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See in Sicht – Terrasse mit Ausblick

06.11.2018

Mit seinen ausladenden Terrassen stellt der Wohnbau von Gerner Gerner Plus auf dem Baufeld J3D der Seestadt Aspern dem zentralen See der modernen Planstadt ein gebührendes Äquivalent gegenüber.

Die Form des Baukörpers ergibt sich dabei aus der Strukturgebietswidmung, welche in der Seestadt zur Anwendung kommt. Sie gibt keine Bauklasse vor, sondern „lediglich“ die bebaubare Fläche, den umbauten Raum und eine maximale Gebäudehöhe, was den Planungsspielraum um einiges erhöht. Eine gedeckelte Nutzfläche innerhalb des Volumens sorgt darüber hinaus für eine aufgelockerte Struktur auch im Inneren.

„Es wirkt als würde man in der Seestadt von Baufeld zu Baufeld dazulernen. Gab es bis vor Kurzem noch keine Terrassenhäuser, so sind durch neue Regulierungsmaßnahmen und den Gestaltungsbeirat, durch den jedes Projekt muss, jetzt  auch solche Formen möglich“, sagt Peter Maier von Gerner Gerner Plus. Durch die Terrassierung wird die Wohnnutzfläche bezogen auf das Volumen optimal ausgenutzt. Natürlich hätte man dies auch anders lösen können, etwa indem man Löcher in das Maximalvolumen schneidet. Die unverbaute Sicht auf den See forderte jedoch geradezu ein Gegenüber, welche den fantastischen Ausblick mit einer entsprechenden Ausgestaltung würdigt. Im Falle des Wohnbaus von Gerner Gerner Plus geschieht dies mit ausladenden Terrassen an der dem See zugewandten Stirnseite und einem umlaufenden Balkonband an den Längsseiten.

Maßgeschneidert

„Unser Ziel war es, von jedem Aufenthaltsraum aus eine direkte Austrittsmöglichkeit auf den umlaufenden Balkon zu ermöglichen, und dieses Ziel haben wir weitgehend erreicht“, sagt Gerda Maria Gerner. Um dabei nicht allzu große Flächen und somit Kosten zu generieren, springt das Betonband aus Sichtbeton-Fertigteilen je nach dahinterliegendem Raum vor und zurück. Die dadurch entstehende Plastizität der Fassade wird durch eine dezente Farbgestaltung zusätzlich verstärkt. Geprägt wird das Erscheinungsbild der Fassade jedoch vor allem durch unterschiedliche Brüstungshöhen, die maßgeblich zum identitätsstiftenden Charakter des Gebäudes beitragen. Trotz Rücksprüngen auf eine Balkontiefe von teilweise bis zu 80 Zentimetern, stellten die in Summe dennoch immer noch sehr großen Balkonflächen hinsichtlich ihrer Entwässerung eine Herausforderung dar. Um die erforderliche Menge an Regenrohren auf ein Minimum zu reduzieren, galt es hier gemeinsam mit der Baufirma ein ausgetüfteltes Entwässerungskonzept zu entwickeln.

Die Größe der einzelnen Fertigbetonelemente musste darüber hinaus nach einem wohlüberlegten Fugenbild auf eine maximale Länge von sieben Metern begrenzt werden, um deren Transport ohne großen Sattelschlepper zu ermöglichen, da dessen Einsatz aufgrund der vielen umliegenden Baugruben keine mögliche Option dargestellt hätte. Aufgrund des teilweise heftigen Windaufkommens stellt ein angemessener Windschutz ein entscheidendes Kriterium für Qualität und Nutzbarkeit der Freiräume in der Seestadt dar. Jedem Gebäude liegt daher ein Windgutachten zugrunde, auf welches reagiert werden muss. Gerner ­Gerner Plus machte aus dieser Not eine Tugend. Die intensive Begrünung der in die Dachgärten integrierten Pflanzentröge, hätte sich unter anderen Umständen wohl kaum argumentieren lassen.

Innere Größe

Die gedeckelte Wohnnutzfläche innerhalb des vorgegebenen Volumens macht sich im Inneren durch eine für Wohnbauten recht ungewohnte Großzügigkeit bemerkbar. Gangverbreiterungen sorgen für eine Auflockerung der Erschließungsflächen und sind entsprechend des vom See abgeleiteten Farbkonzepts in jedem Geschoß in einen anderen Blauton getaucht. Neben dem identitätsstiftenden Effekt verstärkt sich dadurch auch ihre räumliche Wirkung.

