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Designers’ Saturday 2020

10.09.2019

Alle zwei Jahre wird Langenthal in der Nähe von Zürich ein ganzes November-Wochenende lang zum zentralen Pilgerort für Gäste und Liebhaber der nationalen und internationalen Design-Szene – und das seit mehr als 30 Jahren.

Damit auch die 18. Edition des dreitägigen Events mit seinem einzigartigen Charakter gelingt, hat der Vorstand des Designers’ Saturday beschlossen, mit einem überarbeiteten Konzept, das eine optimierte Organisationsstruktur und ein aktuelles Thema einschliesst, bewusst und aktiv neue Wege zu gehen. Die besonderen Merkmale des Designers’ Saturday bleiben bestehen und dessen einmaliges Profil wird durch das neue Konzept weiter geschärft. 

Es versteht sich von selbst, dass auch 2020 die Gastgeberfirmen vor Ort ihre Produktionshallen zur Verfügung stellen, in deren authentischem Ambiente die teilnehmenden internationalen Design-Unternehmen eigens gestaltete Installationen präsentieren und ihre Produkte in einer durchaus künstlerischen Inszenierung präsentieren. Auch diesmal können Designer, Architekten, Innenarchitekten und designinteressierte Besucher in einer gastfreundlichen und entspannten Atmosphäre ebenso überraschende wie inspirierende Inszenierungen bestaunen, Kontakte knüpfen und sich austauschen. 

Die Organisationsstruktur
Künftig wird eine langfristig angelegte Projektleitung als zentrale Drehscheibe zwischen allen Akteuren fungieren. Zum neuen Konzept gehört auch das Engagement von Gastkuratoren, die jeweils einem Standort zugeordnet sind, an dem sie die Aussteller begleiten und dafür Sorge tragen, dass ein attraktiver Parcours entsteht. In der Rolle eines Gastkurators können junge Designer dabei ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und aus vielfältigen Kontakten ein Netzwerk knüpfen. Gemeinsam mit der Projektleiterin bilden die Gastkuratoren das Projektteam, das dafür sorgt, dass die in Auseinandersetzung mit dem Gesamtthema entstehenden Installationen zu attraktiven Rundgängen verdichtet werden. Ein neu eingerichteter Fachbeirat wird die eingereichten Projekte nach Kriterien wie Originalität, Materialität, Lichtführung, Integration des Betrachters und Machbarkeit, aber nicht zuletzt auch in Hinblick auf das Thema "Enough" und dessen Umsetzung beurteilen.

Das Team
Mit Flurina Cantieni konnte bereits eine Projektleiterin gefunden werden, bei der sämtliche Fäden des Events zusammenlaufen. Sie wird auch dafür soregn, dass die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Gastgebern, Ausstellern, Gastkuratoren und Fachbeirat gelingt. Als ein erster Gastkurator ist Christoph Goechnahts bereits mit an Bord; Thomas Wagner wird künftig den Fachbeirat verstärken.

Das Thema
Der neue thematische Rahmen des Designers’ Saturday greift aktuelle Fragen auf und verleiht dem Event eine größere inhaltliche Prägnanz. Ob über Klimawandel oder Plastikschwemme, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, flache Hierarchien oder disruptive Geschäftsmodelle debattiert wird, vieles ist heute in Bewegung. Unter dem Titel "Enough" sollen verschiedene Aspekte tiefgreifender Veränderungen und aktueller Umbrüche aufgegriffen und erkundet werden, wie sich zwischen dem Beharren auf Bewährtem und utopischen Aufbruchsphantasien, zwischen Überangebot und Selbstbeschränkung eine Balance finden lässt – ob als Designer, Hersteller oder Kunde. Was auf den ersten Blick abstrakt klingen mag, mündet in viele konkrete Fragen: Welche Potenziale schlummern in den herstellenden Unternehmen? Wie setzt sich die Inneneinrichtungsbranche mit Themen wie Kreislaufwirtschaft und Zertifizierung auseinander? Wie werden sich Produkte und Produktion verändern, wenn Energie CO2-neutral produziert werden muss? Welche Vorschläge zu einer nachhaltigen Produktionsweise kommen vonseiten der Designer? Was halten Architekten und Innenarchitekten für besonders relevant? Wie kann ein Umsteuern in der Wirtschaft, bei Mobilität und Stadtplanung gelingen? Besitzen und produzieren wir nicht genug oder ist es längst zu viel? Reicht es aus, künftig nachhaltiger und umweltschonender zu handeln oder braucht es ganz neuer und anderer Produkte und Dienstleistungen? Das Thema soll bewusst neugierig machen und zu Diskussionen darüber anregen, welche Rolle Begriffe wie Langlebigkeit und Werthaltigkeit, Genügsamkeit, Achtsamkeit, Respekt oder gar Demut aktuell im Design, bei dessen Produktion und  Konsum, spielen. Sind wir alle nicht immer häufiger versucht, auszurufen: "Enough, es reicht, es muss anders werden"?

Die Gastgeber
Auch bei der 18. Edition des Designers’ Saturday werden im Zentrum inspirierende Projekte und Installationen stehen. Präsentiert werden diese an einem authentischen Ort in den Produktionsstätten der Gastgeberfirmen Création Baumann, Glas Trösch, Hector Egger Holzbau und Ruckstuhl. Die Firma Girsberger hat sich entschieden, an der kommenden Ausgabe nicht teilzunehmen. Der Parcours, der an Maschinen vorbei führt, quer durch Produktionshallen, Lagerräume, Flure und Keller der  jeweiligen Gastgeber, wird von den zuständigen Gastkuratorinnen bzw. Gastkuratoren neu definiert, wodurch ein alternativer Rundgang entstehen wird. Ergänzt werden die charakteristischen Räume der Gastgeberfirmen durch neu hinzukommende Areale im Aussenraum.

Carte Blanche für Jungdesigner
Es wird Cartes Blanches für Jungdesigner geben. Jeder Gastkurator kann an seinem Standort einen Jungdesigner einladen. Und es werden sich auch 2020 Hochschulen am Designers’ Saturday präsentieren, um die Besucher über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Ausbildung zu informieren.

Die Geschichte
Der erste Designers’ Saturday hatte in Langenthal hat 1987 stattgefunden. Nach internationalem Vorbild haben sieben von Design getriebene Firmen ihre Produkte im Kontext der Fabrikation präsentiert und ein Jahr später als Gastgeber befreundete Schweizer Hersteller dazu eingeladen. Heute, gut 30 Jahre und viele Editionen später, hat sich der seit 1988 alle zwei Jahre stattfindende Designers’ Saturday längst international als Event eigenen Charakters und Pilgerort für Design-Aficionados etabliert. Nach wie vor findet er an authentischen Produktionsstandorten der Langenthaler Design-Industrie statt. Anstelle einer reinen Produktschau auf einem anonymen Messegelände, wird direkt an den Produktionsstandorten eine stimmungsvolle Bühne bereitet, auf der Hersteller sich und ihre Produkte gemeinsam mit Designern in Szene setzen. Ihre unkonventionellen Interpretationen ermöglichen einzigartige Einblicke in die Welt des Designs. Dass die Besucher an jedem Standort kostenlos verpflegt und per Bus bequem von Standort zu Standort transportiert werden, gehört zur Gastfreundschaft, die seit 1987 unverändert gelebt wird.

Designers’ Saturday Langenthal 18. Edition
von 6. bis 8. November 2020
Mühleweg, CH-4900 Langenthal

http://www.designerssaturday.ch

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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