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Mit Licht den Raum inszenieren

06.03.2018

Für Tzou Lubroth Architekten schafft Licht Emotionen. Im Rahmen der Neugestaltung des Betriebsrestaurants für das Wiener Pharmaunternehmen Octapharma entschieden sie sich daher für Licht-Szenarien abseits jeglicher Norm.

„Licht ist für uns ein immens wichtiges Gestaltungsmittel“, sagen Gregorio Lubroth und Chieh-shu Tzou von Tzou Lubroth Architekten. Entsprechend spielt Licht – in diesem Fall unter Verwendung von Leuchten des italienischen Beleuchtungsspezialisten Artemide – neben unterschiedlichen eingesetzten Materialien, die Hauptrolle beim Umbau und der Neugestaltung des Betriebsrestaurants „Oben“ des weltweit tätigen Pharmakonzerns. Auf insgesamt 900 Quadratmetern residiert. Das 900 Quadratmeter große Betriebsrestaurant in der Wiener Niederlassung – der größten des erfolgreichen Plasmaproduzenten – befindet sich im obersten Stockwerk eines Industriebaus der 1990ger Jahre.

Licht als Emotion
Tzou Lubroth, Gewinner eines geladenen Wettbewerbs, konzentrierten sich in ihrem Entwurf darauf, der riesigen Industriehalle in der Anwendung von Licht und ausgesuchten Materialien vor allem eine menschliche Dimension zu verleihen. Eine der Herausforderungen war es, ein entsprechendes Umfeld zu schaffen, das den Mitarbeitern der Plasmaproduktion, durchgehend 24 Stunden lang läuft, zu jeder Tages- oder Nachtzeit nicht nur ausreichend Tageslicht, sondern auch unterschiedlichste Lichtszenarien bietet. Unter dem Motto „Licht ist Emotion“ entwarfen Tzou Lubroth ein Licht-Programm, das einerseits aus Artemide-Leuchten wie Tagora, andererseits aus programmierten Lichtszenarien besteht, die je nach Tageszeit oder Anforderungen abrufbar sind. 
„Ausgangspunkt unserer Überlegungen war, dass das Restaurant rund um die Uhr von den Mitarbeiten genutzt wird, somit ein immer wieder verändertes Erlebnis bieten sollte – mit Licht als emotionalem Hauptakteur. Wir analysierten die Ausgangsbasis, also die Lichtsituation während des Tages und der Woche und entwarfen passend dazu verschiedene Szenarien mit RGB-Licht. Die Lichtfarbe wechselt somit stündlich und signalisiert den Mitarbeiten intuitiv, wann die Pausenzeit zu Ende geht“, erzählt Gregorio Lubroth.
Umgesetzt wurde das komplexe Lichtprogramm mit der Leuchte SuperSpike, die dimmbares, hochkonzentriertes LED-Licht sowohl für den Einsatz an der Wand als auch an der Decke bietet. Das farbige Licht dient nicht nur der Orientierung des Personals, sondern unterstreicht und betont zugleich die unterschiedliche Materialität der einzelnen Bereiche: Die Buffetstationen bestehen aus Granit, beleuchtet mit dem Strahler Parabola, das Self-Service aus pulverbeschichtetem Stahl, der Speisesaal mit seinen Holz-Tischen und -Stühlen wird mit insgesamt 90 Stück des Cata LED-Strahlers akzentuiert. Im sogenannten Private Dining Room – durch Glas und einen Vorhang abgetrennt – unterstreichen mit Leder bezogene Bänke die exklusive Atmosphäre. Hier kommt die Leuchte Tagora in der Größe von 970 Millimeter, mit ihrem Leuchtkörper aus Aluminium in schwarz und orange als Deckenleuchte zum Einsatz.

Licht als Verantwortung
Die komplexe Programmierung der Licht-Szenarien nach den detaillierten Vorgaben von Tzou Lubroth war für Artemide eine schöne Herausforderung, die das „Oben“ auch bei kontinuierlicher Nutzung zu einem lebendigen und aufregenden Ort macht. Artemide stand den Planern bei der Umsetzung auch angesichts der hohen technologischen und qualitativen Anforderungen als kompetenter und verlässlicher Partner zur Seite. Sowohl der Einsatz von LED als auch die Programmierung der Lichtszenarios sind Teil der Nachhaltigkeitsüberlegungen der Architekten – schließlich haben sie detailliert analysiert, wann das Betriebsrestaurant wieviel Licht benötigt. Licht ist im „Oben“ aber nicht nur ein Hauptakteur was die Gestaltung anbelangt, sondern erfüllt dabei auch die Artemide-Philosophie „Responsible Light“, die ganz im Sinne der Nachhaltigkeit den gesamten Produktionszyklus von der Herstellung über die Nutzung bis zum Recycling der Leuchten berücksichtigt.

www.artemide.at

 

Objekt Betriebsrestaurant „Oben“, Octapharma, Wien
Fläche 900 m2
Architekten Tzou Lubroth / www.tzoulubroth.com

Verwendete Leuchten:
Superspike                                        Programmierte Licht-Szenarien
CATA                                                 Speisesaal
Tagora Decken-/Einbauleuchte         Private Dining Room
Parabola und Zeno Up 4                   Food-Theke
Dedalo und Tagora 80 Einbau          Buffetstationen, Nassräume

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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