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Ephemere Stadtentwicklung Handbuch und Planungshilfe

21.08.2017

Das Planungslabor der TU Berlin ermittelte anhand konkreter Beispiele von alternativen Kollaborationsformen und Zwischennutzungskonzepten die Entwicklungspfade des Ephemeren.

Paola Alfaro d’Alecon, Bettina Bauerfeind, Daniela Konrad
Ephemere Stadtentwicklung Handbuch und Planungshilfe
Hg. von der Wüstenrot Stiftung DOM, Publishers, Berlin 2017
ISBN 978-3-86922-473-2

Die Hauptsache sei, das Ephemere zu lieben, dann sei der Weg frei für erfinderisches Entwerfen, heißt es in einem der Kommentarbeiträge des Bandes, der belegt, dass zivilgesellschaftliches Engagement, temporäre und selbstinitiierte Projekte mittlerweile selbstverständlicher Bestandteil der Stadtentwicklung sind. Das Planungslabor der TU Berlin hat sich in einem 2-jährigen Forschungsprojekt mit alternativen Kollaborationsformen und Zwischennutzungskonzepten beschäftigt und die „Entwicklungspfade des Ephemeren“ anhand konkreter Fallstudien in Berlin, Leipzig, Mannheim und Frankfurt/Main ausgelotet. Das wirtschaftliche Potenzial der ursprünglich allenfalls geduldeten Zwischennutzer blieb auch den normativ agierenden Stadtverwaltungen nicht verborgen, einstige Hausbesetzer werden nun im Rahmen von Stadtumbauprogrammen, die der Verheißung einer omnipräsenten Kreativwirtschaft folgen, als Raumpioniere willkommen geheißen. In einer zunehmend unternehmerisch denkenden Stadt kann das Image des Improvisierten und Temporären freilich zum Standortvorteil geraten. Ob die Integration des Ephemeren in den planerischen Mainstream daher tatsächlich zu einer Machtverschiebung hin zur lokalen Ebene beiträgt, wird in diesem Handbuch – wohl zurecht – in Frage gestellt.

Autor/in:
Gabriele Kaiser
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