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Vergangenheit mit Potenzial

22.03.2019

Das neue Hotel Jakarta ist wohl das letzte Gebäude auf der künstlich angelegten Halbinsel Java Eiland im östlichen Hafengebiet von Amsterdam. Dabei fasziniert das Hotel nicht nur durch seine architektonische Gestaltung sondern auch dadurch, dass es eines der nachhaltigsten Hotels in Europa ist.

Als die Stadt Amsterdam Ende 2013 für die Entwicklung und Realisierung eines Hotelprojekts an der Spitze von Java Eiland einen Partner suchte, waren die Kriterien sehr anspruchsvoll. Im Fokus des Konzepts sollte nicht nur die nachhaltige Architektur sondern auch die Öffnung des Gebäudes durch Nutzungsmöglichkeiten für die Bürger stehen. Den Zuschlag bekam das Architekturbüro SeARCH mit einem Entwurf, der die historische Vergangenheit des Hafens widerspiegelte. Genau an dieser Stelle lagen früher die Handelsschiffe der Ost-Asien Kompanien, die Waren aus Indonesien in die Niederlande brachten, vor Anker. 

Dass sich viele Architekten von den indonesischen Impressionen leiten ließen, ist auf Java Eiland unschwerzu erkennen: Von bunten Wellblechverkleidungen über Backstein bis hin zu Holz findet man hier eine große Bandbreite vor. Auch das Architekturbüro SeARCH führte bei seinem Entwurf diesen Stil fort. Es setzt auf weite Räume, auf eine großzügige Grünzone als zentralen Punkt im Gebäude und auf Bambus als Baumaterial. 

Die Ziele dieses Projektes waren hochgesteckt. Um die Zertifizierung BREEAM Excellent zu erreichen, erarbeiteten die Planer ein Konzept, bei dem in allen Bereichen  Nachhaltigkeit und Gestaltung gleichermaßen im Fokus standen. So wurden nicht nur Sonnenkollektoren und Regenwasserzisternen eingebaut, sondern auch darauf geachtet, dass alle Bambusmaterialien eine negative CO2-Bilanz aufweisen. Das Hotel Jakarta zeigt die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten, die Bambus ermöglicht. Mal sind sie subtil integriert, mal markant zu sehen: vom Boden bis zur Decke, von den Türen bis zu den Fenstern und Möbeln. Die große Bandbreite der natürlichen Farbtöne bilden ein harmonisches Ganzes, und steht in Kontrast zu dem durchaus industriellen Charakter von Beton und Glas.

Das Atrium im Zentrum des Gebäudekomplexes lädt mit seinem weitläufigen tropischen Innengarten zum Entspannen unter Palmen ein. Zudem gleicht das üppige Grün die Temperaturen im Sommer wie im Winter aus und trägt zu einem stets angenehmen Raumklima bei. Vom Garten aus gelangen die Hotelgäste über eine offene Galerie in ihre Zimmer. Ein besonderes Highlight bildet die Skulptur, die über der Bar gleichsam zu schweben scheint. Die hier eingesetzten Leisten und Verstrebungen wurden kunstvoll aus Bambusplatten geschnitten und zeichnen die Umrisse eines alten Handelsschiffes nach. Ein weiterer gestalterischer Versuch, an die nautische Vergangenheit von Java Eiland zu erinnern. 

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