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Alfredo BarsugliaJohannes Siglär

Otto Mauer-Preis 2019

12.11.2019

Der Otto Mauer Fonds vergibt die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 39. Mal. Der diesjährige Preisträger ist der in Wien lebende und arbeitende steirische Künstler Alfredo Barsuglia.

Seit 1981 verleiht der Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst. Der Fonds wurde von Kardinal Dr. Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Dr. Karl Strobl, gegründet. Aufgabe der Einrichtung ist es, das besondere Anliegen von Monsignore Otto Mauer, den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

Installationen des Alltags
Der Preisträger schafft alternative Orte im öffentlichen Raum, wie etwa die „Mariainsel“ in Fürstenfeld (2018), „Hotel Publik“ in Innsbruck (2013) oder „Social Pool“ in Kalifornien/USA (2014), die als Installationen im Alltag benützt werden können und gleichzeitig als artifizielle Fremdkörper verstören. Barsuglia spielt mit Fiktion und Realität, er entwickelt Räume für Räume, gestaltet Gegenräume und besetzt den Architekturraum bzw. bringt die Natur in den zivilisierten Raum, in Galerien wie Museen genauso, wie er umgekehrt mit seiner Kunst in die Natur geht. Er entwickelt theatralische Szenerien und kulissenhafte Gegenwirklichkeiten. Barsuglia reichert alltägliche Orte mit absurden Elementen an und stellt so die alltägliche Wahrnehmung der Betrachter infrage. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk bricht er auch immer wieder den eigenen konzeptionellen Zugang und überrascht durch plötzliche Kehrtwendungen und Brüche.

Eine unverkennbare Bildsprache
Die Jury des Msgr. Otto Mauer Preises 2019 bestehend aus Catrin Bolt (Msgr. Otto Mauer Preisträgerin 2015), Ursula Hübner (Professorin, Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz am Institut für Bildende Kunst und Kulturwissenschaften Malerei und Grafik), Günther Oberhollenzer (Kurator, Landesgalerie Niederösterreich, Krems), Johanna Schwanberg (Direktorin, Dom Museum Wien) und Gustav Schörghofer SJ entschied, bestimmte eintimmig den diesjährigen Msgr. Otto Mauer Preis Alfredo Barsuglia zuzuerkennen. Besonders überzeugt hat die Jury, dass sich Alfredo Barsuglia in seinem umfangreichen Werk seit Jahren mit künstlerisch und gesellschaftspolitisch höchst relevanten Themen (Ökonomie, Ökologie, Umgang mit Natur, Funktion von Kunst/Kultur etc.) auseinandersetzt und diese in eine unverkennbare Bildsprache umsetzt. Barsuglias künstlerisches Werk ist inhaltlich wie auch formal ausgesprochen vielgestaltig. BArsuglia arbeitet medien- und gattungsübergreifend, kreiert Malereien, Zeichnungen, Objekte, Performances, Videos und Rauminterventionen. Nie geht es ihm um die bloße Präsentation eines einzelnen Werks, jede Malerei, jedes Objekt ist Teil eines größeren Ganzen, einer komplexen Geschichte. Aus hyperrealistischen Malereien, Skulpturen, verfremdeten Fundstücken der Natur wie auch der Alltagswelt und Industrie schafft er raumgreifende poetisch-irritierende Installationen, die oft auch die Besuchern in einem partizipativen Akt in das theatralische Geschehen miteinbeziehen. Ein feines Gespür für Materialität und ein subtiler Umgang mit Sprache in Form  pointierter Titel zeichnen den Künstler weiters aus, der seine Projekte ästhetisch laboriert und technisch gekonnt umsetzt.
In den vergangenen 39 Jahren waren insgesamt rund 100 prominente Vertreter aus dem zeitgenössischen Kunstbereich – Künstler, Kuratoren, Museumsdirektoren und Journalisten – in der alljährlich wechselnden Jury vertreten. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren.

Zurzeit sind Arbeiten von Alfredo Barsuglia in der Einzelausstellung „Take on me“ im Tresor im Bank Austria Kunstforum Wien bis einschließlich 12. Jänner 2020 zu sehen.

Die Preisverleihung findet am am 4. Dezember 2019 um 19:30 in der Jesuitenkirche Wien, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien statt.

Mehr Informationen: www.otto-maurer-fonds.at

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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