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Fenster im Fokus der Architektur

03.10.2018

Bereits zum vierten Mal zeichnete der Fenster- und Türenspezialist Internorm herausragende Architekturlösungen im Privat- und Objektbau aus. In der Kategorie Privatbau konnte das Büro Waax Architekten,  im Objektbau das Büro Querkraft Architekten die Jury überzeugen. Für die Umsetzung eines technisch besonders anspruchsvollen Objektes ging erstmalig ein Anerkennungspreis in der Kategorie Wohnhausanlage an die Architekturhalle Architekt Raimund Wulz ZT KG .

Im Rahmen des Architekturwettbewerbs „Fenster im Blick“ wurden herausragende und zukunftsweisende Objekte im Privat- sowie im Objektbau gesucht, die die Gestaltungselemente Fenster und Türen auf besondere Weise in ihrem Projekt einsetzen. Sehr erfreut zeigte sich Jurymitglied und Internorm-Miteigentümerin  Anette Klinger vom steigenden Erfolg des Preises:  „Unser Architekturwettbewerb fand 2018 bereits zum vierten Mal statt. Die große Anzahl und  hohe Qualität der Einreichungen zeigen, dass sich dieser in der Architektenszene etabliert hat“. 
Gestartet hatte Internorm die Umsetzung seines ersten Architekturwettbewerbs im Mai 2015. „Fenster sind jene Elemente des Hauses, an denen sich Innen- und Außenraum am nächsten kommen. Mit den heutigen Bedürfnissen verschwimmen Innen und Außen immer mehr. Umso wichtiger wird die Thematisierung dieser Schnittstelle, in technischer wie in gestalterischer Hinsicht, sodass es besonders erfreulich ist es, dass Internorm diesem Thema einen gesonderten Wettbewerb widmet“, befinden die Jurymitglieder 2018, Sandra Gnigler und Gunar Wilhelm von mia2/Architektur ZT KG aus Linz. Einzureichen waren herausragende Projekte im Privat- und Objektbau, die im Bereich zukunftsweisendes Bauen eine Vorreiterrolle einnehmen und Gestaltungselemente Fenster und Türen auf besondere Weise einsetzen.

Gewinner Privatbau
Für ihr Wohnhaus „Corpus Ater/ Schwarzbau konnte sich das Architekturbüro Waax Architekten ZT GmbH aus Linz über den mit 2.500 Euro dotierteen Preis freuen. Der Um- und Zubau eines Hauses aus den 50er-Jahren beweist großes Einfühlungsvermögen in der Berückscihtigung von Bestandsbauten und ist gleichzeitig eine selbstbewusste Geste, die mit dem Ortsverband trotz der Entscheidung den Zubau ganz in Schwarz auszuführen, respektvoll umgeht. Der neue Baukörper ist Richtung Süden gedreht und als Verbindungsbau an den Altbestand angedockt. Eine schwarze Fassade aus vertikalen Holzlatten und das markante Satteldach charakterisieren den markanten Neubau. Als besondere Herausforderung erwies sich die gekuppelte Bauweise des Hauses, das durch die ständigen Zubauten eine bereitsschlechte Bausubstanz aufwies. Die Räume im Obergeschoß waren eng verschachtelt, der Dachboden war bei der Errichtung nicht gedämmt worden. „Das preisgekrönte Projekt zeigt, wie man mit zeitgemäßen Gestaltungsmitteln auch in dichten Dorfkernen Einfamilienwohnhäuser mit hoher Wohnqualität errichten kann. Durch die Beschränkung auf wenige Materialien und eine einheitliche Farbe erhält der „Schwarzbau“ eine zeitlose Eleganz“, sagen Ursina Thaler-Brunner und Norbert Thaler von Thaler Thaler Architekten über das Gewinnerobjekt in der Kategorie Privatbau.Zur Straßenfront komplett verschlossen, öffnet sich der Bau großzügig zum privaten Garten und erlaubt so, dass viel Tageslicht in das Innere gelangt. Das Haus in der Ost-West-Ausrichtung hatte kleine Fenster und das Erdgeschoß lag 70 Zentimeter über dem Umgebungsniveau. „Das Projekt zeigt auf, dass mit intelligenter Planung aus schlechter Bausubstanz mit kleinen, dunklen und verwinkelten Räumen ein hochwertiger und heller Wohnraum entstehen kann“, so Anette Klinger. Neue Fenster im Altbau ermöglichen zudem akzentuierte Einblicke in den Innenhof. „Anstatt einen weiteren Beitrag zur Zersiedelung am grünen Dorfrand zu leisten, wurde hier im bestehenden Siedlungsraum ein Gebäude aus den 1950er Jahren achtsam saniert, behutsam eingebunden und durch einen schlichten, aber sehr eleganten Zubau weiterentwickelt“, fasst Jurymitglied Volker Dienst die Preiswürdigkeit zsammen. Die Entscheidung den technisch schwierigeren Weg der suburbanen Nachverdichtung zu wählen, anstatt einen Neubau zu errichten, hat Vorbildfunktion für zukünftiges Bauen und wurde mit dem ersten Platz belohnt.

