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Dokumente einer „inneren Stadt“

27.03.2018

Das Buch, in dem Stadt-Ansichten abseits einer spekulativen Bildband-Ästhetik die Hauptrolle spielen, enthält Fotografien und Texte des Autors in einer visuellen Choreografie, die Assoziationsräume öffnet.

Rudolf Kohoutek: Wiener Grund. Vermessungen einer Liebe zur Stadt. Praxiserfahrung
Park Books, Zürich 2016, ISBN 978-3-03860-031-2

Scheinbar beiläufig dokumentiert es eine durch Höhen und Tiefen gestärkte Liebe zur Stadt. Rudolf Kohoutek durchmisst die Straßen und Gassen von Wien mit der Kamera, tastet ihre Benutzeroberfläche in den Abstufungen „einer nur mäßig metropolitanen Durchschnittlichkeit“ ab, um in Details und verschatteten Ecken das „optische Unbewusste“ dieser Stadt abzurufen, jene unzähligen Wahrnehmungen, die sich meist verflüchtigen, ehe sie überhaupt zur Sprache oder ins Bild kommen. Die kleinen formalen Sensationen, die durch Improvisation und Zufall entstehen und an jeder Hausmauer aufblitzen können, werden in den Bildserien als „Dokumente der Verwunderung“ und des Begehrens wider das Verschwinden lesbar.
„Ein Bild kommt, wann es will“, schreibt Kohoutek in einem der Essays, die die Parteinahme für die Alltäglichkeit jener „mittleren Urbanität“ zu erkennen geben, auf die sonst kaum einer schaut. Den topografisch ungefähr verorteten Fotografien wird ihr narratives Eigenleben gelassen, die Texte oszillieren zwischen Traumbildern, theoretischer Reflexion und Lektüresplittern und beziehen aus dem unsentimentalen Infragestellen der eigenen Wien-Bilder und -Begriffe ihre Kraft.

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