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VDIVDIMark EvangelistaMark Evangelista

VDI-Wettbewerb 2019

16.12.2019

Dieses Jahr ging der 1. Preis des VDI-Wettbewerbs an vier junge Masterstudierende der TU Wien. Architektur und Bau Forum hat mit zwei der vier Preisträger über die Entwicklung ihres Projektes sowie ihre Erfahrungen im Team gesprochen.

Yoko Rödel im Gespräch mit Mark Aurel Evangelista und Stephan Loncsec

Mit eurem Entwurf konntet ihr euch gegenüber sämtlichen Universitäten in Österreich und Deutschland behaupten. Wie habt ihr von eurem Sieg erfahren?
Stephan Loncsec (S.L.): Das geschah im VDI-Haus in Düsseldorf. Zuvor mussten alle Teilnehmer ihre Arbeiten vor der Jury präsentieren. Als abends die Sieger verkündet wurden, ahnten wir bereits, dass wir unter den ersten Rängen sein würden. Dass es dann sogar zum Sieg gereicht hat, war für uns alle eine große Überraschung.

Warum habt ihr euch dazu entschieden bei diesem Wettbewerb teilzunehmen?
S.L.: Wir haben von dem VDI-Wettbewerb im Rahmen eines Entwurfsprojektes erfahren. Die Entscheidung daran teilzunehmen fiel uns nicht schwer, denn die Erarbeitung eines Projekts bietet eine Reihe von sehr wertvollen Erfahrungen – zudem war es eine gute Gelegenheit sich dabei mit Studenten von anderen Universitäten zu messen.

Wie ist euer Team entstanden und wie habt ihr eure Zusammenarbeit empfunden?
S.L.: Man kann sagen, dass uns der Zufall zusammengebracht hat. Dabei ist ein vierköpfiges Team aus zwei Bauingenieuren und zwei Architekten entstanden. Ein ausgeglichenes Verhältnis, was sich auch in unserer Arbeitsweise und Kommunikation widergespiegelt hat.

Die Zusammenarbeit von Architekten und Bauingenieuren bürgt oftmals ein großes Konfliktpotential. Wie seid ihr damit umgegangen?
S.L.: Da hatte ich am Anfang tatsächlich ein wenig Bedenken. In unserer Gruppe war Mark der Ästhet. Von ihm kam auch der Vorschlag für ein kreisrundes Gebäude mit einer Kuppel – das ist konstruktiv gesehen eine Katastrophe.
Mark Evangelista (M.E.): Stimmt, diese Option hatten wir am Anfang des Projektes. Das haben wir aber glücklicherweise relativ schnell wieder verworfen.
S.L.: Ich muss zu seiner Rettung sagen, dass er immer offen war für andere Meinungen und auch nie auf seinen Standpunkt beharrte. Generell war bei uns im Team auf allen Seiten eine hohe Kompromissbereitschaft vorhanden.
M.E.: Ich habe vieles auch einfordern müssen, aber das ist kein Problem. Das ist ja auch Sinn dieser Aufgabe, dass man das lernt.

Mit welchem Programm habt ihr euren Entwurf erstellt und wie waren eure Erfahrungen bei der Ausarbeitung?
S.L.: Da der Entwurf als BIM-Projekt entwickelt werden sollte, gab es hier die Wahl zwischen Revit und Archicad. Für letzteres haben wir uns dann entschieden, was sich für uns definitiv als die richtige Wahl erwies, denn Archicad bietet auch für Studenten die Möglichkeit sich via Cloud zu verbinden. Auch auf den Supportdienst war verlass – bei Problemen erhielten wir meist schon am nächsten Tag eine Antwort.

Welchen Hürden seid ihr während der Entwurfsphase begegnet und wie lange hat es gedauert, bis euer Konzept stand?
S.L.: Das war mit vielen Irrwegen verbunden. Ganz zu Anfang hatten wir als Typologie die Form eines Riegels, haben uns zwischenzeitlich dann dem obligatorischen Kreis zugewendet um schlussendlich wieder bei unserer ersten Idee des Riegels anzugelangen, welche dann auch die Basis für unseren Entwurf bildete.

Die Aufgabe des diesjährigen VDI-Wettbewerbs war es für die Automobilzuliefererfirma Pierburg in Nordrhein-Westfalen ein Forschungszentrum zu entwickeln. Wie war eure Herangehensweise an diese Aufgabe?
M.E.: Die Herangehensweise war im Prinzip sehr simpel: Das Herzstück unseres Entwurfes bildeten die Kommunikationszonen des Forschungszentrums, die sich mittig in einem transparenten Baukörper befinden. Unser Ziel war es, dass dieser Bereich von jeder Ebene gut erreicht werden kann. Das uns das gelungen ist, war entscheidend für unseren Sieg.
S.L.: Ein weiterer Pluspunkt war die Flexibilität sowie die modulare Bauweise des Gebäudes und dass wir ein differenziertes Lüftungssystem ausgearbeitet haben, obwohl dies nicht Teil der Aufgabenstellung war.

Welche Rolle spielte für euch die Entwurfsbetreuung durch die TU Wien?
S.L.: Die Betreuung durch die TU Wien war für uns sehr wichtig, denn bei den Betreuern handelte es sich ebenfalls um ein interdisziplinäres Team. Das war sehr hilfreich, denn so hatten wir quasi eine Art interne Jury, die unsere Arbeit regelmäßig begleitete.

Wie aufwendig war es, ein solches Projekt neben dem regulären Uni-Alltag zu entwickeln?
S.L.: Es hielt sich in Grenzen. Ein gewisses Maß an Eigenengagement und Basiswissen darf dabei natürlich nicht zu kurz kommen. Für uns erwies sich diese Erfahrung als schlichtweg unbezahlbar. Da nimmt man einiges mit, was Gruppenarbeit, den Umgang mit komplexen Aufgabenstellungen und Zeitmanagement betrifft. Wir können jedem nur ans Herz legen, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Habt ihr Pläne für eine weitere Zusammenarbeit?
S.L.: Pläne gibt es viele. Wir können uns auch durchaus vorstellen in derselben Konstellation noch einmal zusammenzuarbeiten. Gerade sind wir jedoch alle aufgrund unserer Arbeit sehr ausgelastet und stehen zudem am Ende unseres Masterstudiums. Die Zukunft wird zeigen, was sich ergibt.

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