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Ivar KvaalIvar KvaalIvar KvaalInger Marie Grini/Bo Bedre NorgeIvar KvaalIvar Kvaal

Unter Wasser

25.03.2019

Das erste europäische Unterwasserrestaurant wurde in Lindesnes, Norwegen, eröffnet. Mit dem Entwurf dieses spektakulären Baus wurde das norwegische Architekturbüro Snøhetta beauftragt. Das Gebäude fungiert gleichzeit als Forschungszentrum für die Unterwasserwelt. 

Wie eine Felsformation wirkt das 34 Meter lange Bauwerk. In Form eines Monolithen ist es halb im Meer versunken und ruht fünf Meter unter der Wasseroberfläche direkt auf dem Meeresboden. Dabei dient die Betonschale des Gebäudes als künstliches Riff, das Napfschnecken und Seetang eine neue Heimat bietet. Das Eichenfoyer empfängt die Gäste auf ihrem Weg in das Restaurant unter Wasser. Über ein ebenfalls in Eiche ausgekleidetes Treppenhaus mit dunklen, rohen Stahlgeländern und Messingrohrhandläufen steigt man hinab in den etwas weicher gestalteten Innenraum. Die Deckenoberfläche verändert sich, aus der eher rohen Eiche in textile Gestaltung. Als Metapher für die Reise in den Untergrund wird die auch Farbe des textilverkleideten Innenraums dunkler und intensiver, je tiefer man sich unter Wasser begibt. 

In der Mezzanine-Ebene, wo das Gebäude das Meer erstmals berührt, ist ein großes vertikales Fenster in die Seite des Baus eingeschnitten, das sich vom Meeresspiegel bis zum Meeresboden erstreckt. Das Fenster zeigt die Konvergenz von Meer und Luft, wobei die unbeständige Wasserlinie zur Intensität des Windes tanzt. Im Hauptspeisesaal öffnet sich das großformatige Fenster des Restaurants und erlaubt wie ein Periskop einen Blick auf den Meeresboden wodurch die Gäste mit der Tierwelt außerhalb in Kontakt treten. Die Sicht aus dem Fenster verändert sich im Laufe des Tages und der Jahreszeiten, Farbchangierungen des  Wassers werden deutlich wahrnehmbar, vom Saphirblau eines kalten Wintertages bis zum Smaragdgrün in der Sommersaison. 

Ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem minimiert das Reflexionsvermögen des Panoramafensters und maximiert die Sicht auf das Meeresleben außerhalb des Restaurants. Der Meeresboden wird während der dunklen Stunden außerhalb des Restaurants künstlich beleuchtet, um Fische anzulocken.
Ein wichtiger Schwerpunkt bei der Auswahl der Materialien war die Variation der unteschieldichen Materialarten und Oberflächen je nach Verwendung und Platzierung im Restaurant. Rauere Holzoberflächen prägen den Eingangsbereich sowie die Rückseite des Hauses und entwickeln sich zu immer raffinierteren Oberflächen im Speisesaal. 

Eigens für das Restaurant wurde auch eine Möbelserie entworfen, mit dem Stuhl als zentralem Gegenstand. Durch die Anwendung traditioneller Handwerksmethoden repräsentiert die Möbelserie die Philosophie des gesamten Projekts, solide Strukturen für die Zukunft zu bauen, ohne die natürliche Schönheit der Rohstoffe zu beeinträchtigen. 

Auf einem Lastenkran, zwanzig Meter vom späteren Standort entfernt, wurde das Restaurant als Betomhüller errichtet. Noch bevor der Baukörper an seine endültige Position verbracht wurde, wurden alle Fenster eingesetzt. Um das Bauwerk an seinem Standort zu verankern, musste dieses vorweg mit Wasser gefüllt werden, um es zum Sinken zu bringen. Nach der erfolgreichen Verankerung an der Bodenplatte konnte das Wasser abgelassen werden und die Innenausbauarbeiten konnten beginnen. 

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