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BühneSchwarzau von Carolin Martin, Janina Müller und Philipp Spörl

Öffentlichen Raum neu gestalten

19.12.2017

Der „Paving Design Award 2017“ – ausgelobt vom Forum Qualitätspflaster (FQP) – zeichnet interdisziplinäre studentische Entwürfe zur Neugestaltung des öffentlichen Raumes in der Gemeinde Schwarzau (NÖ) aus. Am 1. Dezember wurden die Sieger ermittelt.

Der Platz, der verbindet von Karl Engelmaier, David Hacker und Katharina Peischl
Wohin der Stein fällt von Viktoria Blaschek, Jana Forsthuber und Simon Ransmayr

Studierende der Masterstudien Landschaftsplanung & Landschaftsarchitektur (LAP & LARCH) sowie der Kulturtechnik & Wasserwirtschaft (KT & WW) waren an diesem interdisziplinären studentischen Ideen-Wettbewerb teilnahmeberechtigt. Fachlich begleitet wurde der Wettbewerb von der Universität für Bodenkultur Wien, von Anita Drexel und Joachim Kräftner vom Department Bautechnik und Alpine Naturgefahren, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau sowie durch das Department Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur durch Roland Tusch, Julia Backhausen-Nikolic und Michael Meschik des Instituts für Verkehrswesen. Die Wettbewerbsbeiträge entstanden im Rahmen fächerübergreifender Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017.

Die eingereichten Projekte wurden in erster Linie nach folgenden Kriterien beurteilt: Angemessene freiraumplanerische, verkehrsplanerische und gestalterische Lösung; Einbindung des Entwurfs in den ländlichen Kontext; Maßstabsgerechte Reaktion auf den Bestand; Gezielter Einsatz von Pflanzen und Baumaterialien als Gestaltungsmittel; Qualität der Oberflächen, insbesondere der Pflasterflächen sowie Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Lösung in Herstellung und Unterhalt.

Das Projektgebiet umfasste die Landesstraße „Pittener Straße“ (diese mündet in die Wechselbundesstraße) sowie die Gemeindestraßen Kirchenplatz, die Alleestraße und die Verbindung mit Brücke zur Uferstraße. Detailliert auszuarbeiten war der Teil des Projektgebiets mit Pittener Straße und Kirchenplatz auf einer Fläche von ca. 3.700 Quadratmetern und deren Oberflächen im Rahmen der Budgetvorgabe neu gestaltet werden konnten Im Projektgebiet befinden sich als öffentliche Einrichtungen der Gemeinde Kirche, Pfarrhof, die Volksschule Schwarzau, Kindergarten, Missionszentrum und Betreutes Wohnen (in Bau). Für die Gestaltung sah die Gemeinde Schwarzau ein Budget von 200.000 Euro (netto) vor, das von den Teams einzuhalten war. Die Budgetvorgabe beinhaltete die Herstellung der Oberflächen exklusive Abbruchskosten, Beleuchtung, Bepflanzung, Möblierung, Entwässerung und Planungskosten. Die Gemeinde Schwarzau am Steinfeld plant die Realisierung des Siegerprojektes in Kooperation mit einem befugten Planungsbüro unter Einbindung der Verfasser des umzusetzenden Projekts. Starten soll die Realisierungsphase voraussichtlich 2018.

Wettbewerbsaufgabe

Von einer sorgfältigen Analyse und kritischen Prüfung der Gemeindeanliegen sowie der bestehenden örtlichen Situation und Ausstattung ausgehend waren angemessene Konzepte und Planungsvorschläge zu erarbeiten, die mit ihrem eigenständigen Ausdruck die Charakteristik des Ortes stärken sollten und dabei in den ländlichen Kontext einzubetten waren. Die öffentlichen sowie halböffentlichen Bereiche waren ihren Funktionen und Potenzialen entsprechend in hoher Qualität zu gestalten. Pflanzen und Baumaterialien waren in den Entwürfen sorgfältig zu definieren.

Zu bearbeiten war die Aufgabe auf Konzeptebene – in Form eines verkehrsplanerischen und freiraumplanerischen Konzepts mit dem Ziel der Verkehrsverbesserung, auf Entwurfsebene war ein landschaftsarchitektonischer Entwurf zu entwickeln. Und auf Detailebene waren die Konzepte und der Entwurf in Form einer gestalterischen und bautechnischen Detailplanung zu vertiefen. Durch den gezielten Einsatz von Baumaterialien und Pflanzen als Gestaltungsmittel war der Entwurf zu untermauern. Außerdem sollte die detaillierte Ausarbeitung den technischen Standards entsprechen und umsetzbar sein. Auch war eine gestalterisch und bautechnisch qualitativ hochwertige Oberflächengestaltung als wirtschaftlich vertretbare Lösung darzustellen. Die Ausloberin wünschte sich bei der Gestaltung der Oberflächen einen hohen Anteil an Pflasterflächen, sofern technisch möglich und umsetzbar. Die Auswahl geeigneter Materialien oblag den Teams und war im Projektvorschlag darzustellen und zu begründen.

Die Juryentscheidung

Als Sieger ging das Projekt „Bühne Schwarzau von Carolin Martin, Janina Müller, Philipp Spörl hervor. Das Projekt überzeugte die Jury durch die konsequente Grundidee einer Bühne zur Begegnung. Diese stellt eine maßstabsgerechte Reaktion zum Bestand dar und schafft eine attraktive Gliederung der Platzfläche, die durch die Setzung der Bäume unterstrichen wird.

Mit dem zweite Preis wurde das Projekt „Der Platz, der verbindet“ des Teams Karl Engelmaier, David Hacker und Katharina Peischl ausgezeichnet. Dieser Vorschlag weist eine klare Zonierung in gepflasterte Platzfläche, großzügige Grünfläche und Fahrbahn auf. Die Einbindung des Flusskieselpflasters, der Erhalt der bestehenden Linden sowie eine durchdachte Auflösung der Höhen fiel der Jury positiv auf.

Auf Platz drei landete der Entwurf „Wohin der Stein fällt“ von Viktoria Blaschek, Jana Forsthuber und Simon Ransmayr, der dem Thema Stein in zweierlei Hinsicht gewidmet ist: Zum materialisiert sich dieses in der Wahl der Bepflanzung, zum anderen in der Verwendung dominanter Natursteinquader.

www.fqp.at

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