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„Urban Thread and not Urban Threat“ (Narrative on place and people)

27.06.2013

Der Architekt Rasem Badran spricht im Rahmen eines Werkvortrags über seine Projekte und seine Erfahrungen mit Bauen im aktuellen sozialen, kulturellen und politischen Kontext in den arabischen Ländern. Der Vortrag findet am 3. Juli 2013 um 19:00 Uhr im Hörsaal 7 der Technischen Universität Wien statt.

Vortrag: 3. Juli 2013 um 19:00 Uhr

Ort: Hörsaal 7, Technische Universität Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien

Ein Projekt von: Department of Spatial and Sustainable Design/e2533            

Information: Julia Rogner/e2533,
mailto: office2533@raumgestaltung.tuwien.ac.at
tel: 01 58801-25601

Eintritt frei!
Infos im Web:
http://www.raumgestaltung.tuwien.ac.at/nachrichten/items/rasem-badran-urban-thread-an-not-urban-threat.html

http://rasembadran.com 

                                                                      

Rasem Badran – Architektur als Dialog

Der 1945 in Jerusalem geborene Architekt Rasem Badran ist bekannt für seine Projekte, die die rationale, systematische Herangehensweisen des Westens mit den intuitiven, traditionellen Methoden seines Heimatlandes kombinieren. Seine Schwerpunkte sind weit gefächert, und gehen von städtebaulichen Projekten bis zu individuellen Privatwohnhäusern.

Sein Vater, ein renommierter islamischer Kunsthandwerker setzte die ersten Impulse zur Ausbildung Rasems und förderte die Entwicklung seines herausragenden Zeichentalents. Rasem absolvierte dann sein Architekturstudium an der Technischen Universität Darmstadt. Der westliche, futuristische Einfluss und die Erfahrung, die er durch die Mitarbeit an großen, internationalen Projekten wie dem Münchner Olympia-Stadion sammeln konnte, prägen Rasems Entwürfe. Seine Arbeit basiert auf einem methodologischen Zugang, in dem er Architektur als Dialog zwischen aktuellen Bedürfnissen und dem historischen, kulturellen vererbten Werten bezeichnet. Rasem Badran ist ständiges Mitglied beim Academic Council for the international Academy of Architecture (I.A.A.), wo er die Position des verstorbenen Architekten Hassan Fathy übernahm. Für die Große Moschee in Riad und die Revitalisierung des Stadtzentrums Quasr Al-Hokm erhielt er 1995 den Aga Khan-Award for Architecture. 2005 erschien ein Buch über Rasem Badran, mit dem Titel „Narratives on People and Place“.

Urban Thread and not Urban Threat – Ein Abstract zum Vortrag

Thematisch behandelt der Vortrag die Rolle und die Verantwortung von PlanerInnen und EntscheidungsträgerInnen sowie Problemen in den neugeplanten Städten und Gebieten in Entwicklungsländern und insbesondere in arabischen Ländern. Rasem Badran wird über die Relevanz von sensiblem Umgang mit kulturellen, historischen, geographischen, technologischen und klimatischen Entwicklungen sprechen und dabei auch auf die Befreiungsbewegungen in der arabischen Welt eingehen. Es ist an der Zeit, das Städte eine Balance zwischen Maschine und Mensch, Fahrzeugen und Fußgängern, Ästhetischem und Funktionalem finden und sich so in Harmonie mit der Umgebung entwickeln. Es werden realisierte und geplante Projekte gezeigt, die auf Grund ihrer Design-Qualität und ihren intensiven, kritischen und sensiblen Design-Methoden als Referenzen und Fallbeispiele von Lehrenden und ForscherInnen weltweit gelten.

 

Badran’s Einsatz von Technologie

In Deutschland sammelte Badran viel Erfahrung auf dem Gebiet „Neue Technologien“, er scheut sich nicht unterschiedlichste Materialen mit verschiedensten Assoziationen zu kombinieren. Ein Beispiel dafür ist die Kuwaiti National Bank in Amman, für deren Fassade er Stein, Glas und Stahl eingesetzt hat. Diesen Umgang mit Materialien bezeichnet er als „skin  morphology“, er möchte keines Falls auf den Einsatz regionaler Materialien verzichten.

