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Raum annähern

28.11.2019

Wie ließe sich Raum denken, ohne ihn gleich „dingfest“ zu machen? Im Gespräch mit dem Journalisten Michael Kerbler kreisen die Aussagen und Assoziationen der beiden Architekten Robert Hahn und Werner Neuwirth um grundsätzliche Fragen der Architektur. 

von Gabriele Kaiser

Robert Hahn, Werner Neuwirth: Raum Annähern

Hg. Caelum Development AG, Eigenverlag, Wien 2018

ISBN 978-3-200-05529-2

Wie könnte man mit dem konkret verfügbaren Raum anders umgehen, wie ihn organisieren und verteilen, ohne ihn nur über seine Nützlichkeit oder einen verordneten Zweck zu definieren? Der exemplarische Anlassfall des Buches, das Atelierhaus C21, das derzeit am östlichen Rand des Wiener Sonnwendviertels Gestalt annimmt und mit seinen offenen Strukturen (und Raumhöhen bis zu 5,70 m) die herkömmlichen Grenzen zwischen „Arbeiten“ und „Wohnen“ auflöst, stellt den Rahmen für unterschiedliche Lebensmodelle bereit, ohne diese zu präjudizieren oder auszustellen. Werner Neuwirth, der für eine Wertneutralität des Raums plädiert, vergleicht das nutzungsoffene Konzept mit einem einfachen A4-Zettel: „Da kann ich alles draufzeichnen, der ist völlig wertfrei …"Die in ihren konzentrierten, tastenden Raumannäherungen fesselnde Publikation, deren Gestaltung (Walter Bohatsch) das Gesagte unterstreicht, kommt ohne große Gesten aus. Auf eine übliche Projektdokumentation kann verzichtet werden, statt dessen geben ausgewählte Bild-„Findlinge“ zu verstehen, wie weit Architektur und Raum über die bloße Zonierung von Funktionen hinausgehen.

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