Direkt zum Inhalt
Ai Waiwai

Installation: Purgatory – Fegefeuer

08.10.2020

Ab dem 31. Oktober 2021 zeigt das Architekturforum Aedes in Berlin die Installation „Purgatory – Fegefeuer“ von Ai Weiwei.

Die Installation „Purgatory – Fegefeuer“ steht für einen physischen sowie spirituellen Transitraum, der weltweit und zeitgleich in unterschiedlicher Gestalt entsteht – als Grenzraum, Flüchtlingslager, Gedankenraum – für Millionen von Menschen, die sich im Zustand der Bewegung, des Wartens, des Aufbruchs, der Hoffnung, der Verzweiflung befinden;zwischen dem Ort, den sie verlassen haben und dem ihrer Bestimmung oder Sehnsucht; dem Weg zurück nach Hause, in die Heimat, in eine vorübergehende Fremde oder ins Exil.

Das Zeitalter der Flüchtlinge
„Purgatory“ ist eine Adaption des Projekts „Bus Shelter“, das Ai Weiwei im Rahmen von „Good Fences Make Good Neighbors 2017“ stadtweit im öffentlichen Raum New Yorks platziert hat. Der chinesische Künstler und Aktivist, der selbst im Exil aufwuchs, ergänzt die Installation bei Aedes durch eine Auswahl an großformatigen Portraits von bekannten von bekannten Flüchtlingen – Künstlern, Philosophen, Wissenschaftlern – die in den 1930er Jahren aufgrund der Ideologie des politischen Establishments Deutschland verlassen mussten.

Das Symbol des Fegefeuers
Für Ai Weiwei beschreibt der Begriff Fegefeuer „die gegenwärtige Situation in Europa am besten“. Orte wie die Lager in der Türkei, in Jordanien oder Griechenland sind sozusagen zu Wartesälen geworden, zu Orten, die zwar vorübergehend, aber potenziell dauerhaft sind, an denen Flüchtlingen die Einreise nach Europa verweigert wird und sie gleichzeitig nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Gleich der katholischen Vorstellung vom Fegefeuer als ein Ort, wo man wartet, bis eine unbekannte Autorität entscheidet, ob man entweder in den Himmel oder in die Hölle kommt.

Idenität und Ort
Die Installation dient während der Ausstellung gleichzeitig als transitorischer Raum. Eingeladene Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, Professionen und kulturellen Kontexten werden sich hier im Dialog oder anderweitig performativ über das Abreisen und Ankommen, das verortet oder beheimatet sein und allem, was dazwischen liegt, äußern. Purgatory – Fegefeuer, entwickelte sich aus einer kontinuierlichen Zusammenarbeit von Ai Weiwei und dem ANCB Aedes Metropolitan Laboratory zum Themenfeld Identität und Ort - Grenzen und Territorien.

Über den Künstler
Ai Weiwei selbst ist bis zum 12. Lebensjahr im Exil als der Sohn eines „Rechten“ während der Anti-Rechts-Bewegung groß geworden, studierte in New York, hat in China lange Jahre als Künstler und Aktivist verbracht und lebt heute als eine Art "Permanent Transient" unbeheimatet im Dauerexil in Deutschland und anderen Ländern Europas. Das Thema Vertreibung, Flucht, Ausgrenzung, Exil, das 'Gegeneinander' in den Kulturen, politischer Machtbereiche und in der Gesellschaft spiegelt sich immer wider in den Arbeiten, Aktionen, Fotografiearbeiten und Dokumentarfilmen des Künstlers.

Ab 31. Oktober 2020 bis 7. Jänner 2021
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Eröffnung freitag, 30. Oktober 2020
Keine öffentliche Vernissage

Mehr Informationen:
www.aedes-arc.de

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
Werbung

Weiterführende Themen

Mit „Flirren“ zeigt das Centre Pompidou-Metz die akustisch und visuell einprägsamen, imaginären Landschaften von Susanna Fritscher
Aktuelles
14.07.2020

Unter dem Titel „Flirren“ präsentiert das Centre Pompidou-Metz aktuell die akustisch und visuell einprägsamen, imaginären Landschaften der in Frankreich lebenden österreichischen Künstlerin ...

Aktuelles
24.06.2020

Anlässlich der Ausstellung „Artic Nordic Alpine“ präsentiert das Aedes Architekturforum Berlin von 4. Juli bis 20. August 2020 Projekte des renommierten Architekturbüros Snøhetta.

Viktor Hufnagl und Fritz Gerhard Mayr: Modellschule Wörgl (1969 – 73)
Aktuelles
03.06.2020

Die über zweijährige Recherchearbeit des aut-Teams für die Ausstellung „Widerstand und Wandel“ hat sich gelohnt. Die bisher historisch leicht angestaubten Siebzigerjahre erweisen sich als Ursprung ...

Aktuelles
12.03.2020

Das Messequartier in Dornbirn wurde von 28. Februar bis 1. März zum Treffpunkt für regionale Dienstleister und interessierte Besucher rund um die Themen Architektur, Bauhandwerk, Energie und ...

Yona Friedman in seiner Pariser Wohnung im Jahr 1988
Aktuelles
28.02.2020

Am 21. Februar 2020 ist der Architekt und Stadtplaner Yona Friedman in hohem Alter verstorben. Seine Vision einer leichten, mobilen und auch kostengünstigen Architektur ist ein großartiges ...

Werbung