, kippt die Materialität und kehrt sich um: Die Luft hat nun eine Textur, einen Glanz, eine Qualität; wir nehmen ihren Fluss, ihre Bewegung wahr. Sie erwirbt eine fühlbare, modulierbare Realität – eine Realität, die fast sichtbar – oder hörbar ist in meinen jüngsten Werken, die als Schwingung, Oszillation, Welle, Frequenz beschrieben werden können“, so die Künstlerin.

Der pulsierende Raum
Fritscher erforscht das Belüftungssystem des Centre Pompidou-Metz, als sei es ein Organismus, dessen Puls sie spürt. Das Pulsieren der von seinem Metabolismus erzeugten Luft wird zum Rohstoff für eine Choreographie von Linien aus langen Silikonfäden, die das Licht einfangen und reflektieren. Ständig neu erfundene Wellenmuster breiten sich aus und setzen diesen nicht  greifbaren Wald, den die Besucher durchqueren können,in Bewegung. Die Räume des Kunstzentrums wirken als Echokammer und verstärken die dort zirkulierenden Luftströme, die es in einen immensen Klangkörper verwandeln, ein Blasinstrument, das die aus dem Gebäude austretende Luft erklingen lässt. Dieses empfindsame und kontemplative Belvedere fängt die Bewegungen und die Erhabenheit der Natur ein. Als sei Kapillarität im Spiel, schwingen und harmonieren die von diesen unendlichen Silikonlinien erzeugten und von Susanna Fritscher orchestrierten und gebändigten Rhythmen, und laden den Besucher ein, sich von der Schwerkraft zu lösen. Die vibrierenden vermitteln die Instabilität unserer Gegenwart, deren zitternde Bewegung wird gleichsam zum Präludium und zu einer Einladung sich dagegen aufzulehnen.

Die Installation "Flirren" wird mit Unterstützung des österreichischen Ministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport und des Österreichischen Kulturforums präsentiert. Die Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit Phileas, legero united und con-tempus.eu.

Bis 14. September 2020
Centre Pompidou-Metz

Mehr Informationen: https://www.centrepompidou-metz.fr/

http://susannafritscher.com/

Video zur Arbeit "Flirren" von Susanne Fritscher im Centre Pompidou-Metz: http://susannafritscher.com/video-sound/#video-430652753

 

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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