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BIG Kunstbestand/Heidrun HenkeGisela ErlacherHeidrun Henke

Konferenz: Die Archivierung der Gegenwart

13.02.2020

Unter dem Titel „Die Archivierung der Gegenwart“ befasst sich am 13. März eine Konferenz an der Wiener Universität für angewandte Kunst mit der Frage nach dem Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum.

Unter dem Begriff „Kunst & Bau“ findet in der BIG ein synergetischer Dialog zwischen Architekten und namhaften österreichischen und internationalen Künstlern statt. In dessen Fokus steht  die Entwicklung, Umsetzung und Betreuung permanenter und temporärer Kunstprojekte in und an ausgewählten Gebäuden der Bundesimmobiliengesellschaft. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Ortsbezogene Kunst, initiiert BIG ART nun erstmals eine zweitätige Konferenz, die sich mit der Frage nach dem Erhalt und der Archivierung der Kunst in Bezug auf den steigenden Bedarf an Sanierungen und Umbauten ebenso wie mit dem Möglichkeitsraum für Neues befasst. Die Konferenz vereint Experten aus den Bereichen Kunst und Bau, Kunst im öffentlichen Raum, Sammlungen, Restaurierung, Kunst und Architektur und spannt diese mit einem Philosophen, einem Netzaktivsten und einem Theologen zusammen. Relevante Fragen sollen bewusst auf einer heterogenen Ebene struktureller Bedingungen und des Einflusses auf die (und von der) Gesellschaft betrachtet und diskutiert werden. Auf sechs Vorträge folgt eine Panel-Diskussion und die Präsentation der Arbeit von Studierenden. 

Panel I
Am Vormittag sprechen drei Experten aus dem Kunstbereich. Christiane Meyer-Stoll ordnet ihren Vortrag der Frage unter „welche Herausforderungen das Sammeln und Bewahren von Kunstwerken mit sich bringt und wie weit das heutige Selbstverständnis überhaupt Möglichkeiten zulässt, Werke nicht zu bewahren“ und führt künstlerische Arbeiten des Kollektivs RELAX (chiarenza & hauser & co) sowie die „Oggetti in meno“ (Minus-Objekte) von Michelangelo Pistoletto an. Henrik Orrje stellt eine kürzlich von der Schwedischen Public Art Agency gemeinsam mit dem National Heritage Fond veröffentlichte Studie zum Thema vor. Katrina Petter stellt Permanenz und Temporalität und die Einschreibung dieser Begriffe in künstlerische Projekte zur Diskussion und präsentiert Arbeiten aus dem renommierten Programm für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich.

Panel II
Jakob Helmut Deibl zeigt in seinem Vortrag auf, dass die Auseinandersetzung mit Kunstwerken nicht zuletzt eine lineare Zeitvorstellung infrage stellt, die sich als bloße Abfolge quantifizierter Zeiteinheiten, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durchlaufen, manifestiert. Linus Neumann ist Sprecher des Chaos Computer Clubs und berät den Deutschen Bundestag in ITSicherheitsfragen. In seinem Vortrag spricht er die ethischen Aspekte der digitalen Speicherung im Hinblick und den Einfluss auf die Gesellschaft an. Hans Ulrich Reck geht in seinem Vortrag von einer „Archivüberfülle, Daten-Hypertrophie, Gewalt der Setzungen in überkommenen, arbiträren, durch Tradition ritualisierten, artifiziellen Dominanzhierarchien“ aus.

Panel III
Roundtable und Diskussion moderiert von Claudia Büttner:
Hans Ulrich Reck (Philosoph und Kunstwissenschaftler), Gabriela Krist (Leitung des Instituts für Konservierung und Restaurierung, Universität für angewandte Kunst Wien), Anna Artaker (Künstlerin), Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs (Architektin, the next ENTERprise architects).

Referenten (in alphabetischer Reihung):
Jakob Helmut Deibl, Theologe und Philosoph, seit 2018 Professore Invitato am Ponfico Ateneo Sant’Anselmo in Rom, Stift Melk: „Figuration des Bleibens. Erhalten und Abschied-Nehmen als Modi der Kunst(werke)“.

Henrik Orrje, Direktor Public Art Agency Sweden: “Maintenance and preservation of public art within the 20th century built cultural heritage – an interdisciplinary field”.

Christiane Meyer-Stoll, Konservatorin Kunstmuseum Liechtenstein, Mitglied der Direktion: „Was wollen wir behalten?“

Linus Neumann, Hacker und Sprecher des Chaos Computer Club Hamburg

Katrina Petter, Leiterin Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich: „Warum wir bis dato an allgemeinen Richtlinien gescheitert sind. Beispiele von Kunst im öffentlichen Raum in Niederösterreich in Bezug auf Fragen von Veränderung, Verfall und Erhalt“.

Hans Ulrich Reck, Philosoph und Kunstwissenschaftler, Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kunsthochschule für Medien Köln und Rektor der Hochschule: „ Von der historischen Kritik zu Kontingenz und Idiosynkrasie“

Moderation: Claudia Büttner, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin, München

Konferenzsprache: Deutsch I Englisch (Simultanübersetzung)

Mehr Informationen:
http://www.big-art.at
http://www.big.at
www.dieangewandte.at

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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