Direkt zum Inhalt

Kommentar: Wertschätzung

27.09.2018

von Maria Auböck 

Die Wiener Kulturlandschaft zeichnet sich durch einzigartige Bestände an historisch bedeutsamen Ensembles aus, die Stadt lebt von diesen vielen, auch in Privatbesitz befindlichen Gärten und Gebäuden. Große kulturelle Bedeutung hat das zusammenhängende Areal von Palais Schwarzenberg, ­Belvedere und Botanischem Garten im Nordhang des Dritten Bezirks.

Einzigartig in Europa ist, dass diese Grundstücke auf seit dem 18. Jahrhundert unverändert originalen Parzellen liegen. Sie zeigen die Wiener Gartenkultur des späten 18. und des 19. Jahrhunderts, als die Anlagen im Palais Schwarzenberg unter Einbeziehung der wesentlichen barocken Raumelemente verlandschaftlicht wurden. Im 20. Jahrhundert arbeiteten hier bedeutende Gartenkünstler wie J. O. Molnar und ­Albert Esch. Heute steht das Palais ­Schwarzenberg großteils leer, der Garten leidet unter Pflege­mangel. Nun wurden laut Bericht im ­„Standard“ Investoren gefunden und mehrere Neubauten im Garten geplant, das Palais soll wieder Luxushotel werden. Die Einrichtung neuer, auch gastronomischer Funktionen im Gartenareal mit unterschiedlichen Betreibern wird ein heterogenes Erscheinungsbild ergeben und wahrscheinlich dem alten Garten langfristig Schäden zuführen.

In einem Offenen Brief appellieren mehr als 400 Personen aus Kultur, Planung und Wissenschaft an die Eigentümer, die Bauherrnfunktion wahrzunehmen. Es gilt, ein Gesamtkonzept für Garten und Gebäude zu entwickeln. Die Gartendenkmalpflege bezieht sich auf alle Schichten des Bestands. Ein beratendes Fachgremium beizuziehen wäre sinnvoll, um die Chance dieses besonderen Standorts zu nutzen, ein bedeutendes Gartendenkmal zu erhalten.

Werbung

Weiterführende Themen

Meinung
28.08.2018

von Walter M. Chramosta

Meinung
03.07.2018

von Brigitte Groihofer

Meinung
28.06.2018

von Christian Kühn 

Meinung
28.05.2018

von Christian Kühn

Meinung
28.05.2018

von Walter M. Chramosta 

Werbung