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Leerstand als Geschenk

30.10.2018

Unter dem Titel "Betreten verboten! Strategien gegen den Leerstand von Produktionsstätten" fand vom 10. bis 12. Oktober die 7. Leerstandskonferenz statt und vereinte130 kreative Köpfe, ein altes E-Werk, eine wandlungserprobte Stadt und viele Ideen. Obwohl Leerstand technisch und sachlich klingt, versteckt sich dahinter doch ein hochemotionales Thema. 

Initiator der Leerstandkonferenz in Luckenwalde war das österreichische Architektur- und Planungsbüro nonconform, das als Spezialist für innovative Lösungen für Leerstände gilt. Ein offener Publikumsabend im alten Bahnhofsgebäude eröffnete die Tagung. Einst selbst unwirtlicher Leerstand, hat dessen Transformation zu einer Vorzeigebibliothek der Stadt den Deutschen Städtebaupreis eingebracht. In der anschließenden Podiumsdiskussion zeigte sich, dass der industrielle Leerstand ein sehr emotional behaftetes Thema ist. Es geht um räumliches Potenzial, aber auch um Eigentumsverhältnisse, um die problematische Ästhetisierung von Leerständen und darum, dass nie nur ein Gebäude, sondern auch Menschen, Geschichte und Gefühle betroffen sind. Bei der Strategieentwicklung von Leerstand geht es nicht nur um die künftige Nutzung, sondern auch darum, die besten Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen sich einen Ort auch aneignen können. 

Deutlich wurde, dass es zu unterscheiden gilt zwischen Leerständen in prosperierenden Städten, die große Nachfrage genießen und Trend-Orten im ländlichen Raum. Diese werden oft als Symbol für Stagnation wahrgenommen. Dass aus Leerständen im ländlichen Raum in Kombination mit Leidenschaft, Kreativität und Schaffensdrang Entwicklungsmotoren werden können, bewiesen Referenten, Workshop-Leiter und Teilnehmer. Wichtig ist dabei vor allem die Herangehensweise. Bei einem Bottom up konnten die Teilnehmer bei dem Entwicklungsprozess mit anpacken. So wurde das leerstehende Stadtbad mittags zur Kantine und anschließend zur Bühne für ein Improvisationstheater, bei dem man neue Nutzungsansätze für dieses Denkmal erprobte. 

Für den Beginn eines Transformationsprozesses benötigen Dörfer, Gemeinden, Städte und ihre Leerstände eigentlich nur einen liebevollen Blick. Die vermeintlich kleinste, aber wichtigste Veränderung passiert im Kopf.
Ein Ideen-Feuerwerk rundete die Leerstandskonferenz ab. In Kurzvorträgen stellten 13 Projektentwickler erfolgreiche Leerstandsprojekte vor, unter anderem eine Skifabrik, die zu einem Erholungsheim für langzeitbeatmete Kinder wurde. 

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