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© Elke Krasny© ÖBB/Redl© Lisa Rastl© Lisa Rastl© Andrea Spreafico© Gabu Heindl© Gary Hurst/Courtesy of Urban School Ruhr© Andrea Ferreri

Für eine reparaturbedürftige Zukunft

28.06.2017

Am ehemaligen Nordbahnhof entsteht mit Care+Repair im Rahmen der Vienna Biennale 2017 ein öffentlicher Arbeitsraum des Architekturzentrum Wien, der vom 21.Juni bis 31.Juli neben einer „wachsenden Ausstellung“ ein breites Programm zu bieten hat.

Es geht um das Sorgetragen und das Reparieren. Darum, ob wir die Zukunft reparieren können und wie Architektur und Urbanismus dafür Sorge tragen können. Um diesen konkreten Aktivitäten Wirksamkeit zu verleihen, bedarf es konkreter Orte, weshalb das Architekturzentrum Wien für das Projekt Care+Repair, seine Ausstellungshallen im Museumsquartier für eines der gegenwärtig größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens verließ. Der Nordbahnhof ist eine beeindruckende Stadtbrache und mit seinem städtebaulichen Leitbild der freien Mitte, dem ehemaligen Wasserturm und der Koexistenz von Stadtwildnis und Erholungssuchenden ein exemplarisches Stück Stadt, an dem sich Care+Repair entfalten kann.

Die Kuratorinnen Angelika Fitz und Elke Krasny luden sechs international tätige Architekturteams ein, um Vorschläge für Care+Repair Prototypen zu entwickeln. In der Nordbahn-Halle werden die Projekte von a-works – Cristian Stefanescu/Bergen, Gabu Heindl Architektur/Wien, Zissis Kotionis+Phoebe Giannisi/Volos, Rotor/Brüssel, Meike Schalk/Stockholm und Rosario Talevi/Berlin ausgestellt und im Tandem mit lokalen Initiativen, Experten, der Nachbarschaft, Schulen, Vereinen, Kunstschaffenden sowie technischen und künstlerischen Universitäten weiterentwickelt. Es entsteht somit eine „wachsende Ausstellung“. Für eine zeichnerische Begleitung des Arbeitsprozesses sorgen hierbei Marleen Leitner und Michael Schitnig von studio Asynchrome, die die Entwicklung grafisch dokumentieren. Gleichzeitig bietet der öffentliche Arbeitsraum laufend Begehungen, Gespräche und Workshops an, bei denen urbanes Wissen zusammenkommen soll und neue Lösungsansätze entstehen können.

Die zwei Kuratorinnen setzten sich zum Ziel, im Laufe der nächsten drei Jahre durch neue Formen von Austausch, Zusammenarbeit und Forschung eine zeitgenössische Care+Repair Perspektive in Architektur und Urbanismus zu entwickeln. Es ist weder als neuer Architekturstil noch als eine neue Stadtplanungsmethode zu verstehen, sondern vielmehr als eine Haltung für eine Zukunft, die immer reparatur- und sorgebedürftig sein wird und die es zu erhalten gilt.

Am Freitag, 30.Juni findet ein internationales Symposium als Startschuss für die Entwicklung der Prototypen statt, bei dem die teilnehmenden Architekturteams und die Partner des mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts Mischung: Nordbahnhof zusammenkommen.

 

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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