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2003– 2018, wftpserver.com/ Courtesy La Biennale

16. Architektur Biennale Venedig: Der Raum als Geschenk

16.05.2018

Die Irinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamarra, seit 1977, dem Gründungsjahr des Studio Grafton Architects, als Duo tätig, sind die Kuratorinnen der nächsten venezianischen Architektur-Biennale, die heuer von 26. Mai bis 25. November dauern wird. Im Jänner letzten Jahres, als sie mit der Aufgabe betraut worden waren, hatten sie verkündet, eine große Ausstellung rund um das Thema „Freespace“ (Freiraum) gestalten zu wollen. Was bedeutet dieses Versprechen?

von Franco Veremondi

Der Tod von Zaha Hadid hat wahrscheinlich den Untergang eines gewissen an der Fassade haften bleibenden Diven-Kults der Figur des Architekten und dessen Etikettierung als „Stararchitekt“ eingeläutet. Die beiden Irinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamarra, Kuratorinnen der 16. Mostra Internationale di Architettura der Biennale von Venedig 2018 scheinen hiermit allerdings nichts am Hut zu haben. Aber es ist vor allem ihre Planungsphilosophie, die sie idealerweise genau an dessen Antipoden ansiedelt.

Von Ethik und Ästhetik

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Tätigkeit unter dem Namen Grafton Architects haben sie nicht nur in Irland einen bemerkenswerten ethisch-ästhetischen Esprit reichlich in die Praxis umgesetzt; was sich in einer große Zahl an Preisen niederschlug. Unbestreitbar also ist die Qualität jener Werte, die sie in ihre Projekte einfließen lassen. Im Rahmen der Präsentation ihrer venezianischen Schau mit dem Titel „Freespace“ haben die beiden zu verstehen gegeben, dass sie Aufmerksamkeit auf bestimmte humanistische Werte lenken wollen, die dem architektonischen Raum innewohnen.

Das Manifest

Trotz der Vielfalt einzelner Architektursprachen, unterstrichen Farrell und McNamarra, gelte für alle Planer ein gemeinsames Element: der Baugrund als Klient. Um die Doktrin besser verständlich zu machen, haben die Grafton–„Girls“ sogar ein Manifest verfasst.

Hier das Incipit, Punkt eins: „Freespace bedeutet die Großzügigkeit des Geistes und der Sinn des Humanitären, den die Architektur in das Zentrum ihrer Aufgabe stellt, dabei das Augenmerk auf die Qualität des Raumes lekend.“ Punkt zwei: „Freespace fokussiert die Fähigkeit der Architektur, all jenen, die diese nützen, kostenfrei erlebbare, zusätzliche Räume zu schenken.“

Von Anbeginn erscheint das Konzept des „Geschenks“ als zentrales Element, das sich – wie beide in einer Konferenz betonten – in einem öffentlichen Raum oder in einer wertvollen Fassade, aber im Gegensatz dazu auch in einem für alle frei verfügbaren Raum materialisieren kann. Besonders lyrisch und einprägsam ist ein weiterer Punkt des Manifests: „Freespace ermöglicht es, die für alle frei verfügbaren Geschenke der Natur wie das Licht – das Licht der Sonne oder des Mondes, die Luft, die Gravitationskraft, Materialien – und die natürlichen und künstlichen Ressourcen der Natur hervorzuheben.
Unter den 71 eingeladenen Teilnehmern an der Mostra Internationale sind auch drei der früheren Kuratoren: Alejandro Aravena, David Chipperfield und Kazujo Sejima. Auch weitere sehr bekannte und charakteristische Namen sind zu finden wie u. a. Alvaro Siza, Peter Zumthor, Odile Decq, Rafel Moneo, Tojo Ito. Als einer der internationalen Teilnehmer wird der Österreich Pavillon unter Kuratorin Verena Konrad die Architekturbüros LAAC (Kahtrin Aste und Frank Ludin), Henke Schreieck (Dieter Henke und Marta Schreieck) sowie das Designduo Sagmeister & Walsh (Stefan Sagmeister und Jessica Walsh) präsentieren.

www.labiennale.org

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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