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Aslan Kudrnofsky/ MAKAslan Kudrnofsky/ MAKAslan Kudrnofsky/ MAKJohn Madere

Lust am Schönen

16.11.2018

Mit ihrem Ausstellungsprojekt "Beauty" zeigen Stefan Sagmeister und Jessica Walsh im Wiener MAK  ein multimediales, höchst sinnliches Plädoyer für die Lust am Schönen. Die Schönheit im Designdiskurs war und ist nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert eher negativ besetzt. Dieser Antipathie setzen die beiden beeindruckende Argumente entgegen und machen Schönheit als einen zentralen, funktionalen Aspekt ansprechender Gestaltung erlebbar.

Ein Mix aus eigens für die Ausstellung produzierten Installationen und Beispielen aus Produktdesign, Stadtplanung, Architektur und Grafikdesign der Gegenwartskunst zum Sehen, Riechen und Fühlen. Unterstützt von Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik treten Sagmeister & Walsh den Beweis an, dass schön gestaltete Arbeiten die menschliche Wahrnehmung stimulieren und damit besser funktionieren.

Gegliedert in sechs Ausstellungsthemen – „Was ist Schönheit?“, „Die Geschichte der Schönheit“, „Im Auge des Betrachters“, „Schönheit erleben“, „Transformierende Schönheit“ und „Das Schönheitsarchiv“ – entfachen rund 70 Objektgruppen einen ästhetischen Diskurs zur Schönheit als Paradigma für hochwertige Gestaltung.

Der Sensory Room, ein Herzstück der Ausstellung, spielt mit allen Sinnen der Besuchern. Die aus tausenden Swarovski-Kristallen besetzte Außenhülle des inszenierten White Cube verleiht dem Raum einen besonderen Zauber. Im Inneren trifft man auf ständig wechselnde Farben des Sonnenuntergangs, den als "schön" empfundenen Zitrusduft und einen Klangteppich von Gesängen des Malaysischen Sumpffrosches. Den MAK-Haupteingang am Stubenring inszeniert der mit Projektionen bespielte Nebelvorhang Fog Screen. Die These, Symmetrie als universelle Komponente des Schönheitsempfinden, untermauern sie mit mehreren Installationen. Mit einer interaktiven App können die Besucher symmetrische Strukturen generieren und eine damit bedruckte Tote Bag bestellen. 

Wenn wir schönes sehen, empfinden wir positive Emotionen. Schönheit bestimmt seit jeher die Partnerwahl, die Reproduktion und die Evolution. Im Ausstellungsbereich "Die Geschichte der Schönheit" zeigen Beispiele aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte das Begehren nach Schönheit. Das ästhetische Empfinden ist weniger subjektiv als gemeinhin angenommen. Bemerkenswerte Ähnlichkeiten in verschiedenen Kulturen und Zeitepochen werden in der Ausstellung aufgespürt. Im The Color Room geht es um die Farbwahrnehmung. Schönheit hat das transformatorische Potenzial, die Welt zu verbesssern. 

Beauty schließt mit einem von Sagmeister & Walsh kuratierten „Schönheitsarchiv“ mit den formal schönsten Exponaten des MAK. 

Die Ausstellung kann noch bis zum 31.März 2019 im MAK besichtigt werden. 

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