 

Große Moschee in Riad und die Revitalisierung des Stadtzentrums Quasr Al-Hokm

Die Große Moschee in Riad und die Revitalisierung der Stadtzentrums sind Teil der zweiten Phase des Masterplans zur Revitalisierung von Quasr Al-Hokm. Rasem Badran bediente sich der lokalen, architektonischen Sprache und transformierte diesen räumlichen Charakter, ohne ihn einfach zu kopieren.  Dies erkennt man unter anderem an den engen Durchgängen, den Säulen und den Innenhöfen, die der traditionellen Nutzung des Raums entsprechen.

Die Moschee integriert sich in das Stadtbild, die Bestandteile der Moschee, Höfe, Arkaden und die Gebetshalle – sind in traditioneller Art und Weise angeordnet und ausgeformt. Die Moschee wurde aus dem für die Region charakteristischen Kalkstein gebaut, die Fassade wird durch kleine, musterförmig angeordnete Fenster gegliedert, dies erinnert an die traditionelle Bauweise und schafft so einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und schützt gleichzeitig gegen die starke Sonneneinstrahlung. In den Höfen und Plätzen zwischen den Gebäuden werden regionale Palmengewächse zur Beschattung eingesetzt, Granitbänke und kleine Wasserbrunnen erzeugen eine angenehme Atmosphäre, wodurch viele Leute zum Verweilen angelockt werden.

 

Auszeichnungen

  • The Aga Khan-Award for Architecture, received for the design oft he Grand Mosque of Riyadh and redevelopment of Riyadh Old Dcity Center (1995)
  • Arab Architecture Award received in Morocco at the general conference oft he Arab City Organization (1990)
  • Palestine Award for Architecture (1997)
  • Al-Hussein Order for Distinguished contribution oft he first degree, for hist great distinguished efforts in enrichment of modern Islamic architecture (2007)

Weitere Projekte von Rasem Badan
Kuwaiti National Bank, Amman, Jordan
Al-Amin Mosque, Beirut, Lebanon
Qasr al-Hukm Complex, Riyadh, Saudi Arabia
Al-Rahj house, Riyadh, Saudi Arabia
Great Mosque, Riyadh, Saudi Arabia
Prince Assem’s Residence, Amman, Jordan

Im Süden bauen
Rasem Badan ist im Rahmen des Entwurfsschwerpunktes der Bachelor- und Masterentwerfen „Im Süden bauen“ des Departments of Spatial and Sustainable Design im Sommersemester 2013 eingeladen. Die StudentInnen haben zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema „Re:organize Al-Mahatta“ an einer Exkursion nach Jordanien teilgenommen. Eine Gruppe von 65 StudentInnen bereiste gemeinsam mit ihren ProfessorInnen im März 2013 (8.3.2013 bis 15.3.2013) eine Woche lang Jordanien. Besucht wurden die Städte Salt, Dana, Petra, Madaba und Amman. Das Stadtbild von Amman ist von schnell gebauten und schnell wachsenden informellen Siedlungen geprägt, was das Entwickeln von Projekten in dieser Region zu einer Herausforderung macht. Im Zuge dieser Forschungsreise wurde ein Workshop mit der Jordan German University in Amman abgehalten. Die Zusammenarbeit mit der Jordan German University bietet sowohl den Studierenden als auch den Lehrenden die Möglichkeit für einen intensiven Austausch.

Kooperation
Die Kooperation der beiden Fakultäten Architektur und Raumplanung, dem Department for Spatial and Sustainable Design, dem Fachbereich Regionalplanung und Regionalentwicklung und der Jordan German University hat zum Ziel, die Entwurfsarbeit zu vertiefen und die Zusammenarbeit zu fördern. Die Studierenden arbeiten zusammen an den Entwürfen zu den Themen:

  • „Amman – Re:organize – Wohnen in der informellen Stadt“ (Betreuerin: Basma Abu-Naim)
  • „Amman – Marktplatz und Handelszentrum“ (Betreuer: Anton Kottbauer)

Die Ergebnisse werden im Herbst im Rahmen einer Ausstellung im Wien Museum gezeigt.

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