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Geberit: Kulturwandel im Bad

05.06.2018

Wie man die „beste Toilette der Welt“ entwickelt Industriedesigner Christoph Behling spricht über das, was ihm als Designer wichtig ist, warum in 20 Jahren die Hälfte aller europäischen Haushalte ein Dusch-WC haben wird und was ihm das Geberit AquaClean Mera bedeutet.

Im Gespräch mit Christoph Behling, Christoph Behling Design Studio

Herr Behling, was macht für Sie die Arbeit eines Designers aus?
Meine Aufgabe ist es, Produkte so zu gestalten, dass sie ein Leben lang überzeugen. Wichtig ist dabei, die Balance zwischen Neuem und Vertrautem zu finden. Wenn mir das nicht gelingt, habe ich einen schlechten Job gemacht und versagt. Dabei verstehe ich mich nicht als Designer, der kompromisslos seine Visionen realisiert, sondern vielmehr als Teil des gesamten Entwicklungsprozesses. Ich drücke den Dingen nicht meine Handschrift auf, sondern versuche herauszuarbeiten, was in ihrer DNA angelegt ist. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit meinen Kunden so wichtig für mich.

Als Chefdesigner von TAG Heuer entwerfen Sie Luxusuhren. Zu Ihren langjährigen Kunden gehört aber auch der Sanitärhersteller Geberit. Wie passt das zusammen?
Die Verbindung liegt in der Perfektion. Sie ist eine Philosophie in der Schweiz. Ein Produkt mit minderwertiger Qualität herzustellen, käme beinahe einem Landesverrat gleich.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Geberit?
Geberit ist einer der weltweit größten Sanitärhersteller. Zugleich habe ich diese Firma immer als zutiefst bescheiden erlebt. Perfektion, Langlebigkeit, kompromisslose Qualität und Innovation haben bei Geberit einen großen Stellenwert. Hier wird noch eine Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens 20 Jahren gewährleistet. Das macht heute kaum noch ein Unternehmen. Diese Firma ist ein Partner mit Obsession fürs Detail. Eine Obsession, mit der ich mich gut identifizieren kann. Bei Geberit werden langlebige Produktkonzepte entwickelt, die nicht davon abhängig sind, ständig neue Produktgenerationen hervorzubringen. Für Geberit zu entwerfen bedeutet, keinem kurzlebigen Trend zu folgen. Viele Produkte sind ökologisch wirklich fantastisch.

Auch Sie selbst setzen sich explizit für nachhaltige Produkte ein. Wie wirkt sich dieser Anspruch auf Ihren Entwurfsprozess aus?
Für mich als Designer bedeutet das, dass ich das Beste aus einem Produkt herauszuholen will, um diesem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Design darf niemals modisch sein, es muss zeitlos sein. Unser Problem heute ist, dass die meisten Produkte weggeschmissen werden, weil sie schon nach kurzer Zeit optisch veraltet sind. Aber es wäre ein Verbrechen, Toiletten zu entwerfen, die nach fünf Jahren schon wieder aus der Mode sind und aus der Wand gerissen werden müssen.

Eines der neuesten Produkte, die Sie für Geberit entworfen haben, ist das Dusch-WC AquaClean Mera. Welche Bedeutung hat das Produkt für Sie?
Das Problem der Dusch-WCs in der Vergangenheit war, dass sie zwar großartig waren, aber alle wie medizinische Geräte aussahen. Als Geberit mich vor fünf Jahren anfragte, nicht einfach nur ein Dusch-WC zu entwerfen, sondern „die beste Toilette der Welt“, war ich begeistert.

Sie sind also von den Vorteilen der Reinigung mit Wasser überzeugt?
Die Reinigung mit Wasser ist einfach in jeder Hinsicht besser. Wasser ist viel angenehmer, nachhaltiger und hygienischer. Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der ein paar Wochen lang ein Dusch-WC benutzt, es nicht mehr hergeben möchte.

Das Dusch-WC ist in Asien sehr erfolgreich. Glauben Sie, dass sich Dusch-WCs auch auf dem europäischen Markt durchsetzen werden?
Fast alle Top-Hotels in London, die ich kenne, haben in den letzten drei Jahren in den Hotelzimmern Dusch-WCs installiert. Dasselbe passiert zurzeit in ganz Europa, um die Reisenden aus Asien anzusprechen, die jene Hygiene erwarten, die sie von zu Hause kennen. Japans Fluggesellschaften haben inzwischen sogar Dusch-WCs in ihren Flugzeugen. Bei den meisten Fünf-Sterne-Hotels wird es in den nächsten fünf Jahren zum Standard dazu gehören. Für mich ist es deshalb keine Frage „ob“ 50 Prozent aller Haushalte in Europa Dusch-WCs haben werden, sondern nur noch „wann“. Meiner Meinung nach wird es weniger als 20 Jahre dauern, bis diese Zahl erreicht ist.

Was ist das Besondere an Ihrem Dusch-WC-Entwurf für Geberit?
Mera ist ein technisches Meisterwerk. Wir haben das kleinstmögliche Volumen entworfen und es durch eine Chromabdeckung von der Wand gelöst. Ich wollte, dass Mera wie „schwebend“ und leicht im Raum aussieht. Uns war wichtig, ein Design zu entwickeln, mit dem man die Technik erleben, aber nicht sehen kann.

Und wodurch unterscheidet sich Mera von anderen Dusch-WCs?
Für dessen Entwicklung haben wir mehr als vier Jahre mit rund 30 Ingenieuren aus verschiedenen Sparten bei Geberit zusammengearbeitet. Zusammen haben wir eine ruhige, wunderschöne Toilette entwickelt. Kein anderes Dusch-WC spült heute so leise und gut wie Mera. Die Duschdüse ist sanft, reinigt trotzdem gründlich und ist gleichzeitig mit wenig Wasserverbrauch ökologisch. Die Geruchsabsaugung funktioniert perfekt, mit dem sanften Orientierungslicht muss man nachts kein Licht anmachen. Mit einer wunderbaren Fernbedienung lässt sich das Dusch-WC ganz einfach einstellen. Die Liste der außergewöhnlichen Vorteile ließe sich noch weiterführen.

Welche Trends zeichnen sich Ihrer Meinung nach in der Gestaltung der Badezimmer ab?
Das Bad ist der Raum im Haus, der sich in den nächsten Jahren am meisten verändern wird. Vor allem, was die technischen Innovationen angeht, hat das Bad viel aufzuholen. Für die Küche etwa wurden ständig neue Produkte entwickelt. Mit Spülmaschine, Mikrowelle und Magnetfeldherd hat man die Arbeitsabläufe und den Alltag vereinfacht. Ich finde es erschreckend, dass es im Bad bis heute so wenige neue Patente gibt. Ich bin sicher, dass Produkte wie die Dusch-WCs von Geberit AquaClean eine Entwicklung und neue Trends auslösen. Denn innovative Funktionen wie die Po-Dusche, Warmluftföhn, Geruchsabsaugung und Sitzringheizung erleichtern den Hygienealltag. Und Mera ist eine Toilette, die das Zeug hat, einen Kulturwandel im Bad herbeizuführen!

www.christophbehlingdesign.com

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG
Geberitstraße 1
A-3140 Pottenbrunn
T: (0 27 42) 401-0
E: sales.at@geberit.at
I: www.geberit.atwww.geberit-aquaclean.at

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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