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BKA/Regina AignerDarko TodorovicHeinz SchmolzerFoto: Marc Lins PhotographyFoto: Sagmeister & Walsh

Biennale Architettura 2018: Was ist Raum und wem gehört er?

14.11.2017

Unter dem Titel „Gebaute Landschaft“ gestalten – unter der Leitung von Kommissärin Verena Konrad –  Henke Schreieck, das Innsbrucker Architektenteam LAAC und die New Yorker Kreativagentur Sagmeister & Walsh den Österreich-Auftritt bei der 16. Architektur-Biennale in Venedig.

„Freespace“, so lautet der Titel, für den sich die Kuratorinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara für die 16. Internationale Architekturausstellung La Biennale di Venezia 2018 entschieden. Sie möchten damit die „Großzügigkeit des Geistes“ sowie die Humanität als die zentralen Aspekte einer Architekturagenda beschreiben, die sich auf die Qualität des Raumes konzentriert.

Raumqualität …

Die Wechselbeziehung zwischen Architektur, ihren Nutzern, der Natur und den natürlichen Ressourcen sollen hierbei im Mittelpunkt stehen. In erster Linie geht es daher in ihrer Ausstellung anhand gebauter und ungebauter Projekte ausgehend von gesellschaftlichen Fragestellungen um Raumqualität und Architekturschönheit ebenso wie um Menschlichkeit. Kommissärin des Österreich-Beitrags Verena Konrad sieht den öffentlichen Raum als Ort, über den sich die Stadt wesentlich definiert und an dem sich verschiedene Nutzungsansprüche überlagern. Nicht zuletzt deswegen ist der Gestaltung dieses sozialen Raumes, mit seinem hohen ästhetischen Anspruch, verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. Der Aspekt des Gemeinwohls im Sinne einer Orientierung an öffentlichen Interessen kommt im gegenwärtigen Architekturdiskurs immer mehr Bedeutung zu. Die drei geladenen Teams – Henke Schreieck Architekten, LAAC Architekten und Sagmeister & Walsh – beschäftigen sich in ihrer jeweiligen Arbeit mit Stadträumen und Architektur als gebaute Landschaft. Mit ihren architektonisch, städtebaulich oder aus der Logik des Designs heraus entwickelten Interventionen bauen alle drei gestaltenden Teams nicht in der Stadt sondern an der Stadt. Für den Österreich-Beitrag zur Biennale di Architettura 2018 werden sie gemeinsam eine dreiteilige, ineinandergreifende Rauminstallation erarbeiten und dabei auf das Thema „Freespace“ im Sinne einer Bedeutung des Freiraums für den städtischen Kontext Bezug nehmen. Sie verweisen dabei aber nicht auf reale Architekturen, sondern arbeiten an Realräumen, die jene Qualitäten wahrnehmbar machen sollen, die Architekten und Designer mit ihrer Arbeit erzeugen wollen. Außen und Innen, vertikale und horizontale Verbindungen sowie der historische Pavillon und zeitgenössische Architektur- und Designsprachen werden dabei aufeinander treffen.

… und Architekturschönheit

Um der Kommissärin den größtmöglichen Freiraum zu geben, hat Bundesminister Drozda das Budget für den österreichischen Beitrag um 50.000 Euro auf insgesamt 450.000 Euro erhöht. „Mit Verena Konrad haben wir eine Kommissärin, die als Kennerin der österreichischen und internationalen Architekturszene hohes Ansehen genießt. Sie wird beim kommenden Österreich-Beitrag in Venedig sowohl ihre Arbeit als Architekturvermittlerin fortsetzen und gleichzeitig auf das utopische Potenzial der Architektur verweisen“, unterstrich Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien anlässlich der Pressekonferenz. „Architektur ist keine Dienstleistung“, meint Verena Konrad, die mit ihren Arbeiten in der Architekturvermittlung gesellschaftspolitische Veränderungen aufzeigt und diese in einen neuen Kontext und Diskurs bringt. „Die Ausübung dieses Berufs ist mit Verantwortung verbunden, mit intellektueller Leistung, mit ästhetischem Gespür. Damit verbunden ist auch ein Plädoyer für die Form, denn Architektur ist nicht die Kunst der Anpassung – nicht besser, je weniger sichtbar sie ist. Wir wollen Architektur als Form und Inhalt gleichermaßen feiern“, zeigt sich Konrad überzeugt.

Gerade die Gestaltung des öffentlichen und halböffentlichen Raums präge, unser aller Welterfahrung, und diese schreibe sich, wie Drozda weiter betonte, in den Menschen ein und sei daher nicht nur ein Thema für Architekturtheoretiker, sondern betreffe die konkrete Lebenspraxis aller Menschen. Der Österreichbeitrag hat sich zur Aufgabe gemacht, Architektur als soziale Praxis und Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen zu denken, neue Fragen aufzuwerfen und Antworten, Aspekte, die wie der Minister abschließend hervorhob, auch den Zugang Verena Konrads in ihren Arbeiten definieren.

www.labiennale2018.at

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