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Ausstellung: Thonets Pionierleistungen

03.06.2020

„Thonet & Design“ geht in die Verlängerung: Die Ausstellung rund um die Thonetschen Pionierleistungen wird bis Juni 2021 in der Münchener Pinakothek der Moderne zu sehen sein.

Anlässlich des Firmenjubiläums des Bugholzmöbelpioniers Thonet rückte „Die Neue Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne“ vergangenes Frühjahr die innovativen sowie ästhetische Qualitäten ihrer umfassenden Sammlung an Möbeln des Unternehmens in den Fokus. Der große Erfolg der Ausstellung veranlasste die Museumsleitung nun dazu, seinen Besuchern diesen einzigartigen Einblick in die beispiellose Unternehmensgeschichte bis Sommer 2021 zu ermöglichen. 

Objekt und Raum

Für die Inszenierung der Ausstellung entwickelte der Münchner Designer Steffen Kehrle ein klares Raumprogramm, bei dem ganz nach den Idealen von Firmengründer Michael Thonet Zweck und Sachlichkeit im Fokus der Gestaltung stehen. „Die Verlängerung von ‚Thonet & Design‘ lag uns besonders am Herzen, da hier zwei sehr außergewöhnliche Dinge zusammengekommen sind: Einmal die Geschichte des Unternehmens Thonet, die so ungewöhnlich wie bedeutend ist. Zum anderen beeindruckt die Ausstellung durch die Ausstellungsarchitektur des Münchner Designers Steffen Kehrle, der mit seinem Büro ASK eine kongeniale Gestaltung zu diesem Thema entwickelt hat“, betont Josef Straßer, stellvertretender Direktor der Neuen Sammlung. „Das sind für uns Gründe genug, diese ästhetisch überzeugende, äußerst informative und anspruchsvolle Ausstellung weiterhin offen zu halten, so dass möglichst viele Menschen diese ungewöhnlichen Beispiele einer über 200-jährigen Designgeschichte genießen können“, ergänzt Straßer.

Pioniere des Möbelbaus

Steffen Kehrle inszeniert die einzigartige Geschichte des in Frankenberg ansässigen Unternehmens neu: „Angefangen mit Michael Thonet, der zwar nicht das Biegen von Holz erfunden, aber für die Entwicklung der Bugholzmöbel ganz entscheidende Impulse geliefert hat, nicht nur ästhetisch sondern auch technisch, der die Grundlagen dafür schuf, dass aus einem einfachen Handwerksbetrieb ein global agierendes Unternehmen wurde. In der Ausstellung lässt sich diese Entwicklung sehr schön nachvollziehen. Wir zeigen die allerersten Möbel aus gebogenem Holz, den Schritt zur industriellen Herstellung, aber auch die Entwicklung der Stahlrohmöbel Ende der 1920er-Jahre ebenso wie die gestalterischen Innovationen der Nachkriegszeit bis hin zu den Entwürfen der Designer unserer Zeit“, ergänzt Straßer. 

Die weltweit größte Thonet-Sammlung

Mit rund 400 Objekten besitzt das Designmuseum der Pinakothek eine der weltweit größten und bedeutendsten Sammlungen von Thonet-Möbeln, die damit nicht nur die Entwicklung von Sitzmöbeln widerspiegeln, sondern vor allem auch ein wichtiges Kapitel europäischer Unternehmensgeschichte repräsentieren. 
„Thonet & Design“ präsentiert die Thonetschen Pionierleistungen auf dem Gebiet der Bugholz-l und Stahlrohrmöbel ebenso wie deren Wegbereiter Michael Thonet (1796-1871). Der aus dem rheinischen Boppard stammende, seit 1842 in Wien lebende Tischler setzte bleibende Maßstäbe für die Formgebung des Maschinen- und Industriezeitalters. Den Durchbruch schaffte Michael Thonet 1859 mit dem Stuhl Nr. 14, dem sogenannten Wiener Kaffeehausstuhl: Durch die neuartige Technologie des Biegens von massivem Buchenholz gelang es erstmals einen Stuhl industriell herzustellen. Das Revolutionäre am einstigen Nr. 14 und heutigen 214 bestand darin, dass dieser vollständig in seine wenigen Einzelbestandteile zerlegbar war und somit in arbeitsteiligen Prozessen hergestellt werden konnte. Der Stuhl Nr. 14 ebnete Thonet damals den Weg zum Weltunternehmen. Das zweite wichtige Material der Thonet-Möbelproduktion bildet Stahlrohr. In den 1930er-Jahren war das Unternehmen der weltweit größte Produzent der damals neuartigen Stahlrohrmöbel, deren Entwürfe von berühmten Architekten wie Mart Stam, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Le Corbusier, Charlotte Pérriand oder A. Guyot stammten. Heute gelten die frühen Stahlrohrmöbel als Meilensteine in der Designgeschichte.

Für den Besuch gelten bis auf Weiteres die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln und damit auch das Tragen eines Mund-Nasenschutzes während des Museumsaufenthalts. 

bis 6. Juni 2021
Die Neue Sammlung - The Design Museum
Barer Straße 40
80333 München
http://www.dnstdm.de

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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