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Ein Gespür für Holz

06.02.2018

„Holzbau im Voralpenraum – Werkschau eines Zimmerers und Architekten“ war das Thema des von proHolz Tirol in gewohnter Manier organisierten Vortragsabends. Im Rahmen der 49. Bildungswoche der Österreichischen Holzbau- und Zimmermeister fand der höchst inspirierende und unterhaltsame Abend Mitte Jänner im Congress Centrum Alpbach statt.

Mit über 250 Zuhörern wurde auch heuer wieder der Saal mit gefüllt. Die einführenden Worte übernahm proHolz-Verantwortlicher Karl Schafferer und Rüdiger Lex. Anschließend unterhielt der erfahrene Architekt und Zimmermann Univ.-Prof. DI. Florian Nagler aus München das Publikum mit interessanten Ausführungen. Der vielseitige Architekt widmet sich bereits seit über 20 Jahren mit viel Liebe zum nachhaltigen Werkstoff Holz dem Thema Holzbau und zeigte anhand ausgewählter Beispiele, wie selbst mit relativ einfachen Konstruktionen großartige Bauwerke entstehen können.

Aufgewachsen ist Florian Nagler am Land in den idyllischen Hügeln Bayerns, was wohl keinen unbedeutenden Einfluss auf sein besonders ausgeprägtes Gespür für das Material Holz und dessen Qualitäten hatte. Nach einer Lehre als Zimmermann absolvierte Nagler das Studium der Architektur an der Universität Kaiserslautern. Gast- und Vertretungsprofessuren führten ihn an die Gesamthochschule Wuppertal, die Königlich Dänische Akademie in Kopenhagen und an die Hochschule für Technik in Stuttgart. Prof. Nagler ist Gründungsmitglied der Stiftung Baukultur und seit 2010 Mitglied der Akademie der Künste, Sektion Baukunst, in Berlin. Sein derzeitiger Lehrstuhl an der TU München beschäftigt sich vorrangig mit methodischem Entwerfen und den Fragen der direkten Umsetzung von analytischen Studien in konkrete Entwürfe. Die Auseinandersetzung mit der materiellen Präsenz der Dinge steht dabei von Anfang an mit im Vordergrund. Die von ihm ausgewählten Referenzprojekte zeigten in beeindruckender Art und Weise, wie behutsam und gekonnt man wertvollen Bestandsgebäuden neues Leben und zeitgemäßes Design verleihen und neue Objekte sensibel in die Umgebung einbinden kann. Für Nagler haben die drei Grundsätze der Architektur nach Vitruv Firmitas (Festigkeit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas (Schönheit) höchste Priorität, genauso wie gelebte Nachhaltigkeit in Form eines ausgeklügelten Energiekonzepts für jedes Projekt. Die Einbindung von traditioneller Handwerkskunst sowie die Zusammenarbeit mit Professionisten führte bei den gezeigten Beispielen zu interessanten Details und wirkungsvollen Raumsituationen. Seine teils ungewöhnliche Raumproportionen zeigen eine vielfältige Sicht auf die innerhalb der Architektur liegenden Möglichkeiten. In der Auseinandersetzung mit der öffentlichen Meinung sei es meist schwieriger, nah an der Tradition zu bauen als hypermoderne Neubauten umzusetzen, meinte Nagler abschließend in seinem Vortrag. Nach einem üppigen Applaus klang der Abend bei Jause und Beisammensein gesellig aus.

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