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Rückblick: Monumento Salzburg 2020

13.03.2020

Die Fachmesse Monumento Salzburg präsentierte sich vom 5. bis 7. März 2020 in ihrer fünften Ausgabe mit 140 Ausstellern und vielfältigem Rahmenprogramm. Rund 2.200 Besucher informierten sich über die Themen Kulturerbe, Denkmalpflege, Restaurierung und traditionelles Handwerk.

„Die Monumento Salzburg war in ihrer fünften Auflage einmal mehr Drehscheibe für Networking und den Länder-übergreifenden Austausch von Ausstellern und Besuchern. Wir freuen uns, vor allem auch junge, in Ausbildung stehende Menschen für Kulturerbe, Denkmalpflege und traditionelles Handwerk begeistert zu haben. 140 Aussteller aus zehn Ländern präsentierten eindrucksvoll ihre Expertise in den Bereichen Kulturerbe, Restaurierung, Handwerk und Denkmalpflege. Dazu gab es für Besucher die einmalige Gelegenheit, sich mit modernen Technologien wie etwa Schadensanalyse mittels Drohnenfotografie oder 3D-Druck vertraut zu machen“, resümiert  Alexander Kribus, Geschäftsführer der Messezentrum Salzburg GmbH.

Feierliche Eröffnung und Empfang in der Residenz
Feierlich eröffnet wurde die Messe von Ulrike Lunacek, Staatssekretärin für Kunst und Kultur, sowie Landeshauptmann-Stellvertreter  Heinrich Schellhorn, zuständig für Kulturerbe und Denkmalschutz im Land Salzburg. „Restaurieren und revitalisieren ist eine Investition in nachhaltige Entwicklung“, so Lunacek. „Wenn wir uns um das (bau-)kulturelle Erbe kümmern und dabei stets den Ausgleich zwischen sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Zielsetzungen suchen, leisten wir einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität der Menschen, zur Aufwertung des Wirtschaftsstandortes Österreich und zur Umsetzung der baukulturellen Leitlinie des Bundes. Wir erinnern an die Vergangenheit und schaffen damit Zukunft.“ Erfreut zeigte sich die Kulturstaatssekretärin als überzeugte Europäerin über den europäischen Austausch, den die Monumento-Salzburg anregt. Schellhorn resümiert: „Kulturelles Erbe, Revitalisierung und Sanierung bedeuten nicht nur, wertvolles Kulturgut zu bewahren, sondern auch Ressourcenschonung und Klimaschutz“.

Bewahrung des kulturellen Erbes
Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der die Monumento-Aussteller am selben Abend zum Empfang in die Salzburger Residenz lud, betonte, dass allein in der Landeshauptstadt mehr als 700 historisch bedeutsame Objekte unter Denkmalschutz stünden. „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Bewahrung des kulturellen Erbes bewusst. Salzburg ist ein Beispiel dafür, dass es keinen Widerspruch zwischen Tradition und Innovation geben muss. Darum hat Salzburg etwa auch seinen Festspielbezirk oder seine Altstadtuniversität und seine Museumslandschaft im respektvollen Neben- und Miteinander zwischen erhaltungswürdiger historischer Substanz und zeitgemäßer Nutzung und Erneuerung entwickelt.“

Branchentreff und Fachtagungen in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt
Erstmals führte der Österreichische Restauratorenverband seine Fachtagung – heuer bereits in der 26. Auflage – auf der Monumento Salzburg durch. „Die Kombination aus Messe und Tagung wurde von unseren Mitgliedern begeistert aufgenommen und vielfach genutzt. Dank der großzügigen Unterstützung der Messezentrum Salzburg GmbH schauen wir nicht nur auf eine gelungene und erfolgreiche Tagung, sondern einen breiten fachlichen Diskurs mit interessanten Gesprächen und anregenden Podiumsdiskussionen zurück“, so Dipl.-Rest. Susanne Beseler vom Österreichischen Restauratorenverband.

Hochkarätiges Rahmenprogramm
Besonderer Publikumsmagnet waren die vielen hochkarätigen Podiumsdiskussionen, allen voran das Kulturgespräch „Overtourism – Segen und Fluch“, dessen Diskutanten Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren. Unter der Leitung von Hedwig Kainberger diskutierten Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner, Emanuele Amodei, Ambassador of the City of Florence, Andreas Gfrerer, Arthotel Blaue Gans,  Christoph Ferch, Liste SALZ, Karl Kern, ORF Salzburg und Altstadtbewohner, und  Kurt Luger, Universität Salzburg, Unesco-Lehrstuhlinhaber für Kulturelles Erbe und Tourismus.  Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag „Gestalten statt Verschandeln – Wider die Wegwerfarchitektur“ von ORF-Anchorman Tarek Leitner, der zahlreiche fachkundige Besucher anzog.

Eine Plattform für den Austausch
Im Rahmen der Messe präsentierte sich auch das europäische Netzwerk Herifairs, dessen Mitglied die Monumento Salzburg ist. Weitere Mitglieder sind die Florence Art and Restoration Fair, die spanische AR&PA Bienal Iberica de Patrimonio Cultural sowie die Spira – agência de revitalização patrimonial. „Dieses europäische Netzwerk ist die erste operative Plattform zum Austausch und zur Entwicklung von Synergien“, so  Ronald Gobiet, Kunsthistoriker, Konsulent und ehemaliger Salzburger Landeskonservator im Bundesdenkmalamt. 

Die nächste Monumento Salzburg findet vom 10.- 12. März 2022 statt.
Mehr Informationen: http://www.monumento.at

Autor/in:
Redaktion Architektur & Bau Forum
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