Gewinner Objektbau
Mit "Croma Pharma", einem offenen flexiblen Büroraumkonzept für das in Wien ansässige Pharmaunternehmen Croma, konnte das Wiener Architekturbüro Querkraft überzeugen und erhielt den Preis der Kategorie Objektbau in der Höhe von 2.000 Euro zuerkannt. Für flexible Büro- und Arbeitszonen wurden auf zwei Geschoßebenen modulare Möbel eigens entwickelt. Sie ermöglichen auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Abteilungen reagieren können, ebenso wie bei Bedarfgeschützte Ruhe- und Rückzugsbereiche oder Kommunikationsräume zu schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Umsetzung von niederschwellig zugänglichen Gemeinschaftszonen. Diese werden mittels spezielle Farbgestaltung hervorgehoben und sollen die Kommunikation fördern. Interventionen der Künstler Estehr Stocker und Ingo Nussbaumer sorgen überdies für zusätzliche künstlerische räumliche Effekte. Stocker scheint mit ihrer Wandmalerei im Bereich der vertikalen Haupterschließung die Gesetze der Geometrie auszuhebeln. Die Fenster wurden in Abwechslung mit den Alucobond-Elementen so strukturiert, dass eine fast spielerisch wahrnehmbare Rhythmisierung mittels der Teilungen von Fassadenplatten,  Akustikdecke und Innenausstattung entsteht und sich alle Teile scheinbar mühelos zu einem schlüssigen und stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. "Der gelungene Innen- und Außenbezug sowie eine wunderbare Lichtführung zeigen, dass auch die räumlichen und atmosphärischen Qualitäten nicht vernachlässigt wurden. Ein inhaltlich durchdachtes und in seiner Umsetzung überzeugendes Gesamtwerk wurde erschaffen – somit ein verdienter 1. Preis“, zeigen sich die Juroren Sandra Gnigler und Gunar Wilhelm überzeugt. 

Anerkennungspreis
Erstmals wurde diesmal auch ein Anerkennungspreis verliehen, der an die Architekturhalle Mag. Arch. Raimund Wulz ZT KG aus Telfs in Tirol ging. Ein sehr schmales langgestrecktes Grundstück, bei dem sich der nördliche Bereich nur schwer für eine Wohnbebauung eignete, war die Grundlage seines Entwrufs für ein Wohn-und Bürohaus als neuer, massiver Baukörper. In Verbindung mit einer seitlich angrenzenden Tiefgaragenzufahrt für beide Wohnbauten, nützte Wulz das in seinen Bebauungsmöglichkeiten eingeschränkte Grundstück in seiner Fläche möglichst nachhaltig. Fenster, als Hauptgestaltungselemente der gebäudehülle und  raumhohen Verglasungen im Stiegenhausbereich öffnen den massiven Baukörper einladend zum öffentlichen Stadtplatz. Die eigens entwickelten Fensterboxen sichern dem Gebäude einen markanten Wiedererkennungswert. „Das ausgezeichnete Projekt von Architekt Wulz besticht vor allem durch die innovative Interpretation und technische Detaillösung des Erkers. Hier stellt das Fenster nicht nur eine zur Belichtung dienende Öffnung in der Fassade dar, sondern wird vielmehr zum fassadenprägenden Element, das allen Wohnungen einen Sichtbezug zum Hauptplatz gibt“, erläutern die Jurymitglieder und Gewinner des Architekturwettbewerbes 2017 Ursina Thaler-Brunner und Norbert Thaler die Zuerkennung des Anerkennungspreises.

Die große Anzahl architektonisch hochwertiger Einreichungen zum Internorm-Architekturwettbewerb 2018 „machte die Entscheidungen der Jury letztlich nicht einfacher – viele hätten hier eine Auszeichnung für ihre Ideen verdient“, so das zusammenfassende Resümee Volker Diensts.

Die Juroren des Internorm-Architekturwettbewerbs 2018 : 
Die Architekten Sandra Gnigler und  Gunar Wilhelm, mia2/Architektur ZT KG, Linz
Die Architekten Ursina Thaler-Brunner und Norbert Thaler, Thamer Thaler Architekten, ZT GmbH, Wien
Volker Dienst, architektur in progress, Wien
Christine Müller, Chefredaktion „Architektur & Bau Forum“, Wien
Anette Klinger, Internationales Fensternetzwerk IFN, Traun

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