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Buchtipp: Wilhelm Schütte

01.10.2019

Dass Wilhelm Schütte Experte für Schulbau war, ist nur ein Aspekt seiner vielseitigen Tätigkeiten, die ihn auf seinen internationalen Wirkungsstätten begleiteten. Eine lesenswerte Monografie zu diesem engagierten, reformpädagogisch geprägten, antifaschistischen Architekten und Planer, ist kürzlich mit Beiträgen aus den Bereichen Architektur, Publizistik, Kunstgeschichte und Philosophie, reich bebildert erschienen.

von Susanne Karr

Wilhelm Schütte Architekt: Frankfurt – Moskau – Istanbul – Wien

Hrg.: ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur und Ute Waditschatka

Verlag Park Books , Zürich 2019

1. Auflage, 172 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-03860-140-1

Schüttes pragmatisch orientierte Ausbildung an der Postbauschule München vermittelte ihm ein Architekturverständnis, das alle Prozesse vom Entwurf bis zur Abrechnung beinhaltete. Vom ersten Gebäude, einem Postwohn- und Übernachtungsbau in Berchtesgaden bis zu Schulen in der Sowjetunion und Ankara umfassten seine Tätigkeiten auch Möbeldesign für die Reformschule. Er entwarf Pläne zur Sanierung von Stephansplatz und Wiener Innenstadt. Mit seiner Frau, der berühmten Margarethe, arbeitete er gemeinsam an Planungen für temporäre Festbauten, wie zur 15-Jahres Feier der türkischen Republik 1938 in Istanbul, später in Wien für Veranstaltungen wie das Volksstimme-Fest im Wiener Prater. Auch Gedenkstätten an die Zeit des NS-Terrors, etwa in Kooperation mit dem Bildhauer Fritz Cremer, finden sich auf der Werkliste. Das Buch zeichnet ein zeithistorisches Porträt aus vielen Perspektiven.

 

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