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 © PANEUM, Markus Pillhofer © PANEUM, Markus Pillhofer © PANEUM, Markus Pillhofer

Die Arche Noah des Brotes

15.11.2017

Mit dem Paneum – der Wunder­kammer des Brotes – eröffnete backaldrin Anfang Oktober ein Kunden- und Veranstaltungs­forum in Asten, an dem über die Zukunft des Brotes gesprochen und nachgedacht werden kann.

Den Grundstein für dieses einzigartige Projekt rund um das Thema Brot legte der Hersteller von Backgrundstoffen backaldrin 2015. „Weltweit nehmen sich nur wenige Einrichtungen des wunderbaren Themas Brot an, in Österreich gibt es dazu fast gar nichts. Daher machen wir das,“ sagt backaldrin-Firmeninhaber Peter Augendopler. Rund 1.200 Objekte aus 9.000 Jahren stehen hier nun den Besuchern in einer in einer umfassenden Ausstellung offen. „Das Paneum soll Interessierten verdeutlichen, welchen Einfluss und welchen Stel­lenwert Brot in allen Epochen der Menschheitsgeschichte hatte und bis heute hat," so Augendopler. In den vergangenen 30 Jahren wurde eine Sammlung von über 15.000 Kunst- und Kulturobjekten von Ägyptische Kornmumien peruanische Totempfähle, Meissener Porzellan ebenso wie chinesische Getreidespeicher, Zunftgeräte, Gemälde und tausende Bücher zusammengetragen, deren einende Klammer das Brot sowie die Leidenschaft dafür darstellt.

Für das architektonische Konzept und die Planung des im oberösterreichischen Asten errichteten Baus zeichnet Architekt Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au verantwortlich. Die Idee für das an ein Wolkenschiff erinnernde Gebäude hatte Prix im Rahmen eines Gesprächs mit dem Auftraggeber. „Seine intensive Schilderung hat mich an eine Arche Noah erinnert, mit der wertvolle Objekte gleichsam in eine andere Welt gerettet werden sollen“, erzählt Augendopler Das Fundament des Paneum bildet das quaderförmige Sockelgebäude, in dem die Veranstaltungsräume und zugeordneten Nebenräume untergebracht sind. Darüber schwebt ein frei geformter zweigescxhoßiger Körper in Holzkonstruktion, der den  Ausstellungsbereich aufnimmt. Dieser wurde im Kontrast zum Sockel aus Sichtbeton - hier befinden sich Kundeninformationszentrum und Veranstaltungsforum für bis zu 120 Gäste - mit Edelstahlschindeln verkleidet. Über eine spiralförmig angelegte Treppe werden die beiden Ausstellungsebenen dieser Wunderkammer des Brotes erschlossen, wo die Exponate an Wänden, auf Tischen und in Vitrinen präsentiert werden. Die freitragende Holzschalenkonstruktion aus Brettschichtholz wurde dank des hohen Vorfertigungsgrads der 3D CNC-Technologie (Computerized Numerical Control) in kurzer Bauzeit errichtet. Diese Technik garantiert Effizienz am Bau, kurze Bauzeiten und ein faszinierendes Ergebnis - und sie ist ein Schritt in die Zukunft des Bauens, wie Wolf D. Prix betont: „3D-Plotten, 3D-Fräsen und mit Robotern zu bauen – so sieht die Zukunft des Bauens aus.“ 

„Vorbild für die Ausstellung im Paneum ist das Konzept der Wunderkammer“, erklären Uli Prugger und Alfonso Demetz von der für Ausstellungskonzept und -gestal­tung verantwortlichen Gruppe Gut aus Südtirol. Entstanden ist die Idee der Wunderkammer im Italien des 16. Jahrhunderts als „gabinetto delle curiosità“ oder „mirabilia“. Ausgestellt waren darin einst Raritäten sowie Kuriositäten, deren Auswashl war stets auf die Person des Sammlers selbst ausgerichtet. Es ging um dessen Blickwinkel, der Sammler selbst vermittelte Wissenswertes zu den Objekten und erzählte Geschichten dazu. So stehen auch hier im kürzlich eröffneten Paneum nicht streng wissenschaftliche Kriterien im Vordergrund, sondern eine gewisse Buntheit und einzigartige Mischung, durch die sich die Sammlung auszeichnet. In dem von oben belichteten Atrium hat man neben der Präsentation an Wänden, auf Tischen und in Vitrinen ausgewählte Sammlungsstücke einzeln von oben abgehängt. Das Paneum steht somit in der Tradition der klassischen Wunderkammer, die sich - wie Prugger und Demetz betonen - nur einem Gefühl verschrieben hat, dem Staunen. Und genau darum geht es auch Paneum-Gründer Peter Augendopler, er möchte die Bedeutung von Brot erleb-, spür- und begreifbar machen: „Wenn die Leute ein bisschen über Brot nachdenken, haben wir alles erreicht, was wir wollten.”

 

Projektinformation
Paneum - Wunderkammer des Brotes, Asten bei Linz
Kunseninformationszentrum,Veranstaltungsforum, Besprechungs- und Ausstellungsräume

Bauherr: backaldrin International The Kornspitz Comany GmbH
Architektur: Coop Himmelb(l)au Wolf D. Prix, Wien
Ausstellungskonzept: Gruppe Gut Gestaltung, Bozen (I)
Baubeginn: August 2015
Fertigstellung: 2017
Eröffnung: Oktober 2017
Ausstellungsfläche: 990 m2
Gebäudehöhe: 20 m
 

 

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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