Sowohl der Haupteingang an der Maria-­Tusch-Straße als auch ein über mehrere Geschoße durchgehendes Nebentreppenhaus münden in eine kompakte Mittelgangerschließung, welche in jeder Etage lichtdurchflutet ist und dadurch nicht abgeschlossen wirkt. „Das Licht kommt mal von unten, mal von vorne, mal von der Seite und dann von oben“, beschreibt Gerda Maria Gerner das natürliche Belichtungskonzept.

Raumprogramm, statisches ­Konzept

Während in den Obergeschoßen insgesamt 78 frei finanzierte Eigentumswohnungen – darunter im Makler-Jargon auch sogenannte Vorsorgemodelle – umgesetzt werden, befindet sich im Erdgeschoß auf der dem See zugewandten nordöstlichen Seite ein Kindergarten. Im südwestlichen hinteren Bereich wurde hingegen ein großzügiger Fahrradabstellplatz angeordnet. Gab es anfangs noch ein durchgehendes statisches Konzept, bei welchem sich die Schottenbauweise der Regelgeschoße auch im Erdgeschoß fortführte, so wurde dieses im Zuge der Planungen zugunsten eines flexibleren Grundrisses im Kindergarten noch einmal umgedreht. „Im Prinzip treffen nun je drei unterschiedliche statische Systeme für Regelgeschoß, Erdgeschoß und Tiefgarage aufeinander. Gelungen ist uns dies durch eine statisch wirksame Rippendecke zwischen dem Erdgeschoß und den Obergeschoßen“, erklärt Peter Maier. Die Lasten des südwestlichen hinteren Teils des Gebäudes, unter welchem sich der offene nur von einer Lamellenfassade aus Aluminium umschlossene Fahrradabstellplatz befindet, werden von schräg liegenden Stützen getragen.

Freiraum

Neben der gemeinsamen Tiefgarage, welche das Terrassenhaus von Gerner Gerner Plus mit zwei weiteren von der Buwog in Auftrag gegebenen Gebäuden verbindet, hält auch ein durchgehendes Freiraumkonzept von Landschaftsarchitekt Paul Kandl die drei Baukörper zusammen. Alle drei Gebäude teilen sich einen gemeinsamen Kleinkinder- und Jugendspielplatz. Weitere Freiflächen wurden dem Kindergarten zugeordnet.
 


 

PROJEKTDATEN

Wohnbau
Seestadt Aspern

Auftraggeber

BUWOG - Bauen & Wohnen GmbH
Architekt GERNER GERNER PLUS
Örtl. Bauaufsicht CONSPEED Baumanagement GmbH
Statiker IBBS ZT - GmbH
Gebäudetechnik (Hlks, Elektro) dp Gebäudetechnik GmbH
Vermessung Porr Bau GmbH, ARGE Vermessung
Bauphysik iC consulenten - Ziviltechniker GesmbH
Konzept Versickerung Eurofins water&waste GmbH
Baustellenkoordination IG Control
Generalunternehmer Porr Bau GmbH
 
Baubeginn Sommer 2017
Fertigstellung voraussichtl. Frühjahr 2019
Wohneinheiten 78+5-gruppiger Kindergarten für 0 bis 6 Jahre   
(Wohn)Nutzfläche
oberirdisch ohne Loggia/Balkon/Terrasse   
inkl. Loggia
5.167,90 m²
5.366,84 m² + 705 m² Kindergarten

 

ARCHITEKTEN

GERNER GERNER PLUS

Bereits die ersten Einfamilienhäuser, Um- und ­Zubauten von Gerner Gerner Plus überraschten mit ungewöhnlichen Lösungen und trugen in konzentrierter Form die Potenziale ihrer ­Arbeitsweise in sich, die zu Konstanten ihrer Architektur wurden: die enge Zusammenarbeit mit den Bauherren, ihre Vorliebe für bestimmte Materialien oder das ­Ausfeilen von Raumkontinuen mit oftmals spektakulärem ­Ausblick. Bis heute entwickeln Gerner ­Gerner Plus Bauten in intensiver Auseinandersetzung mit dem Ort.

gernergernerplus.com

 

Autor/in:
Gertrud Purdeller
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