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Buchtipp: Schwanzer. Architekt aus Leidenschaft

23.07.2019

Sein Blick auf dem Cover ist ernst und fordernd. Eigentlich hätte es ein Animations­film werden sollen, vielleicht in der Art der „Telefonbuchpolka“, die der ­Trickfilmer und Zeichner Benjamin ­Swiczinsky (Sohn des gleichnamigen Architekten) 2013 über den Liedermacher und Komponisten Georg Kreisler vorlegte?

von Gabriele Kaiser

Benjamin Swiczinsky
Schwanzer. Architekt aus Leidenschaft
Drei ­Jahrzehnte ­Architektur- und ­Zeitgeschichte
Birkhäuser Verlag
ISBN 978-3-0356-1852-5

Entstanden ist schließlich eine Graphic Novel, die in rasanter Bildfolge Leben und Werk des Architekten Karl Schwanzer (1918–1975) Revue passieren lässt und das Wagnis eingeht, die Komplexität einer Persönlichkeit, die für den Beruf „lichterloh und bis zur Selbstaufg abe brannte“ (Klappentext) in einem knappen Storyboard zu skizzieren. Gerade in der Schemenhaftigkeit eines im Bereich der Architektenmonografien nicht geläufigen Genres blitzen überraschende und ­berührende Momente auf. Liegt es am hinreißenden Strich, dem liebevoll eingestreuten Hintergrundwissen aus erster Hand? Den vordergründig „bunten“ Erzählstrang (Text: Max Gruber, Idee und Hg.: ­Martin ­Schwanzer) bildet die Genese des 1973 erschienenen Buchs „Architektur aus Leidenschaft“, die der Hauptfigur in abgetönten Sequenzen – tiefschwarze Momente inbegriffen – Gelegenheit zu Rückblenden auf wesentliche Lebens- und Werkstationen gibt. Schnell zieht alles vorbei, viel zu schnell: im Reigen der jüngst erschienenen Schwanzer-Publikationen ein außergewöhnliches Dokument.

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